Mehr Transparenz beim Klimaschutz: Niedersächsische Hochschulen entwickeln gemeinsames Bilanzierungstool

Montag, 1. Juni 2026 - 07:40 Uhr
Gruppe von Menschen sitzt auf einem Podium vor einer Leinwand
Umweltstaatssekretärin Anka Dobslaw und Hochschulstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Schachtner bei der Podiumsdiskussion „Klimaschutz wirksam steuern – zur Rolle von Nachhaltigkeitscontrolling in der Zukunft“

Zwölf Hochschulen in Niedersachsen, darunter die Universität Hildesheim, haben gemeinsam einen landesweit einheitlichen Rahmen für die Bilanzierung ihrer Treibhausgasemissionen entwickelt. Das zentrale Ergebnis des dreijährigen Projekts COUNTS, an dessen Steuerung das Green Office der Universität Hildesheim maßgeblich beteiligt war, ist ein webbasiertes Bilanzierungstool, das allen niedersächsischen Hochschulen ab sofort zur Verfügung steht. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz förderte das Projekt.

„Das neue Bilanzierungstool ermöglicht eine einfachere und einheitliche Erfassung unserer Treibhausgasemissionen und bildet damit die Grundlage für Klimaschutz an unserer Universität,“ betont Katalin Kuse, Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz an der Universität Hildesheim und Teil des Koordinationsteams von COUNTS. 

Auch aus Sicht der Universitätsleitung ist das Projekt ein bedeutender Schritt: „Wir können uns so in Zukunft noch besser auf effiziente und effektive Klimaschutzmaßnahmen konzentrieren, denn Nachhaltigkeitscontrolling sollte kein Selbstzweck sein,“ so Dr. Markus Gelhoet, Hauptamtlicher Vizepräsident der Universität Hildesheim.

Umweltstaatssekretärin Anka Dobslaw bezeichnet das COUNTS-Projekt als „einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur treibhausgasneutralen Landesverwaltung”. Das Projekt zeige, „dass es gerade bei Hochschulen ein hohes Bewusstsein für die eigene Rolle bei der Verursachung von Treibhausgasemissionen gibt und eine große Bereitschaft, die notwendige Grundlagenarbeit zu leisten, um diese in Zukunft zu reduzieren.”

Hochschulstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Schachtner aus dem Wissenschaftsministerium ergänzt: „Das Projekt COUNTS zeigt, wie Nachhaltigkeit an Hochschulen wirksam umgesetzt werden kann: mit verlässlichen Daten, gemeinsamen Standards und praxisnahen Verfahren. Klimaschutz braucht nicht nur Überzeugung, sondern auch belastbare Entscheidungsgrundlagen. COUNTS schafft diese Transparenz, reduziert Aufwand durch das gemeinsame Tool und stärkt zugleich die Autonomie der Hochschulen. So wird Nachhaltigkeitscontrolling zu einem echten Steuerungsinstrument.“

Nach Abschluss der aktuellen Projektlaufzeit finanziert die Universität Oldenburg einen Stellenanteil für weitere zwei Jahre, um das Bilanzierungstool weiterzuentwickeln und in die Breite zu tragen.

Weitere Informationen
Die niedersächsische Landesverwaltung ist nach §3 des Klimagesetzes verpflichtet, bis 2035 klimaneutral zu werden. Die Hochschulen nehmen dabei als Teil der Landesverwaltung eine besondere Vorbildfunktion ein. Das Netzwerk Nachhaltigkeit Niedersächsischer Hochschulen (HochNiNa) fördert seit 2018 die hochschulübergreifende Zusammenarbeit von Nachhaltigkeitsbeauftragten und Klimaschutzmanager*innen. COUNTS hat als erstes Drittmittelprojekt die Kooperation und Professionalisierung im Netzwerk weiter gestärkt.

Hier gibt es mehr Details zu COUNTS.