Profis für Medien und Technik

Montag, 21. Oktober 2013  / Alter: 4 Jahre

IT, Elektrotechnik und Maschinenbau: Beim technischen Übersetzen ist die Uni gut aufgestellt, sagt Prof. Dr. Klaus Schubert. Neu ist der Bereich Medienübersetzung. Studierende untertiteln Film und Fernsehen, verfassen Texte für barrierefreie Kommunikation und organisieren die mediengestützte Unternehmenskommunikation. Die Absolventen sind noch nicht einmal auf dem Arbeitsmarkt – und erhalten schon Einblicke beim Bundespresseamt und beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. Ende Oktober kommen Fachleute aus Übersetzerstudiengängen, der EU-Kommission und Arbeitgeber in Hildesheim zusammen.

Das Medientextlabor mit 40 Computerarbeitsplätzen ist mit moderner Software ausgestattet. Maika Hohlbein ist eine der Studentinnen im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung" an der Uni Hildesheim. Foto: Julia Moras

Das Medientextlabor mit 40 Computerarbeitsplätzen ist mit moderner Software ausgestattet. Maika Hohlbein ist eine der Studentinnen im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung" an der Uni Hildesheim. Foto: Julia Moras

„Jede Woche erhalten wir Stellenangebote. Die Industrie und Redaktionen suchen Profis, die in der technischen Kommunikation und Übersetzung firm sind. Unsere Studenten beißen an und erhalten hervorragende Praktikumsmöglichkeiten“, berichtet Prof. Dr. Klaus Schubert vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim. „Übersetzer und Dolmetscher brauchen wir alle. Sie sorgen dafür, dass man das koreanische Handy auf Deutsch bedienen kann, und dass wir die Filme im Kino, im Fernsehen und auf DVD in deutscher Fassung genießen können.“

„Beim technischen Übersetzen ist die Universität Hildesheim stark aufgestellt, ähnliche Ausbildungswege gibt es in Flensburg und Magdeburg. Unsere Absolventen bringen technisches Fachwissen mit und arbeiten derzeit zum Beispiel als Übersetzer bei den Drägerwerken in Lübeck, das Geräte in der Medizin- und Sicherheitstechnik entwickelt, und bei ‚think global‘ in Berlin, um in den Bereichen IT, Elektrotechnik und Maschinenbau zu übersetzen“, sagt Klaus Schubert. „Unsere Absolventen sind auch bei einem der größten Übersetzungsdienste der Welt tätig: Bei der EU-Kommission in Brüssel, zu der wir Exkursionen anbieten, werden Papiere, Vorlagen und Beschlüsse in über 20 Sprachen übersetzt. Und wir bauen den Bereich Medienübersetzung aus“, so Schubert. Seit 2011 bietet die Universität den Master-Studiengang „Medientext und Medienübersetzung" an. Studierende untertiteln Film und Fernsehen, übertiteln Theater und Oper, verfassen Texte in Leichter Sprache für barrierefreie Kommunikation und organisieren die mediengestützte Unternehmenskommunikation. „Vergleichbare Studienangebote existieren nicht – der erste Jahrgang schließt derzeit das Studium ab, ist noch nicht einmal auf dem Arbeitsmarkt und die Berufschancen sind gut“, freut sich Schubert. So habe eine Studentin im Sommer 2013 mehrwöchige Einblicke an drei Stationen erhalten: im Bundespresseamt in Berlin, beim Informations-Nachrichtendienst Heise und beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. Beim RBB hat sie Filme für Hörgeschädigte untertitelt. 27 Masterstudierende sind im Oktober in das Studium gestartet.

Fachleute wollen sich nun über die Hildesheimer Studieninhalte informieren – die Universität Hildesheim richtet am 25. und 26. Oktober 2013 die Herbsttagung des Transforums aus. In diesem Arbeitskreis treffen sich Vertreter aller Hochschulen in Deutschland, die Übersetzer- und Dolmetscherstudiengänge anbieten, mit Vertretern der Arbeitgeber. Die EU-Kommission, das Auswärtige Amt, die Daimler AG und die Deutsche Post sind einige der großen Arbeitgeber. Ebenso sind mittelständische Kommunikationsdienstleister, die Berufsverbände und die Freiberufler vertreten. Etwa 40 Personen werden zur Tagung erwartet. Damit soll die Verbindung zwischen den Studiengängen der Universitäten und Fachhochschulen und der beruflichen Praxis hergestellt werden.

Studiengang Medientext und Medienübersetzung

Seit 2011 lernen Studierende im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung“ den Umgang mit und die Bearbeitung von Medientexten in sehr unterschiedlichen Kontexten. Sie untertiteln Filme aus anderen Sprachen, üben sich im Synchronisieren, organisieren die mediengestützte Unternehmenskommunikation und bereiten Medienprodukte für Menschen mit Behinderungen auf. Für Sehgeschädigte erstellen die Studierenden unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk Audioeinführungen für Hörfilme und untertiteln Filme für Hörgeschädigte. Im Schwerpunkt „Barrierefreie Internetkommunikation“ bereiten die angehenden Medienübersetzer Internetseiten auf. Seit 2012 steht dafür ein Medientextlabor mit 40 Computerarbeitsplätzen, die mit moderner Software ausgestattet sind, zur Verfügung.

Von: Pressestelle, Isa Lange

Das Medientextlabor mit 40 Computerarbeitsplätzen ist mit moderner Software ausgestattet. Maika Hohlbein ist eine der Studentinnen im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung" an der Uni Hildesheim. Foto: Julia Moras

Das Medientextlabor mit 40 Computerarbeitsplätzen ist mit moderner Software ausgestattet. Maika Hohlbein ist eine der Studentinnen im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung" an der Uni Hildesheim. Foto: Julia Moras