Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service

Donnerstag, 14. Januar 2016 um 18:30 Uhr

Bettina Uhlig untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen und produzieren. Guido Graf eröffnet in seinen Seminaren „neue Wissenswelten, fordert heraus, ohne zu überfordern". Angelika Obstoj kennt die Universität aus all ihren Facetten. Die Universität Hildesheim zeichnet Graf, Uhlig und Obstoj für ihre hervorragenden Leistungen in Lehre, Forschung und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert.

„Universität bedeutet Gemeinschaft, wir sind eine große Familie. Wir freuen uns, dass neue Professorinnen und Professoren unser Team verstärken, unter anderem in den Bereichen Chemiedidaktik, Philosophie, Politikdidaktik und Weiterbildung“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich in dieser Woche während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim. Jedes Jahr verleiht die Universität Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Die Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Bettina Uhlig, Professorin für Kunstpädagogik

Der Preis für hervorragende Forschung geht an Prof. Dr. Bettina Uhlig vom Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft. Bettina Uhlig ist seit 2010 als Professorin für Kunstpädagogik und Didaktik der Bildenden Kunst an der Stiftung Universität Hildesheim tätig. Sie untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen, produzieren und wie sich dies verändert. „Hierfür hat sie auf der Domäne ein bilddidaktisches Forschungsstudio eingerichtet. In Kooperation mit Grundschulen und Kindergärten führt sie ein Feldforschungsprojekt durch, das Aufschluss über die anthropologischen und kulturellen Grundlagen der Entwicklung von Bildlichkeit geben soll“, erläutert Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Ihre Grundlagenforschung habe „einen hohen Anwendungsbezug“.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder über spezifische Imaginationsprofile verfügen. „So gibt es Kinder, deren narrative Imagination besonders prägnant ist, andere wiederum können sich Szenisches oder technische Zusammenhänge besonders gut vorstellen. Je nach Imaginationstyp differiert die bildnerische Praxis und führt bei einer gezielten Begleitung zu entsprechend unterschiedlich großen Fortschritten in der individuellen Bildpraxis von Kindern“, erläutert Soellner. Professorin Uhlig sei „ausgesprochen vernetzt“ und ist unter anderem Mitbegründerin des Forschungsnetzwerks IMAGO. „Ihre Forschungsergebnisse fließen sowohl in die fachdidaktische Diskussion als auch in die Praxis in Kindergärten und Schulen ein. Ihre Arbeiten sind somit im besten Hildesheimer Sinne an der Schnittstelle von Theorie und Praxis angesiedelt“, sagt Renate Soellner.

So arbeitet die Professorin zum Beispiel mit dem Hildesheimer Dommuseum in der Lehrerausbildung zusammen. Lehramtsstudierende gehen gemeinsam mit Schulklassen und Kindergärten in das Museum, um über die Objekte zu sprechen. „Die Kinder und ihre Fragen sind uns wichtig", sagt Bettina Uhlig. In den vergangenen 30 Jahren ging es häufig um die Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Wie entwickeln Kinder ein historisches Bewusstsein für die Stadt, in der sie leben? Wie kann man die für Kinder vermeintlich schwierige und ferne alte Geschichte adäquat vermitteln? Die Professorin verlegt ihre Seminare für angehende Lehrerinnen und Lehrern aus dem Hörsaal in das Museum. Die Studierenden der Universität Hildesheim sammeln wertvolle Praxiserfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Dommuseum. „Jede Forschung braucht Resonanz, ich möchte mich bei den Kolleginnen und Kollegen für den Austausch und bei der Universitätsleitung für das positive Forschungsklima bedanken“, sagt Uhlig.

Preis für hervorragende Lehre: Dr. Guido Graf lehrt Kulturjournalismus

So viele Nominierungen wurden bisher noch nie eingereicht, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. 69 Vorschläge von Studierenden für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein.

Eine Jury – bestehend aus zwei Studierenden der Fachbereiche 1 (Nadine Federschmidt) und 2 (Simon Böker), der Studiendekanin des Fachbereichs 3 (Prof. Dr. Annette Sabban) und dem Studiendekan des Fachbereichs 4 (Prof. Dr. Klaus Schmid) – hat entschieden: Der  Preis geht an Dr. Guido Graf, der seit 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft tätig ist. Er hat Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Braunschweig studiert und seine Dissertation über den Briefwechsel zwischen den Schriftstellern Arno Schmidt und Hans Wollschläger (Lehrer-/Schülerverhältnis) geschrieben. Bevor er  nach Hildesheim kam, arbeitete er als freier Journalist für Zeitungen und den Rundfunk. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Literaturvermittlung, Sound-Poetik, Social Reading, Radio, Medientheorie, Gegenwartslyrik und Übersetzung.  

Guido Graf „eröffnet in seinen Seminaren neue Wissenswelten, fordert heraus, ohne zu überfordern, er ist aufgeschlossen gegenüber Studierenden“, sagt der Student Jacob Teich über seinen Dozenten. „Guido Graf hört sich jede Idee an, gibt ihr Raum, diskutiert. Es geht ihm in der Lehre um individuelle Interessen, um Gemeinschaft, um Freiräume, in denen jeder sein Netz auswerfen kann, in denen ‚Hobbyangler‘ und ‚Profifischer‘ voneinander lernen.“ Der Dozent entgegnet auf die Laudatio: „Dass mir die Lehre so viel Spaß macht, hat vor allem etwas mit den hervorragenden Studierenden zu tun.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Dezernentin Dr. Angelika Obstoj

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Die Preisträgerin ist Dr. Angelika Obstoj, Leiterin des Dezernats für Studienangelegenheiten. Seit 1988 arbeitet sie an der Universität Hildesheim. 1993 übernahm sie alle Sekretariats- und Verwaltungsaufgaben im Dezernat 3, Studium und Lehre, und war Ansprechpartnerin in der zentralen Studienberatung, „um Studieninteressierten im Erstkontakt Rede und Antwort zu stehen“, so Matthias Kreysing. „Ihr Engagement reichte und reicht immer noch über die ‚normalen‘ Aufgaben hinaus.“ So ist sie zum Beispiel Mitglied in der ständigen Senatskommission Lehramt (SKoLA) „und sehr aktiv in der Umsetzung eines Projekts zur Sprachlernunterstützung von Flüchtlingen, das vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert wird“.

„In der für unsere Universität besonders wichtigen Phase der Stiftungswerdung war sie Vizepräsidentin für Lehre. Sie kennt die Universität aus all ihren Facetten wie sonst kaum jemand“, sagt Vizepräsident Kreysing über die Leistungen der Uni-Dezernentin im Wissenschaftsmanagement. „Ich schätze Frau Obstoj wegen ihres hohen Organisationstalents, ihrer ausgeprägten Fähigkeit zu selbständigen und selbstbewussten Arbeiten sowie für ihre allgemein geschätzte Kooperationsbereitschaft, die immer mit einem Blick fürs Ganze kombiniert ist.“

Angelika Obstoj freut sich über den Preis für hervorragenden Service, denn „der Preis stellt eine hochschulöffentliche Würdigung meiner Arbeit an einer der Schnittstellen von Wissenschaft und Verwaltung, dem Dezernat für Studienangelegenheiten, dar". „Diese Arbeit findet zwar zumeist eher im Hintergrund statt, leistet aber gleichwohl einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der universitären Aufgaben in Lehre, Forschung und Weiterbildung. In meinem Dezernat spielt natürlich gerade auch der Service gegenüber den Studierenden eine große Rolle. Insofern ist die Ehrung für mich auch eine Anerkennung unseres Beitrages zur Umsetzung des im Leitbild der Universität formulierten Profilelements der Studierendenuniversität", so Obstoj.


Ausgezeichnet in Forschung, Lehre und Service: Die Preisträger Bettina Uhlig, Guido Graf und Angelika Obstoj. Die Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim