Neu an der Uni: Professor für Sozialphilosophie

Montag, 25. April 2016 um 12:25 Uhr

Andreas Hetzel beschäftigt sich in der Forschung mit Vertrauen, Macht, Liebe und dem Scheitern des Sozialen. Wer ist der neue Professor? „Praktische Philosophie hat mit Alltag zu tun, ist auf Handlung bezogen und bedeutet auch kritische Zeitgenossenschaft“, sagt der Hildesheimer Philosophieprofessor.

Radfahrt zum Kulturcampus Domäne Marienburg. Auf der mittelalterlichen Burganlage befassen sich etwa 1100 Studierende praktisch (etwa auf der Bühne im Burgtheater) und theoretisch (im Seminarraum) mit Theater, Medien, Musik, Kunst, Philosophie und Literatur. Hier lehrt Andreas Hetzel. Er richtet gerade sein Büro ein, auf der einen Seite des Gebäudes blickt man auf Hühner, eine Weide mit Pferden, das Flüsschen Innerste. Auf der anderen Seite geht es raus auf den Campus.

Der Professor für Sozialphilosophie beschäftigt sich in seiner Forschung mit Vertrauen, Macht, Anerkennung, Liebe und Angst, Hass, dem Scheitern des Sozialen. „Praktische Philosophie hat mit Alltag zu tun, ist auf Handlung bezogen und bedeutet auch kritische Zeitgenossenschaft“, sagt der 51-Jährige.

„Philosophie beginnt mit dem Staunen“, sagt Hetzel und erinnert sich an einen wichtigen Moment in seinem Leben. „Wie kam ich zur Philosophie? Ich habe in meiner Schulzeit eine Vorlesung von Hans Blumenberg besucht und nichts verstanden. Ich hatte aber das Gefühl: Genau das sind die Fragen, mit denen ich mich beschäftigen möchte. Philosophie ist an der Universität in Hildesheim mit den künstlerischen Fächern verbunden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen.“

Gerade schreibt Andreas Hetzel ein Buch über die „Ethik der Biodiversität“. Die Artenvielfalt geht weltweit zurück. Wann und wie können wir eine Art schützen? „Es liegt in der Verantwortung des Menschen. Wir wissen, was wir tun. Wir können in der Umweltbildung ansetzen, Umweltschutz geht auf Erfahrungsprozesse zurück. Kinder können heute mehr Automarken aufzählen, als Arten.“

Andreas Hetzel freut sich, wieder in Deutschland zu lehren und zu forschen. Bevor er den Ruf auf die Professor in Hildesheim erhielt, war Andreas Hetzel Professor für Philosophie an der Fatih-University Istanbul und vertrat an der Universität Magdeburg eine Professur für Kulturphilosophie. Unter anderem war er Gastprofessor am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Klagenfurt und am Institut für Philosophie der Universität Wien. Der Philosoph habilitierte sich mit einem Vortrag über die „Begründungsprobleme einer Umweltethik“ und einer Arbeit zum Thema „Rhetorisches Sprachdenken. Eine Pragmatik jenseits der Handlungstheorie“ an der TU Darmstadt. Andreas Hetzel hat Philosophie, Germanistik, Skandinavistik und Publizistik in Münster und Frankfurt am Main studiert.

Wer ist der neue Professor? Öffentliche Antrittsvorlesung am 27. April 2016

Am Mittwoch, 27. April 2016, gibt Prof. Dr. Andreas Hetzel einen Einblick in seine Arbeit. In der öffentlichen Antrittsvorlesung spricht der Professor für Sozialphilosophie zum Thema „Exodus und Politik“. Andreas Hetzel erläutert, wie die biblische Exodus-Erzählung in der Neuzeit immer wieder revolutionäre Bewegungen inspiriert hat und wie sich Formen politischen Widerstands auch unter noch modernen Bedingungen mit religiösen Erlösungshoffnungen verbinden. Die Antrittsvorlesung ist öffentlich und beginnt um 18:00 Uhr auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim (Aula, Hohes Haus).

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)


Professor Andreas Hetzel lehrt und forscht am Institut für Philosophie auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim. Ankommen in Hildesheim: Der Schreibtisch von Andreas Hetzel. Ein angespitzter Bleistift und ein Lineal zum Unterstreichen von Texten sind immer parat. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim