Neues entdecken: Didrik-Pining-Fellowship

Dienstag, 19. April 2016 um 19:27 Uhr

Jetzt bewerben: Auslandsstipendien für Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Seefahrer Didrik Pining soll Amerika entdeckt haben – 19 Jahre vor Kolumbus. Die Universität vergibt jährlich Reisestipendien. Bewerbungen sind bis Ende April möglich. Stipendiatinnen geben Einblicke, warum sie sich auf internationales Terrain begeben.

Für Julia Speckmann ging es mit dem Didrik-Pining-Fellowship nach Marseille. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die neue Kontakte zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen und Hochschulen aufbauen oder bestehende Kontakte intensivieren möchten, können sich um Reisestipendien bewerben. Die Stiftungsuniversität Hildesheim fördert mit den Didrik-Pining-Fellowships auch die Weiterqualifikation von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Pro Fachbereich und Studienjahr kann ein Stipendium vergeben werden.

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich bis zum 30. April bewerben [Details finden Sie unten].

Warum sie sich auf internationales Terrain begeben – Isa Lange hat bei drei Stipendiatinnen nachgefragt. Eine Wissenschaftlerin hat den mehrwöchtigen Auslandsaufenthalt zum Beispiel genutzt, um in der Pariser Nationalbibliothek Originalquellen über die Elektrifizierung des Theaters zu studieren. 

„Blick über den Tellerrand“

Miriam Höller, 28, untersucht in ihrer Dissertation an der Universität Hildesheim die Wechselwirkungen von Kultur- und Technikgeschichte im 19. Jahrhundert.

„Acht Wochen verbringe ich am Pariser Forschungszentrum ‚Laboratoire de Philosophie et Histoire des Sciences‘ und an der Université Paris-Diderot. Ich forsche zur Elektrifizierung des Theaters. Das Stipendium ermöglicht mir, über den Tellerrand zu blicken.

Ich vergleiche die Entwicklung in Frankreich und Deutschland. Wichtige Impulse gingen von Frankreich aus: Paris war als ‚Stadt des Lichts‘ und als Austragungsort der ersten internationalen Ausstellung für Elektrizität 1881 sowie der Weltausstellungen maßgeblich im Elektrifizierungsprozess.

Während meines Aufenthaltes studiere ich Publikationen und Quellen, die in der Nationalbibliothek (siehe Foto) aufbewahrt werden. Besonders beeindruckend: Ich erhalte die Chance, in der Bibliothek der Opéra Garnier zu forschen. In der weltbekannten Pariser Oper brannte 1849 erstmals elektrisches Licht. An diesem Ort vertiefe ich mich in die Originalquellen. Ich fahre mit neuen Erkenntnissen und Denkanstößen zurück nach Hildesheim.“

„Weiterhin mit den kanadischen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten“

Dr. Tamara Thomsen, 33, hat in ihrer Dissertation untersucht, wie Kinder und Jugendliche lernen, sich von nicht erreichten Zielen zu lösen und sich an neue anpassen. Während des Forschungsaufenthalts in Kanada ging es um erwachsene Probanden.

„Ich wirke in Montréal an einer Paarstudie mit, werte Daten aus und halte einen Vortrag in New York. Wenn sich Beziehungskonflikte negativ auf das Wohlbefinden eines Partners auswirken, dann ist es der andere Partner, der im Idealfall kompensiert.

Ich möchte weiterhin mit den kanadischen Psychologinnen und Psychologen zusammenarbeiten. Das Didrik-Pining-Stipendium eröffnet mir einen Weg, meinen Forschungsschwerpunkt auszuweiten, zumal die internationale Kooperation nicht nur neue Publikationsideen bietet, sondern auch zu einem Austausch zwischen der Universität Hildesheim und Montréal beiträgt.“

„In Marseille bereite ich ein Forschungsatelier über Kulturpolitik in der Mittelmeerregion vor“

Julia Speckmann, 35, berät Studierende auf dem Hildesheimer Kulturcampus rund um den Berufseinstieg.

„Während meines Aufenthalts in Frankreich recherchiere ich vor Ort in Marseille, was sich auf dem Arbeitsfeld Kultur tut. Die Nähe zu unserer französischen Partneruni ist ideal, so kann ich gleichzeitig die Studierenden im deutsch-französischen Doppelmaster bei ihrem Semesterstart begleiten. Das Reisestipendium nutze ich auch, um ein Forschungsatelier des UNESCO-Lehrstuhls über Kulturpolitik in Europa und der Mittelmeerregion vorzubereiten.

Kurz erklärt: Was ist das Didrik-Pining-Fellowship?

Zum Aufbau neuer, auf Nachhaltigkeit angelegter Kontakte zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen und Hochschulen oder zur Intensivierung bestehender Kontakte vergibt die Stiftung Universität Hildesheim seit 2013 jährlich Reisestipendien an Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit soll zugleich deren Weiterqualifikation besonders befördert werden.

Der Auslandsaufenthalt muss in der vorlesungsfreien Zeit liegen und kann vier bis acht Wochen umfassen. Wer sich für ein Stipendium interessiert, kann Reisemittel in Höhe von bis zu 3000 Euro pro Aufenthalt beantragen. Voraussetzung ist die Einladung durch eine Hochschule im Ausland. Pro Fachbereich und Studienjahr kann ein Stipendium vergeben werden. Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich bis zum 30. April bewerben. Weitere Informationen zur Bewerbung findet man online.

Wer war Didrik Pining?

Didrik Pining – geboren um 1428 in Hildesheim, gestorben um 1490 in Vardø/Norwegen – war ein Seefahrer. Im Jahr 1473 soll er Amerika entdeckt haben – 19 Jahre vor Christoph Kolumbus.