Neues Lehramtsstudium und das Hildesheimer Modell

Sonntag, 16. Oktober 2005 um 14:21 Uhr

Eine erste Bilanz seit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen

Die europäischen Bildungsminister vereinbarten 1999 in der Bologna-Erklärung bis zum Jahr 2010 einen auf einheitlichen Grundprinzipien basierenden europäischen Hochschulraum zu schaffen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulen zu stärken. Zum Wintersemester 2004/2005 wurde der bisherige Studiengang für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen an der Universität Hildesheim auf einen konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengang umgestellt.

In dieser Umstrukturierung ist es der Stiftungsuniversität Hildesheim gelungen, sowohl die anerkannt hohe Qualität der Ausbildung für das Lehramt zu optimieren als auch die fachwissenschaftliche Ausbildung sowie die Forschung zu stärken. Denn der sechssemestrige Bachelor-Studiengang ermöglicht sowohl eine spezifische Professionalisierung für den zweisemestrigen Master-Studiengang mit dem Berufsziel Lehramt als auch eine fachwissenschaftliche Schwerpunktsetzung in den beiden Studienfächern. Anders als bisher können Studierende ihre Entscheidung für eines dieser beiden Studienziele ebenso wie die Entscheidung für den Studienschwerpunkt Primar- oder Sekundarstufe erst während der ersten Studiensemester treffen. Das bedeutet eine größere Flexibilität.

In dieser Umstrukturierung ist es der Stiftungsuniversität Hildesheim gelungen, sowohl die anerkannt hohe Qualität der Ausbildung für das Lehramt zu optimieren als auch die fachwissenschaftliche Ausbildung sowie die Forschung zu stärken. Denn der sechssemestrige Bachelor-Studiengang ermöglicht sowohl eine spezifische Professionalisierung für den zweisemestrigen Master-Studiengang mit dem Berufsziel Lehramt als auch eine fachwissenschaftliche Schwerpunktsetzung in den beiden Studienfächern. Anders als bisher können Studierende ihre Entscheidung für eines dieser beiden Studienziele ebenso wie die Entscheidung für den Studienschwerpunkt Primar- oder Sekundarstufe erst während der ersten Studiensemester treffen. Das bedeutet eine größere Flexibilität.

Eine Umfrage unter den Studierenden zeigt, dass es klare Präferenzen für den Lehrerberuf gibt. So wollen 95 Prozent aller Befragten (505 gesamt) in das Berufsfeld Schule. Und dieser Weg führt durch ein anschließendes Master-Studium. Sollten sie bei dem Berufswunsch bleiben, wäre der BA-Abschluss für diese Studierenden also nur eine Pflichtübung. Damit die Studierenden die Möglichkeit haben, ihre Eignung oder auch ihr Interesse für den Schulalltag rechtzeitig zu überprüfen, gibt es an der Stiftungsuniversität Hildesheim die so genannten Schulpraktischen Studien (SPS) bereits im Grundstudium. Die angehenden Grund-, Haupt- und Realschullehrer verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Studienzeit bereits an ihrem künftigen Arbeitsplatz, nämlich im Klassenzimmer, und das vom ersten Semester an.

"Durch die simultane Einführung in Theorie und Praxis ermöglichen wir den Studierenden zugleich den schrittweisen Wechsel von der Schüler- in die Lehrerrolle", sagt Dr. Margitta Rudolph, Vizepräsidenten für Studienangelegenheiten und Fort- und Weiterbildung. "Im Rahmen der ‚Schulpraktischen Studien‘ in den ersten beiden Semestern haben die Studierenden Gelegenheit, unterrichtliche und erzieherische Verhaltensweisen in konkreten Situationen zu beobachten, zu planen, zu trainieren und zu reflektieren." Ein Klassenlehrer als Mentor und ein Dozent der Uni als Tutor betreuen jeweils eine Gruppe von sieben bis neun Studierenden. Zunächst lernen sie, die Schüler systematisch zu beobachten und sich ein Bild von ihnen zu machen. In einem zweistündigen "Theoriebaustein" werden dann die ersten Unterrichtsstunden vorbereitet. Jeweils einer der Studierenden hält sie ab, die übrigen verfolgen das Geschehen zusammen mit dem Mentor. Nach Ende der Stunde wird diese gemeinsam analysiert und reflektiert. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bei der Gestaltung der folgenden Stunde verwertet. "Jeder im Team profitiert von den Erfahrungen der anderen - insofern ist es egal, ob man seine Stunde am Anfang oder am Ende des Semesters hält", resümiert die Studentin Dinda Fatah.

Eine derartige Verzahnung von Theorie und Praxis zeichnet das Studium an der Stiftungsuniversität Hildesheim aus. Seit 25 Jahren wird das "Hildesheimer Modell" praktiziert, es ist zu einem Markenzeichen der Universität geworden. Der Wert des Theorie-Praxis-Konzepts für die Qualität des Studiums zeigt sich in der 2. Phase der Ausbildung. Gegenüber Absolventen aus anderen Studienorten schneiden die Hildesheimer in den Prüfungen besser ab.

Dieser Erfolgsbilanz ist es zu verdanken, dass die Praxisphasen auch nach der Integration der Lehramtsausbildung in die Bachelor-/Master-Struktur beibehalten werden. Eine Vereinbarung mit dem Kultusministerium war nötig, um die auf den Lehrerberuf zugeschnittenen schulpraktischen Anteile auch im berufsübergreifend ausgelegten Bachelor-Studium zu erhalten.

Wer also merkt, dass ihn zwar das Fach interessiert, er aber Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit Kindern hat, dem stehen im neuen Lehramtsstudium jetzt noch andere Möglichkeiten offen. Denn alle Absolventen der fachwissenschaftlichen Variante können nach dem Abschluss des Bachelorstudiums direkt z. B. in der Erwachsenenbildung arbeiten oder ein anders als auf Schule ausgerichtetes Masterstudium wählen. Hier gibt es Angebote u. a. in der Erziehungswissenschaft oder der Organisations- und Sozialpädagogik.

Je nach dem gewählten ersten Studienfach wird nach erfolgreichem Abschluss des Bachelorstudiums der Titel Bachelor of Arts oder Bachelor of Science verliehen. Mit dem erfolgreichen Abschluss der lehramtspezifischen Variante des Bachelor-Studiengangs können die Absolventen sich für den Master-Studiengang Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen bewerben, der mit dem Titel Master of Education abschließt. Mit dem Master-Abschluss können sich die Absolventen dann für das Referendariat bewerben.

Neue Angebote im Fort- und Weiterbildungsbereich an der Stiftungsuniversität Hildesheim sollen zudem die erste Ausbildungsphase mit weiterführenden Phasen enger verbinden und passgenauer machen. 600 - 800 Lehrende an Allgemeinbildenden Schulen werden jährlich nach ihren Fort- und Weiterbildungswünschen befragt. Diese Ergebnisse in Kombination mit den Reformbestrebungen des niedersächsischen Kultusministeriums führen zu einem breiten Angebotsspektrum, das sowohl in Großveranstaltungen wie den "Hildesheimer Pädagogischen Tagen" oder dem kürzlich stattgefundenem "Grundschultag" zur Verfügung gestellt wird und auch in speziellen Kompakt- bzw. Einzelangeboten abfragbar ist. Ab Januar 2006 können Lehrerinnen und Lehrer, Referendare und Studierende diese Angebote unter www.uni-hildesheim.de abrufen.



Kontakt: Dr. Margitta Rudolph
rudolph(at)uni-hildesheim.de


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