Kunst vermitteln und Campusleben erkunden

Mittwoch, 06. Januar 2016 um 10:30 Uhr

60 junge Erwachsene vom „Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur" sind zu Gast an der Universität Hildesheim: Gemeinsam mit Studierenden der Kulturwissenschaften besuchen sie Seminare, hören Vorträge und lernen so den Uni-Alltag kennen. „Während der Bildungstage geben wir einen Einblick in das Studien- und Berufsziel Kultur", sagt Julia Speckmann vom Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation.

Vom 11. bis 13. Januar 2016 werden zum neunten Mal knapp 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur" (FSJ) aus allen Regionen Deutschlands zu Gast in der Universität Hildesheim sein. Sie bekommen dort einen Einblick in die kulturvermittelnden Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Szenische Künste, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Philosophie-Künste-Medien.

Im FSJ Kultur engagieren sich junge Menschen zwischen 16 bis 27 Jahren für ein Taschengeld in Museen und Theatern, in Medientreffs und Kunstschulen, in Bibliotheken und Gedenkstätten, in Musikeinrichtungen oder soziokulturellen Zentren, erklärt Julia Speckmann. „Die Jugendlichen sind dort in den ganz normalen Arbeitsalltag integriert und bereichern das Programm mit einem eigenständigen Projekt. Diese Tätigkeiten im Kulturbereich passen perfekt zu unseren Hildesheimer Studiengängen. Während der Bildungstage geben wir einen Einblick in das Studien- und Berufsziel Kultur", so Speckmann. Sie vermittelt Praktika und informiert an der Universität über Arbeitsfelder für Kulturschaffende.

Gemeinsam mit Studierenden der Kulturwissenschaften besuchen die Freiwilligen Seminare und Vorlesungen, hören Vorträge und bekommen einen Einblick in die Hildesheimer Projektarbeit. So lernen sie die künstlerische und die wissenschaftliche Seite dieser Studiengänge kennen, sagt Julia Speckmann.

Sibel Bicer hat vor einem Jahr an den Bildungstagen an der Hildesheimer Universität teilgenommen. „Ich entfliehe dem Hamburger Sturm und fahre nach Hildesheim. Hier stürmt es auch, ich mache mich auf den Weg zur Domäne. Zu dem Zeitpunkt ist mir noch gar nicht klar, was genau die Domäne ist. In dem Wort steckt etwas Mächtiges. Ich finde mich wieder in der Natur, ganz entspannt. Idylle statt Fülle in Form eines alten Bauernhofs, herrlich“, erinnert sich Sibel Bicer an die Tage an der Universität in Hildesheim. Die Hamburgerin hat während des FSJ-Kulturjahres Einblicke in die Organisation des Musikwettbewerbs „TONALi“ erhalten, der das Interesse von Kindern und Jugendlichen für klassische Musik, Komposition und Musizieren fördern möchte. In Hildesheim habe sie nun mehr über das Studium im Bereich Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus erfahren. „Unsere Mentorin hat uns Anekdoten aus ihrem Studentenleben erzählt. Dahinter verstecken sich wertvolle Tipps und unverfälschte Infos aus erster Hand. Ich fühle mich direkt wohl. Ich glaube das ist das Ausschlaggebende für die Bildungstage in Hildesheim. Den Campus mit  den Leuten, die hier studieren, zu erkunden, ist authentisch und überzeugt“, sagt Sibel Bicer.

Die Bildungstage sind eine Kooperation des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation“ der Stiftung Universität Hildesheim, für den das Institut für Kulturpolitik die Koordination übernimmt, und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V., dem Träger des FSJ Kultur in Niedersachsen, Hamburg und Bremen.

Nachgefragt: Marina Vowinkel, Studentin der Kulturwissenschaften und Mentorin während der Bildungstage gibt Einblicke in die Bildungstage an der Uni Hildesheim:

Montag: „Alles wird fleißig von uns vorbereitet: Kaffee und Tee gekocht, der Weg vom Bus bis zur Domäne mit Flatterband gekennzeichnet und Brötchen geschmiert. Denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des FSJ Kultur, die sich über die kulturwissenschaftlichen Studiengänge informieren wollen, kommen aus ganz Deutschland und haben zum Teil eine lange Anreise hinter sich. Nach und nach treffen sie ein und unsere Erfrischungen werden dankbar angenommen. Tatsächlich sind alle Regionen Deutschlands vetreten, von der Nordsee bis zum Bodensee. Nach ersten Informationen über die Uni und das künstlerisch-wissenschaftliche Studium erzählen wir Mentoren aus unserer studentischen Sicht von den verschiedenen Studiengängen und den damit verbundenen Aufnahmeprüfungen. Meine Gruppe ist unglaublich wissbegierig und begeistert von dem was sie erfährt. Wir geben einen Einblick in die Hildesheim-typische Projektarbeit: Vom Projektsemester über die jährlichen Festivals und freie Projekte von Studierenden stellen wir alles querbeet vor."

Dienstag: „Heute nehmen wir unsere Kleingruppen mit in Seminare. Von Erfahrungen mit der Stimme über ein Seminar über die Arbeitsfelder der Kulturvermittlung, Theaterwissenschaft, der Einführung ins elementare Schreiben zeigen wir den Jugendlichen einen bunten Mix des Lehrangebots. [...] Nach dem letzten Seminar geht es hoch zum Hauptcampus - ausgehungert verdrücken alle Pizza und die Improvisationsgruppe Sonntagsschüler spielen für uns. Danach heißt es für alle, die noch nicht supermüde sind, Hildeheim erkunden. In der Kufa ist an diesem Abend Jazzbar, wo wir auf ein Bier gemütlich den Tag ausklingen lassen."

Mittwoch: „Der letzte Tag. Nach dem Auschecken in der Jugendherberge geht es für ein vorerst letztes Mal zur Universität. Hier gibt es einen Einblick in das 1 x 1 des Kulturmanagements sowie in Berufschancen und Zukunftsaussichten der Absolventinnen und Absolventen. Nach einer Runde letzter Fragen gehen wir zum Mittagessen in die Mensa und alle reisen ab und verstreuen sich wieder in ganz Deutschland. Ich bin gespannt, wen man zur Aufnahmeprüfung wieder sehen wird!"

Wie es war in Hildesheim? Eine Teilnehmerin vom FSJ-Kultur hat einen Beitrag in ihrem blog veröffentlicht. Den Beitrag findet man hier: „'The Stage is yours!' – Hinterland Hogwarts Hildesheim“ (23.01.2016).


Einblicke in das Studien- und Berufsfeld Kultur: Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim befassen sich Studierende zum Beispiel mit Proben und Theaterinszenierungen, sie erforschen Schreibprozesse und untersuchen, wer Kultureinrichtungen besucht. Sie bereiten sich auf Prüfungen vor und kombinieren Theorie und künstlerische Praxis, zum Beispiel im Burgtheater der Uni. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim, Luftaufnahme/Theater: Andreas Hartmann