Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für Medienübersetzerin Valeria Matteini

Mittwoch, 09. Oktober 2019 um 17:41 Uhr

Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Für ihre herausragenden Leistungen erhält die italienische Medienübersetzerin den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Die 25-Jährige schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

Die 25-jährige Valeria Matteini zog nach ihrem Bachelorabschluss in Rom zum Masterstudium nach Hildesheim. An der Universität Hildesheim studiert die Übersetzerin derzeit „Medientext und Medienübersetzung“ und befasst sich mit barrierefreier Kommunikation. Foto: privat

Zum Semesterstart wird der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes verliehen. Den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis erhält die Hildesheimer Medienübersetzerin Valeria Matteini. Die 25-Jährige schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ am Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim ab. Sie engagiert sich für Inklusion und barrierefreie Kommunikation, engagiert sich seit vielen Jahren sozial und interkulturell und unterstützt internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim.

Der Universitätspräsident und das Team des International Office überreichen den DAAD-Preis am Montag, 14. Oktober 2019 während der Immatrikulationsfeier/Semestereröffnung im Audimax der Universität Hildesheim.

Die 25-jährige Valeria Matteini ist in Sezze in Italien geboren und im italienischen San Felice Circeo aufgewachsen. Nach ihrem Bachelorabschluss in Rom in Übersetzung und Dolmetschen zog sie zum Masterstudium nach Hildesheim. An der Universität Hildesheim studiert die Übersetzerin derzeit „Medientext und Medienübersetzung“, sie spezialisiert sich auf Übersetzung und Barrierefreiheit und weist „ausgezeichnete Studienleistungen“ nach.

Die diesjährige DAAD-Preisträgerin Valeria Matteini gehört zu einem Team um Professorin Nathalie Mälzer, die sich am Bühler-Campus der Universität Hildesheim mit dem Abbau von Kommunikationsbarrieren befassen. Die Medienlinguisten und Medienlinguistinnen produzieren derzeit zum Beispiel Übertitel für das Theater, damit schwerhörige und gehörlose Menschen das Bühnengeschehen verfolgen können. Dabei setzen sie neue Technologien ein, über sogenannte „Smartglasses“ können die Theaterbesucher die Theaterproduktion mit virtuellen Übertiteln verfolgen.

Mehr erfahren:
Studie: Smartglasses projizieren virtuelle Übertitel im Bühnengeschehen

Interview mit der Studentin Valeria Matteini

Frau Matteini, Sie werden mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung?

Ich freue mich natürlich sehr darüber. Diese Auszeichnung bedeutet mir viel, weil dadurch meine Anstrengungen im Studium anerkannt wurden und es motiviert mich, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Dafür bin ich besonders Frau Prof. Dr. Nathalie Mälzer vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation dankbar, die mich der Kommission für diesen Preis vorgeschlagen hat.

Sie studieren „Medientext und Medienübersetzen“. Bitte erklären Sie einmal für Laien, was Medientexte, was Medienübersetzung ist, warum ist das wichtig in der Gesellschaft? Wer profitiert davon zum Beispiel?

Im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung“ beschäftigen wir uns mit der Übersetzung von Texten, die über alle Medien hinweg – zum Beispiel Bücher, Fernsehen, Radio, Theater – übermittelt werden. Unser Fokus liegt darauf, solche Texte für alle Nutzer zugänglich zu machen, etwa wenn bestimmte sprachliche Kenntnisse fehlen – wegen einer Fremdsprache – oder bei sonstigen zum Beispiel physischen oder geistigen Beeinträchtigungen, die den Zugang zu den Texten erschweren. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wir einen Film in derselben Sprache für eine hörgeschädigte Person übersetzen.

Als junge Nachwuchswissenschaftlerin befassen Sie sich mit barrierefreier Kommunikation und Inklusion, zum Beispiel mit „Nachrichten in leichter Sprache“ und mit „inklusivem Theater“, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen.

Beim Projekt „Inklusives Theater“ fassen wir Untertitel zusammen für ein Theaterstück, welches in diesem Winter im Theater in Hildesheim inszeniert wird. Diese Untertitel stehen für Hörgeschädigte zur Verfügung und werden über besondere Brillen, sogenannte Smartglasses, gezeigt. Ein Teil der Gruppe beschäftigt sich dann mit der empirischen Studie, der Rest – unter anderen auch ich – produziert die Untertitel.

Im Wintersemester unterstützen Sie als „Buddy“ ehrenamtlich internationale Studentinnen und Studenten. Wie unterstützen Sie die internationalen Studierenden, die unter anderem aus Mexiko, Spanien, Russland, Pakistan oder Japan kommen, beim Ankommen in Hildesheim?

Als „Buddy“ und als ehemalige Erasmus-Studentin in Hildesheim ist meine Hauptsorge, dass ausländische Studierende mit dem deutschen Bildungssystem und der deutschen Kultur nicht zurechtkommen. Vieles was wir als selbstverständlich ansehen, ist vielleicht ungewöhnlich für diejenigen, die neu hierher kommen. Ich erinnere mich noch daran, als ich das erste Mal vom Flaschenpfand gehört habe: anstatt eine Plastikflasche wegzuschmeißen, kann ich sie zurück zum Laden bringen... sowas war für mich komplett neu. Ich unterstütze gerne Erasmus-Studierende in ihrem alltäglichen Leben und in der Uni und ich mag es, während eines Spaziergangs Sitten und Gebräuche der Stadt zu zeigen.

Die Fragen stellte Isa Lange.


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