Mit Vielfalt umgehen

Samstag, 10. Dezember 2011 um 11:19 Uhr

„Große Hoffnungen beruhen darauf, mehr Migranten für den Lehrerberuf zu gewinnen. Doch auch deutsche Studenten müssen lernen, besser mit der Vielfalt im Klassenzimmer umzugehen", fasst Lisa Becker in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zusammen. Anfang Dezember informierten sich 30 Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an der Stiftung Universität Hildesheim über das Lehramtsstudium. Auch Yasin Yilmaz nahm am Schülercampus teil.

Yasin Yilmaz, dessen Vater mit 16 Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, möchte Grundschullehrer werden. Er hat auf einem Gymnasium in Bad Gandersheim erfolgreich sein Abitur absolviert und informierte sich beim viertägigen Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer" über den Lehrerberuf und das Lehramtsstudium. An der Stiftung Universität Hildesheim lernte er den Uni-Alltag kennen, besuchte lehramtsbezogene Lehrveranstaltungen und sprach mit Experten, Studierenden und Lehrern mit und ohne Migrationshintergrund über den Lehrerberuf. Der Abiturient nahm auch an den Schulpraktischen Studien teil. Lehramtsstudierende gehen in Hildesheim ab dem ersten Semester Freitagvormittags in die Schule. Die Universität arbeitet eng mit 250 Schulen aus der Region zusammen.

Alle Lehrerinnen und Lehrer, unabhängig von der Herkunft, sollten sensibilisiert werden, mit der Heterogenität im Klassenzimmer umzugehen, bekräftigt die Lehramtsstudentin Derya Akdag. „Sie sollten die Vielfalt als Chance begreifen, neue Sprachen und Kulturen kennenzulernen und dies nicht als Defizit und Problem abstempeln.“ Die 36-jährige Studentin ist in Hannover geboren und aufgewachsen, ihr Vater kam als Gastarbeiter Ende der 1960er Jahre nach Deutschland. An der Universität Hildesheim hat sie sich in ihrer Masterarbeit mit einem noch kaum erforschten Thema auseinandergesetzt: Sind Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund eine Antwort auf die Heterogenität im Klassenzimmer?

„Große Hoffnungen beruhen darauf, mehr Migranten für den Lehrerberuf zu gewinnen. Doch auch deutsche Studenten müssen lernen, besser mit der Vielfalt im Klassenzimmer umzugehen", urteilt Lisa Becker in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe vom 10./11.12.2011). „Auch im Lehramtsstudium der Universität Hildesheim spielt die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine große Rolle. Das soll in Zukunft noch verstärkt werden. So wurde gerade ein Lehrstuhl für Deutsch als Zweitsprache eingerichtet", heißt es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Am Institut für deutsche Sprache und Literatur wird künftig Prof. Dr. Elke Montanari lehren und forschen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Mehrsprachigkeit, Spracherwerb, Authentizität im Unterricht und Deutsch als Fremdsprache. Die Universität Hildesheim hat als eine der einzigen Hochschulen in Deutschland das Leitziel „Bildungsintegration" formuliert und ein Maßnahmenbündel aus einzelnen Projekten, Professuren, Studiengängen und Stipendienprogrammen initiiert.

Beitrag des NDR Fernsehen über den Schülercampus an der Stiftung Universität Hildesheim (gesendet am 01.12.2011, NDR)