M.Sc. Kai Hobritz und Dr. Wiebke von Bernstorff erhalten Preise für hervorragende Lehre

Donnerstag, 27. Juni 2024 um 15:02 Uhr

Jedes Jahr verleiht die Universität Hildesheim Preise für besondere Leistungen in Forschung und Lehre. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die geleistete Arbeit der Preisträger*innen aus. Zusätzlich wird der mit 500 Euro dotierte Nachhaltigkeitspreis durch das Green Office verliehen. Den Preis für hervorragende Lehre teilen sich in diesem Jahr M.Sc. Kai Hobritz und Dr. Wiebke von Bernstorff.

Kai Hobritz erhält den Preis für zwei Lehrveranstaltungen

„Er motiviert mit Humor und Charisma“, schreibt eine Teilnehmerin der Lehrveranstaltung „Vegetation Mitteleuropas“ und fasst somit in einem Satz zusammen, was die Lehrveranstaltungen von Kai Hobritz ausmache, denn jemand anders schrieb: „Daraus resultiert nämlich eine Umgebung, in der sich alle trauen etwas zu fragen, zu sagen oder Kritik an der dozierenden Person zu üben. Bisher haben sich tatsächlich alle teilnehmenden Personen schon an der Vorlesung beteiligt, wodurch diese fast einen Seminarcharakter besitzt. Ich habe selten in einer Vorlesung oder einem Seminar so viel gelernt wie hier.“

Direkt nach der Preisverleihung sagt der Dozent: „Den Preis empfinde ich als große Honorierung meiner eigenen Arbeit in der Lehre, insbesondere weil er auf Initiative der Studierenden verliehen wird. Eine persönliche Empfindung von mir als Nachwuchswissenschaftler ist, dass man oft zu hören bekommt, was letztendlich für die Karriere zählt, sei Forschungsoutput. Mir war es immer wichtig, die Studierenden in der Lehre mitzunehmen, zusammen Spaß zu haben und zu sehen, wie sie im Rahmen der Seminare und Vorlesungen wachsen“.

Besonders an Kai Hobritz ist sein vielversprechender, noch junger Werdegang: Am Institut für Biologie und Chemie ansässig, arbeitet er derzeit an seinem Promotionsvorhaben „Habitat preferences, drivers of local extinction and resulting management strategies for the fen orchid (Liparis loeselii) in Brandenburg“. Aus diesem leitet sich der starke Praxisbezug ab, der in allen Empfehlungen von Seiten seiner Studierenden Würdigung findet. Anhand der Verknüpfung von Theorie und Praxis demonstriert Kai Hobitz auch in der zweiten ausgezeichneten Lehrveranstaltung „Vegetationskundliches Monitoring in der Naturschutzpraxis“ sein Faible für Innovation: Denn er erschließt gemeinsam mit seinen Student*innen nicht nur anerkannte, sondern auch neue und interdisziplinäre wissenschaftliche Methoden und teilt auf diesem Wege die Begeisterung für seine Disziplin.

Dr. Wiebke von Bernstorff gibt ihren Studierenden Lehren fürs Leben mit auf den Weg

„Ich freue mich total und fühle mich sehr geehrt, dass meine Studierenden mich dafür vorgeschlagen haben und die Jury mich ausgewählt hat“, betont die Dozentin. Für ihr Seminar „Theater in der Schule“ nominierten Studierende Wiebke von Bernstorff gleich fünf Mal für den Preis für hervorragende Lehre. Durch diese fünf Nominierungen zieht sich ein roter Faden: Wiebke von Bernstorff, eines ihrer Forschungsschwerpunkte ist „Theaterpädagogik und Darstellendes Spiel“, erhält den Preis unter anderem für die Lehren, die sie ihren Studierenden nachhaltig mit auf den Lebensweg als Ganzes mitgibt: „Das Seminar bei Frau Bernstorff war eine ganz besondere Erfahrung, die mich persönlich hat wachsen lassen“, schreibt etwa ein*e Student*in, denn „mit ihrer offenen und zugewandten Art, ihrer Fachkompetenz, ihrer Geduld und ihrem Ideenreichtum wurde ich durch Frau Bernstoff dazu angetrieben, meine Hemmungen beim Theaterspielen abzulegen und meine Komfortzone zu verlassen.“ Sie denkt über den Universitätskosmos hinaus, eine Führung durch das theater für niedersachsen wird zur Fußnote, denn viel relevanter ist: „Über die Inhalte des Seminars hinaus habe ich durch die Methoden und Übungen, die Frau von Bernstorff nutzte, erheblich an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein dazugewinnen können.“

Indem sie sich „immer wieder neu erfindet“, ist sie als Lehrperson bereit, gemeinsam mit ihren Lernenden neue Methoden zu erproben und somit kreative Schaffensprozesse anzuleiten und mit zu beschreiten, sodass sich „eine Pflichtveranstaltung nicht nur nach Arbeit, sondern nach einer Art Hobby anfühlte“. Besonders wichtig ist der Dozentin die Freude am Lernen aufrechtzuerhalten: „Gemeinsames Lernen, wirklich gemeinsam – ich mit den Studierenden, die Studierenden mit mir und wir gemeinsam mit der Materie. Und Spaß, denn dann lernt man besser!“

Eindrücke vom Dies Academicus als Diashow (Zum Abspielen auf das Foto klicken)

Die Auswahl aus 135 Vorschlägen und 62 nominierten Dozierenden

Die Jury zur Vergabe des Preises bestand aus zwei Studierenden der Fachbereiche 1 und 2 sowie den Studiendekaninnen der Fachbereiche 3 und 4. Prof. Dr. Jürgen Sander, der Vizepräsident für Lehre und Studium erläutert die diesjährige Auswahl: „Weitere von der Jury als hervorragend eingestufte Vorschläge galten Prof. Jörg Bölling, Prof. Kristian Folta-Schoofs und Tobias Ahlgrim. In der engeren Wahl um den Lehrpreis fanden sich somit Lehrende aus allen Statusgruppen, insbesondere auch professorale Lehrende, die teilweise über Jahre hinweg immer wieder für den Preis vorgeschlagen worden sind. Gleichwohl fiel die Wahl auf zwei Lehrkräfte aus dem sogenannten Mittelbau. Neben dieser Gemeinsamkeit unterscheiden sich die beiden natürlich in ihren fachlichen Ausrichtungen im Bereich Theaterwissenschaft und Literatur beziehungsweise im Feld Umweltsicherung und Naturschutz, aber auch in den Lehrformaten und ihren hochschuldidaktischen Konzepten“.

Viten der Preisträger*innen

Von 2013 bis 2016 absolvierte Kai Hobritz das Bachelorstudium „Landschaftsökologie und Naturschutz“ mit den Schwerpunkten Pflanzenökologie und Schutzgebietsmanagement an der Universität Greifswald. Danach wechselte er an die Universität Hildesheim, wo er ein Masterstudium im Fach „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ mit dem Schwerpunkt angewandter Naturschutz anknüpfte. Bereits in seiner Masterarbeit befasste Kai Hobritz sich mit der Flora in Brandenburg, denn er verfasste sie über: „Potentiale extensiver Wasserbüffelbeweidung für die Erhöhung der Phytodiversität eines degradierten Quellmoorkomplexes im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg)“

Wiebke von Bernstorff, die 1995 ihr Diplom in Kulturpädagogik in Hildesheim ablegte, schloss nach einigen Jahren in der Erwachsenenbildung, in denen sie im Bildungshaus Zeppelin in Goslar die Internationale Sektion leitete, 2005 ihre Promotion in Göttingen mit dem Thema „Fluchtorte: Die mexikanischen und karibischen Erzählungen von Anna Seghers“ ab. Seit 2005 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur in Hildesheim tätig.

Weitere Preisverleihungen im Rahmen des Dies Academicus 2024


Fotos: Clemens Heidrich