Öffentliche Vorlesungsreihe Digitale Lebenswelten: Gefühle im Netz

Montag, 08. November 2021 um 15:38 Uhr

Im Wintersemester 2021/2022 wird die Vorlesungsreihe „Digitale Lebenswelten“ an der Universität Hildesheim zum neunten Mal durchgeführt. Die „Digitalen Lebenswelten“ sind ein etabliertes Format an der Universität Hildesheim. Bei der Reihe handelt es sich um eine fachbereichsübergreifende Kooperation und um einen Ansatz zur stärkeren Vernetzung der Universität mit Öffentlichkeit.

Die Veranstaltungsreihe ist interdisziplinär angelegt. Die Vorträge thematisieren aus unterschiedlichen Perspektiven die Veränderung sozialer, politischer, kommunikativer und individueller Sphären im und durch das Internet. Gerade über die Vernetzung von Öffentlichkeit und Universität streben wir an, Forschungsergebnisse genauso wie Forschungsdesiderate in ihren tagesaktuellen und konkreten Implikationen für die Bürgerinnen und Bürger zu diskutieren.

Im aktuellen Zyklus trägt die Reihe den Titel „Gefühle im Netz“. Der knappe Titel will die vielfältigen Implikationen, Einflussfaktoren und Veränderungen für die Gefühlswelt der Nutzerinnen und Nutzer digitaler Kommunikation abbilden. Die Corona Pandemie hat auch hier natürlich beschleunigend gewirkt: Auf sich selbst zurückgeworfen, den eigenen Emotionen gegenübertreten und „nur“ den digitalen Raum als Möglichkeit, sich über diese auszutauschen und emotionale Bindungen zu anderen herzustellen oder zu pflegen war die Lebensrealität vieler Menschen allen Alters während der letzten Monate.

Die Vorlesungsreihe will eine ganze Bandbreite von Konstellationen ausloten, die in diesem Zusammenhang in den Fokus kommen. Der erste Vortrag von Dr. Severine Thomas und Dorothee Kochskämper M.A. , Universität Hildesheim, „Plötzlich komplett digital. Das Leben junger Menschen während der Pandemie. Ergebnisse der bundesweiten Jugendstudien JuCo I /II und der Studierendenbefragungen Stu.diCo I/II“ richtet den Blick vor allem auf junge Menschen und deren Erleben der pandemischen Isolation.

PD Dr. Sylvia Jaki, Universität Hildesheim betrachtet in ihrem Vortrag „Hate Speech und Polarisierung online: Meinung, Emotion, Propaganda?“ eine auch vor der Pandemie netzspezifische emotionale Äußerung, die digitale Hassrede, die von den Spezifika des Netzes profitiert und natürlich unter den Bedingungen sozialer Reduktion besonders an Brisanz gewinnt.

Auch das Gefühl für das eigene Selbst und seine Verortung, die Heimat, deren Absenz sich im Heimweh ausdrückt, gab und gibt es jenseits der Digitalisierung und des Lockdowns, das Netz bietet aber neue Möglichkeiten, diesen Emotionen Ausdruck zu verleihen oder gar neue Identitäten und Heimaten zu finden. Dr. Luisa Conti und Dr. Roman Lietz (Projekt ReDICo – Researching digital interculturality cooperatively) von der Universität Jena betrachten dies unter dem Titel „Identitätskonzepte und Heimatgefühle in einer (post-)digitalen Welt“.

Dr. Sascha Oswald, Universität Hildesheim und Prof. Dr. Michael Corsten, Universität Hildesheim widmen sich in zwei kürzeren Beiträgen an einem Termin Ausdruckformen von Emotionen. Die „Spielerische Kommunikation im Netz. Von Emojis und Gifs über Memes bis Gamification“  betrachtet Dr. Sascha Oswald. Die Schnulze, die im Beitrag von Prof. Dr. Michael Corsten im Zentrum steht, wird mit „Früher war alles besser!“ von Youtube-Nutzer*innen kommentiert.

Die Suche nach der Liebe ist ebenfalls vor, während und nach der Pandemie eines der zentralen Themen des sozialen Menschen. Dr. Julia Dombrowski, Stadt- und Kulturmanagerin Geesthacht hat zur Liebe im Netz promoviert und betrachtet in „Zeitungsanzeigen, Videotext und Tinder: 300 Jahre medienbasierte Partner:innensuche“, wie sich das „Dating“ durch unterschiedliche mediale Hilfsinstrumente verändert hat.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Alle Veranstaltungen werden dienstags zwischen 18 und 20 Uhr c.t. in Hörsaal 1 am Hauptcampus der Universität Hildesheim stattfinden. Dabei gilt das Hygienekonzept der Universität. Die Vorlesungen werden auch zur digitalen Teilnahme per Videokonferenz bereitgestellt.

 

Programm

Gefühle im Netz

16. November 2021

Dr. Severine Thomas und Dorothee Kochskämper M.A. , Universität Hildesheim

Plötzlich komplett digital. Das Leben junger Menschen während der Pandemie. Ergebnisse der bundesweiten Jugendstudien JuCo I /II und der Studierendenbefragungen Stu.diCo I/II

 

14. Dezember 2021
PD Dr. Sylvia Jaki, Universität Hildesheim

Hate Speech und Polarisierung online: Meinung, Emotion, Propaganda?

 

11. Januar 2022

Dr. Luisa Conti und Dr. Roman Lietz (Projekt ReDICo – Researching digital interculturality cooperatively), Universität Jena

Identitätskonzepte und Heimatgefühle in einer (post-)digitalen Welt

 

18. Januar 2022

Dr. Sascha Oswald, Universität Hildesheim

Spielerische Kommunikation im Netz. Von Emojis und Gifs über Memes bis Gamification.

Prof. Dr. Michael Corsten, Universität Hildesheim

"Früher war alles besser!" Digitale Kommentare auf  Youtube zu Schnulzen

 

1. Februar 2022
Dr. Julia Dombrowski, Stadt- und Kulturmanagerin Geesthacht

Zeitungsanzeigen, Videotext und Tinder: 300 Jahre medienbasierte Partner:innensuche

 

jeweils dienstags, 18:15 Uhr, H 1 (Hauptcampus) und digital unter: https://bbb.uni-hildesheim.de/b/joa-nuq-if7-yyx

 

Weitere Informationen

Facebook.com/DigitaleLebenswelten

www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozialwissenschaften/politikwissenschaft/forschung/politik-und-internet/lebenswelten/

 

Veranstalter

Prof. Dr. Joachim Griesbaum, Institut für Informationswissenschaft & Sprachtechnologie

Prof. Dr. Bettina Kluge, Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation

Prof. Dr. Beatrix Kreß, Institut für Interkulturelle Kommunikation

Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Institut für Sozialwissenschaften


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