Kultusministerin Heister-Neumann gratuliert ersten Absolventinnen und Absolventen

Donnerstag, 04. März 2010 um 00:00 Uhr

Ein Fall für zwei! organization studies schließt Modellprojekt zur Qualifizierungen ständiger Vertreterinnen und Vertreter von Schulleitungen ab

Mit einer Feierstunde im Audimax der Stiftung Universität Hildesheim haben am Mittwoch 60 Schulleitungsvertreter in einem bundesweit einmaligen Qualifizierungsprojekt ihre 18-monatige Fortbildung erfolgreich abgeschlossen. Durch die eigenverantwortliche Schule erhält die Funktion "Stellvertretung" eine besondere Bedeutung. Die Stellvertretung ist Teil der Schulleitung mit einem ganz besonderen Aufgabenprofil. Hierzu gehört, die Prozesse der Schulentwicklung noch wirksamer zu initiieren, zu begleiten, zu fördern und zu evaluieren.

Im Flugzeug ist das Duo Pilot/Copilot selbstverständlich – in Schulen soll es Selbstverständlichkeit werden: Einerseits soll durch die ständige Stellvertretung die Schulleitung sinnvoll und überzeugend entlastet werden, andererseits soll gegenüber dem Kollegium und anderen schulischen Interessengruppen eine klar kommunizierte und förderliche 'Brückenfunktion‘ eingenommen werden, um die Prozesse der Schulentwicklung noch wirksamer zu initiieren, zu begleiten, zu fördern und zu evaluieren.
Unter Einbeziehung umfangreichen Sachverstands aus dem Gesamtsystem "Schule" und durch sukzessiven wissenschaftlichen Import wurde für die eigenverantwortliche Schule eine zukunftsweisende Leitungs-Konzeption schrittweise auf immer höherem Niveau entwickelt.
"Die Kombination von eigenen Führungsaufgaben und Vertretung ist eine besondere Konstellation und verlangt nach speziellen Fähigkeiten", sagte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann anlässlich der Feierstunde.
Niedersachsen hat mit der Stellvertreterqualifizierung neue Wege beschritten. Unter wissenschaftlicher Leitung der Universität Hildesheim – Organization Studies – und Mitwirkung des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft sowie Experten aus den unterschiedlichen Bereichen des Kultusressorts, konnte in eineinhalb Jahren ein Projekt für 60 dauerhafte Vertreterinnen und Vertreter als Teil der Schulleitungen erfolgreich abgeschlossen werden. Themenbereiche wie Führen und Steuern in Schulen, Qualitätsentwicklung und Projektmanagement sind Bestandteile des Programms.
Auf der Abschlussveranstaltung wurde die Stellvertretung zunächst aus einer historischen und einer modernen Perspektive beleuchtet: Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber erläuterte die theologische Sicht von Stellvertretung und die Pilotin der Lufthansa und Luftsicherheitsexpertin Christina Strohmeyer stellt das fliegerische Verständnis von ständiger Vertretung im Cockpit dar. Anschließend stellte der wissenschaftliche Leiter Dr. Herbert Asselmeyer von der Universität Hildesheim die umfangreichen Forschungsergebnisse vor, ausgehend von der These, dass Erfolg eigenverantwortlicher Schulen maßgeblich davon abhängt, wie sie geführt werden. Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten die 60 qualifizierten ständigen Vertreter ihre Zertifikate. Das Projekt bildet die Grundlage für weitere Qualifizierungsprogramme für Führungskräfte an Niedersachsens Schulen.