JProf. Dr. Johanna Fleckenstein erhält Hurwitz-Preis für hervorragende Forschung

Dienstag, 25. Juni 2024 um 22:55 Uhr

Jedes Jahr verleiht die Universität Hildesheim Preise für besondere Leistungen in Forschung und Lehre. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die geleistete Arbeit der Preisträger*innen aus. Zusätzlich wird der mit 500 Euro dotierte Nachhaltigkeitspreis durch das Green Office verliehen. Unter neuer Ausrichtung und neuem Namen geht der Preis für hervorragende Forschung im Studienjahr 2022/23 an Juniorprofessorin Dr. Johanna Fleckenstein.

Johanna Fleckenstein ist seit 2021 Juniorprofessorin für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht in der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft am Institut für Erziehungswissenschaft. Sie leitet außerdem die Nachwuchsforschungsgruppe "Formatives Assessment beim Schreiben - Automatisiertes Feedback unter Verwendung von künstlicher Intelligenz (FORMAT), deren Mittel sie 2021 beim BMBF eingeworben hat. An der Universität Hildesheim engagiert Johanna Fleckenstein sich für das Thema Digitalisierung in Forschung und Lehre, unter anderem als Vorstandsmitglied im Zentrum für Digitalen Wandel.

„Frau Fleckensteins Biographie zeichnet sich durch ein hohes Maß an Internationalität und Interdisziplinarität aus: Sie leistet exzellente und international sichtbare Forschung in ihrem Forschungsbereich; sie hat zahlreiche Artikel in internationalen Fachzeitschriften publiziert und im Rahmen ihrer Forschungsprojekte interdisziplinäre nationale und internationale Kooperationen erfolgreich initiiert und durchgeführt“, hob Prof. Dr. Christina Bermeitinger, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenschaftler*innen in der frühen Karrierephase, in ihrer Laudatio hervor. Die Preisverleihung fand im feierlichen Rahmen des Dies Academicus 2024 an der Universität Hildesheim statt.

 


Prof. Dr. Christina Bermeitinger, VP für Forschung und Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase, überreicht die Urkunde für den Hurwitz-Preis an JProf. Dr. Johanna Fleckenstein. Foto: Clemens Heidrich

 

Der universitätsinterne Hurwitz-Preis für hervorragende Forschung von Wissenschaftler*innen in der frühen Karrierephase, wurde in diesem Jahr erstmals in dieser Form vergeben. Erhalten können diesen Preis Personen, die exzellente und international sichtbare Forschung betreiben, welche das Potenzial hat, langfristig einen wichtigen Beitrag in der Wissenschaft zu leisten. Hierbei soll nicht nur eine einzelne herausragende Publikation oder eine einmalige Drittmittel-Einwerbung vorliegen, sondern es soll bereits ein Forschungsprofil erkennbar sein, das über eine Einzelleistung hinausgeht. Ein nennenswerter Teil dieser Leistungen soll an der UHi erbracht worden sein.

„Ich freue mich, dass meine Forschungsleistung an der Universität Hildesheim gesehen und gewürdigt wird. Der zielführende Einsatz digitaler Technologien in Lehr-Lern-Kontexten gehört zu den großen Herausfordungen unseres Bildungssystems. Nur mit einer starken empirischen Forschung als Grundlage wird es uns gelingen, die Potenziale aktueller technologischer Entwicklungen insbesondere im Bereich der KI ausschöpfen zu können. Die Auszeichnung ist für mich ein Ansporn, dieses Thema in das Forschungsprofil der Universität Hildesheim einzubringen“, sagt Johanna Fleckenstein. Aktuell forscht sie unter anderem zum Potenzial von adaptiven Lehr-Lern-Settings, die der Heterogenität im Klassenzimmer gerecht werden. Sie untersucht, inwiefern intelligente tutorielle Systeme dabei helfen können, Lernen und Kompetenzerwerb besser zu verstehen und zu fördern. So ermöglicht beispielsweise die Verwendung von KI ein kontinuierliches und individualisiertes Feedback, das die Lernenden bei der Erreichung von Lernzielen unterstützen kann. Gleichzeitig können bei der Aufgabenbearbeitung entstehende Prozessdaten Aufschluss darüber geben, wie dieses Feedback verarbeitet wird und an welcher Stelle Probleme auftreten. Ein weiteres relevantes Forschungsthema sind die digitalisierungsbezogenen Überzeugungen und Kompetenzen von Lehrkräften als Bedingung für den lernförderlichen Einsatz von Technologien im Unterricht.

KI-Forschung auf hohem Niveau

Johanna Fleckensteins Biographie zeichnet sich durch ein hohes Maß an Internationalität und Interdisziplinarität aus: Die Wissenschaftlerin leistet exzellente und international sichtbare Forschung, sie hat zahlreiche Artikel in internationalen Fachzeitschriften publiziert und im Rahmen ihrer Forschungsprojekte interdisziplinäre nationale und internationale Kooperationen erfolgreich initiiert und durchgeführt. Ein Forschungsaufenthalt führte sie an die University of Pennsylvania, Philadelphia, USA. An der Johannes-Kepler-Universität Linz hatte sie ein Exzellenzstipendium für Wissenschaftler:innen aus dem Ausland inne. Von 2016 bis 2018 war sie Fellow am College for Interdisciplinary Educational Research (CIDER), einer gemeinsamen Initiative des Leibniz Education Research Network (LERN) und der Jacobs Foundation. In ihrer Forschung finden sich Überschneidungen und Verknüpfungen mit verschiedenen Bezugsdisziplinen, insbesondere der Fachdidaktik, der Informatik und der Sprachtechnologie. Im Rahmen ihrer Forschungsprojekte hat Johanna Fleckenstein bereits zahlreiche interdisziplinäre nationale (z. B. FernUniversität in Hagen, IPN Kiel, CAU Kiel, Uni Potsdam, Uni Göttingen) und internationale (PH Zürich, Dublin City University, Universiteit Anwerpen) Kooperationen erfolgreich initiieren und durchführen können, die sich auch in ihren Veröffentlichungen widerspiegeln.

Ihre umfangreichen Forschungsarbeiten ergeben ein stimmiges eigenes Profil und führten zu Erkenntnissen, welche in der Fachcommunity als sehr relevant und einschlägig betrachtet werden.

Eindrücke vom Dies Academicus als Diashow (Zum Abspielen auf das Foto klicken)

Der Hurwitz-Preis

Namensgeber für den Preis ist der aus Hildesheim stammende Adolf Hurwitz. Er war erfolgreicher Mathematiker und angesehener Pädagoge jüdischer Abstammung, der 1859 in Hildesheim geboren wurde und 1919 in Zürich gestorben ist. Bereits im Alter von 17 Jahren hat er mit seinem Lehrer und Förderer aus dem (heutigen) Gymnasium Andreanum in Hildesheim wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Hurwitz erlangte internationale Bedeutung – nach ihm sind unter anderem mehrere mathematische Sätze, Kriterien, Formeln benannt.

Aus Hildesheim in die Welt wirken, das ist das Motto des Hurwitz-Preises, der an eine Person vergeben wird, die exzellente und international sichtbare Forschung betreibt und die das Potenzial hat, langfristig einen wichtigen Beitrag in der Wissenschaft zu leisten.

 

Weitere Preisverleihungen im Rahmen des Dies Academicus 2024