Mit Freude an komplexen Fragen: Jana Costa ist Professorin für Nachhaltigkeitsbildung
Mittwoch, 27. Mai 2026 - 10:27 Uhr
Prof. Dr. Jana Costa lehrt und forscht seit 2026 am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim. Das Thema Nachhaltigkeitsbildung begleitet sie seit ihrem Bachelorstudium, durch Master, Promotion und Postdoc bis hin zur Professur. In Forschung und Lehre verbindet sie empirische Bildungsforschung mit theoretisch-reflexiven und interdisziplinären Perspektiven auf Nachhaltigkeitsbildung.
Costa erforscht, wie Bildung im Kontext von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Transformationsprozesse theoretisch gefasst und empirisch erforscht werden kann. Zu ihren Schwerpunkten zählen Lehrkräfteprofessionalität, Schulentwicklung und informelles Lernen. Dabei untersucht sie unter anderem, wie Menschen sich außerhalb formaler Bildungsinstitutionen mit Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen. „Wir haben in einer großen Bevölkerungsumfrage gezeigt: Wenn man Erwachsene dazu befragt, mit was sie sich in ihrem Alltag beschäftigen, dann geben nur zwölf Prozent der Befragten Themen mit expliziten Nachhaltigkeitsbezug an. Die meisten von ihnen ökologische Themen wie erneuerbare Energie oder alternative Mobilitätformen. Mich interessiert, wann und warum solche Themen relevant werden, in welchen sozialen Kontexten sie aufgegriffen werden und unter welchen Bedingungen daraus veränderte Handlungspraktiken entstehen, aber auch, wo nicht-nachhaltige Routinen beiläufig gelernt und verfestigt werden“
Bereits in ihrer Bachelorarbeit setzte Costa sich mit Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinander. Promoviert hat sie im Drittmittelprojekt Kultur in der Lehrkräftebildung, anschließend forschte sie als Postdoktorandin am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg.
An der Universität Hildesheim reizen sie besonders die interdisziplinären Arbeitszusammenhänge. Die Verortung am Institut für Biologie und Chemie versteht sie als Möglichkeit, Fragen von Nachhaltigkeit und Bildung aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu bearbeiten und zusammenzudenken.
Besonders begeistert ist Costa von den Studierenden: „Sie haben wirklich Lust, vertieft über Nachhaltigkeitsfragen und die Rolle von Bildung in gesellschaftlichen Transformationsprozessen zu diskutieren.“
In ihrer Lehre setzt Costa auf Beteiligung, Projektarbeit und gesellschaftliche Öffnung. „Es geht nicht nur darum, in kleinen Seminaren Referate zu halten, sondern wirklich auch nach außen zu gehen.“ Studierende sollen eigene Projekte entwickeln, Bildungsformate ausprobieren und mit externen Akteur*innen zusammenarbeiten.
Für Costa soll dabei auch die Freude an der Wissenschaft nicht zu kurz kommen: „Die Begeisterung für Fragen von Bildung und Nachhaltigkeit hat mich immer sehr getragen. Wissenschaft bedeutet für mich dabei auch, Fragen auszuhalten und weiterzuverfolgen, auf die es keine einfachen Antworten gibt und gerade dort weiterzuforschen, wo einfache Erklärungen zu kurz greifen.“