Mathematische Konzepte in der Praxis nutzen: Alexander Fuchs-Kreiß ist Professor für Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik
Montag, 15. Juni 2026 - 08:02 Uhr
Alexander Fuchs-Kreiß ist seit diesem Jahr Professor am Institut für Mathematik, Mathematikdidaktik und Informatikdidaktik der Universität Hildesheim. Hier erweitert er die Expertise im Schwerpunkt Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik. Konkret forscht Fuchs-Kreiß zu statistischen Netzwerkmodellen und deren mathematischen Eigenschaften.
Statistische Netzwerkmodelle haben viele Anwendungsbeispiele in der Praxis, unter anderem das Verhalten von Social-Media-Accounts, aber auch Aktienverkäufe oder sogar Gehirnareale können mathematisch beschrieben werden. Fuchs-Kreiß veranschaulicht das am Beispiel Social Media: „Welche Accounts schicken sich Privatnachrichten, welche Parameter führen dazu, dass sie dies eher tun? Welche statistische Rolle spielen Interessen, Alter, geografische Standpunkte, veröffentlichte Zeitungsartikel und Zeitzonen dabei, wer wann etwas postet?“ Er modelliert mathematisch, wie diese Knoten (zum Beispiel Accounts) in punktuellen Ereignissen (zum Beispiel Reposts) miteinander interagieren und welche statistisch signifikanten Abhängigkeiten sich beobachten lassen.
Vereinfacht gesagt untersucht der Mathematik-Professor also Modelle, die dann wiederum von anderen Disziplinen inhaltlich interpretiert werden können. So erarbeitet er derzeit gemeinsam mit seiner Frau und Linguistik-Juniorprofessorin Dr. Julia Fuchs-Kreiß eine Studie zum Thema Hassrede auf Social Media.
Nach dem Abitur in Wolfenbüttel studierte Fuchs-Kreiß in Darmstadt und Bristol Mathematik, promovierte 2019 in Heidelberg und war als Postdoc in Belgien, England und Mannheim. Schließlich zog es ihn als Juniorprofessor nach Leipzig und nun nach Hildesheim ans Institut für Mathematik, Mathematikdidaktik und Informatikdidaktik.
Zur Zeit forscht Fuchs-Kreiß daran, wie man erkennen kann, ob einzelne Knoten eines Netzwerkes aufeinander reagieren. Neben der mathematischen Analyse schreibt er dafür Code und generiert künstliche Daten. Ziel ist es, eine Schätzmethode zu entwickeln, die eine statistische Signifikanz anzeigen kann.
„Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sind für mich die Bereiche, die theoretische Mathematik und Praxis sehr gut verknüpfen“, erklärt Fuchs-Kreiß. Diese Vernetzung von Theorie und Praxis ist ihm auch ein Anliegen, das er in die Lehre trägt. Er freut sich darauf, hier in Hildesheim an der Lehrkräfteausbildung beteiligt zu sein und die Lehrer*innen von morgen auszubilden. Mitgeben möchte er ihnen vor allem: „Mathematische Konzepte können in der Praxis wirklich genutzt werden!“