Parteien unter Druck. Populismus, Personalisierung, Protest im internationalen Vergleich

Montag, 10. April 2017  / Alter: 222 Tage

Die Universität Hildesheim veranstaltet im Sommersemester 2017 eine öffentliche Ringvorlesung zu populistischen Tendenzen und der Zukunft von Parteien. Anlass ist das „Superwahljahr 2017“. Zu Gast sind Experten aus ganz Deutschland. Die Vorlesungsreihe startet am Dienstag, 11. April 2017, und wird veranstaltet von den Politikwissenschaftlern Professorin Marianne Kneuer, Professor David Salomon und Professor Hannes Schammann.

Die Vorlesungsreihe „Parteien unter Druck. Populismus, Personalisierung, Protest im internationalen Vergleich“ beginnt am Dienstag, 11. April 2017, an der Universität Hildesheim. Foto: Clemens Heidrich

Programm der Ringvorlesung „Parteien unter Druck“

Der Brexit und die Wahl Donald Trumps, aber auch die seit Jahren starke Präsenz populistischer Strömungen in Europa, in Asien und Lateinamerika zeigen: Etablierte politische Parteien und die demokratischen Systeme des „Westens“ stehen zunehmend unter Druck. Nach Trumps Sieg in den USA sehen sich populistische Bewegungen und ihre Anführer nicht mehr auf die Oppositionsrolle festgelegt und schielen unverhohlen nach Regierungsmacht.

Doch nach den jüngsten Wahlen ist auch klar: Ganz so eindeutig ist der Trend nicht. Zwar strebt die AfD in Deutschland weiterhin ein zweistelliges Ergebnis bei der Bundestagswahl an, und in Frankreich hofft Marine le Pen auf den großen Coup bei der Präsidentschaftswahl. Doch in Österreich unterlag der Kandidat der FPÖ bei der Bundespräsidentenwahl seinem grünen Kontrahenten. In den Niederlanden und im Saarland waren die populistischen Parteien weit weniger erfolgreich als vermutet. Populismus spielt also nicht nur mit den Ängsten der Bevölkerung, er weckt sie auch.

Im Wahljahr 2017 wird sich zeigen, wie wehrhaft westliche Demokratien und Parteiensysteme wirklich sind. Sorgen Populismus, Personalisierung und emotionaler Protest von rechts und links dafür, dass etablierte politische Parteien zurückgedrängt werden? Oder gelingt es den Parteien sich unter neuen Vorzeichen neu zu erfinden – wie dies der SPD zumindest in den ersten Wochen der „Schulz-Manie“ zu gelingen schien.

Diese Fragen sind für die Abteilung Politikwissenschaft der Universität Hildesheim Anlass genug, die öffentliche Ringvorlesung „Parteien unter Druck. Populismus, Personalisierung, Protest im internationalen Vergleich“ mit Experten aus ganz Deutschland zu veranstalten. Dabei werden grundlegende Perspektiven zum neuen „Populismus“ mit konkreten Länderanalysen verbunden.

Neben europäischen Staaten (Niederlande, Frankreich sowie die Bundesrepubliken Deutschland und Österreich) werden mit den USA und lateinamerikanischen Staaten auch außereuropäische Länder berücksichtigt. „Der neue Populismus ist ein weltweit verbreitetes Phänomen. Dennoch sorgen die jeweiligen institutionellen und kulturellen Kontexte sowie die differierenden Akteursgefüge für eine große Bandbreite der Erscheinungsformen – und unterschiedlichen Erfolg. Dies wird nur im internationalen Vergleich sichtbar“, sagt Prof. Dr. Marianne Kneuer, die in Hildesheim das Fach Politikwissenschaft leitet.

Neben den immer dienstags um 18:00 Uhr stattfindenden Fachvorträgen wird eine Podiumsdiskussion am 4. Juli 2017 auch aktive Politiker sowie Journalisten einbeziehen. Die Veranstalter wünschen sich außerdem während der gesamten Reihe einen engen Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und interessierten Bürgern. Die Ringvorlesung wird veranstaltet von Prof. Dr. Marianne Kneuer, Prof. Dr. David Salomon und Prof. Dr. Hannes Schammann von der Abteilung Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim.

Die Vorlesungsreihe findet jeweils am Dienstag, 18:00 Uhr, im Hörsaal 2 der Universität Hildesheim (Hauptcampus Universitätsplatz 1) statt.

Programm der Ringvorlesung „Parteien unter Druck. Populismus, Personalisierung, Protest im internationalen Vergleich“:

Die Ringvorlesung beginnt an der Universität Hildesheim am 11. April 2017 mit einem Vortrag von Prof. Dr. Karin Priester (Universität Münster) zum Thema „Rechts- und Linkspopulismus: Grundlagen, Erscheinungsformen, Tendenzen“. Am 18. April 2017 referiert Prof. Dr. Marianne Kneuer (Universität Hildesheim) zum Thema „Populismus im europäischen Vergleich“. Es folgen Analysen: Niederlande (25. April 2017, Prof. Dr. Friso Wielenga, Universität Münster), Europäische Union (2. Mai 2017, Prof. Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl, MdEP), Lateinamerika (9. Mai 2017, Prof. Dr. Nikolaus Werz, Universität Rostock), Frankreich (16. Mai 2017, Prof. Dr. Joachim Schild, Universität Trier) und Österreich (30. Mai 2017, N.N.). Auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, blickt Prof. Dr. Tim Spier (Universität Siegen) am 13. Juni 2017. am 20. Juni 2017 folgt ein Vortrag von Ulrika Engler, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung, zum Thema „Politische Bildung in Niedersachsen“. Prof. Dr. Christian Lammert (Freie Universität Berlin) blickt am 27. Juni 2017 auf Entwicklungen in den USA. Die Ringvorlesung endet am 4. Juli 2017 mit einer Podiumsdiskussion mit Gesprächspartnern aus Politik, Wissenschaft, Medien.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100 und presse@uni-hildesheim.de).

Von: Pressestelle

Die Vorlesungsreihe „Parteien unter Druck. Populismus, Personalisierung, Protest im internationalen Vergleich“ beginnt am Dienstag, 11. April 2017, an der Universität Hildesheim. Foto: Clemens Heidrich