Mehr Anstrengungen gefordert

Mittwoch, 23. Januar 2013 um 21:56 Uhr

Prof. Dr. Johannes Michalak forscht an der Universität Hildesheim zu Präventions- und Behandlungsmethoden von Burnout und Depression. Der persönliche und volkswirtschaftliche Schaden ist immens. Das NDR Fernsehen hat die Forschergruppe der Uni Hildesheim besucht und berichtet über die Zusammenarbeit mit Kliniken vor Ort.

Prof. Dr. Johannes Michalak fordert mehr Anstrengungen, um Burnout und Depressionen entgegenzuwirken. Maßnahmen müssen „auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen“, so der Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hildesheim. Eine Strategie sei, bei den Arbeitsbedingungen in den Betrieben anzusetzen. „Indem man zu hohe Arbeitsverdichtung vermindert, wertschätzend im Arbeitsteam miteinander umgeht und Gesundheit durch entsprechende Angebote fördert“, sagt Michalak, der zu Präventions- und Behandlungsmethoden von Burnout und Depression forscht.

Psychische Erkrankungen führen immer häufiger in die Frührente. Zahlen der Deutschen Rentenversicherung vom Januar 2013 zeigen: Im Bundesland Niedersachsen liegt der Anteil der Erwerbsminderungsrenten, die Arbeitnehmer wegen psychischer und Verhaltensstörungen beantragten, bei rund 40 % (bundesweit bei 41 %). Wenn emotionale Erschöpfung, Überforderung und zunehmende Frustration über längere Zeit anhalten und Erholungszeiten nicht zu einer Regeneration führen, ist das Risiko erhöht, dass sich eine psychische Erkrankung wie eine Depression entwickelt. „Fehlzeiten und frühzeitige Berufsunfähigkeit sind die Folge.“ Der persönliche und volkswirtschaftliche Schaden sei immens, so Michalak.

Über 200 Wissenschaftler, Psychologen und Ärzte diskutieren in dieser Woche auf einer zweitägigen Konferenz in Hildesheim über Möglichkeiten der Prävention und Behandlung. Die Tagung ist zugleich die Auftaktveranstaltung für das „Zentrum für Gesundheit". Dabei kooperieren die Universität Hildesheim, das AMEOS Klinikum und das Klinikum Hildesheim, um Forschung, Lehre und Patientenversorgung im Raum Hildesheim stärker zu verzahnen. Projekte zur Förderung der psychischen Gesundheit in Betrieben der Region sollen entwickelt, im Psychologiestudium können praxisorientierte Vertiefungen angeboten werden. „Wir wollen die Studierenden für das Fach, für eine klinische Tätigkeit am Patienten, begeistern und ihnen während des Studiums Einblicke in den Klinikalltag ermöglichen", sagt Dr. Christian Tettenborn, stellvertretender Ärztlicher Direktor des AMEOS Klinikums.

Forschung zu „Burnout". Uni Hildesheim kooperiert mit Krankenhäusern, Filmbeitrag von Antje Schmidt in den Sendungen Hallo Niedersachsen und Niedersachsen 18:00 (NDR Fernsehen, 23.01.2013)

„Gute Balance aus Arbeit und Entspannung schützt vor Burnout", dpa, Autor David Kluthe, 22.01.2013

Presseinformation zur Fachtagung