Journalist Elmar Theveßen: „Sie müssen sich auf unsere Informationen verlassen können“

Montag, 04. Juni 2018  / Alter: 137 Tage

Der Fernsehjournalist Elmar Theveßen hält am Dienstag an der Universität Hildesheim einen Vortrag zum Thema „Das Drehbuch des Terrors – wie gefährlich sind Europas Islamisten?“. Seit 2007 leitet er die Hauptredaktion Aktuelles und ist stellvertretender Chefredakteur des ZDF Fernsehen.

Elmar Theveßen leitet die Hauptredaktion Aktuelles beim Zweiten Deutschen Fernsehen. Foto: ZDF

Elmar Theveßen vom ZDF Fernsehen hält an der Universität Hildesheim einen Vortrag zum Thema „Das Drehbuch des Terrors – wie gefährlich sind Europas Islamisten?“. Der öffentliche Vortrag beginnt am Dienstag, 5. Juni 2018, um 19:00 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Veranstaltungsende ist gegen 21.00 Uhr. Zur Begrüßung sprechen Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich und Prof. Dr. Axel Richter, Präsident des Rotary Clubs Hildesheim.

Der öffentliche Vortrag ist Teil der Reihe „Chancen für Morgen“ des Rotary Clubs Hildesheim. Hier werden aktuelle Themen aus Wirtschaft und Gesellschaft aufgegriffen und diskutiert. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen.

Interview mit Elmar Theveßen

Herr Theveßen, Sie sprechen am 5. Juni an der Universität Hildesheim über Terrorismus in Europa und die Reaktion der Sicherheitsbehörden. Was ist Ihre Hauptbotschaft, worauf werden Sie in Ihrem Vortrag hinweisen?

Elmar Theveßen: Es gibt in Deutschland keinen Kampf der Kulturen, sondern eine Auseinandersetzung zwischen zwei extremistischen Lagern, der die Mehrheitsgesellschaft mit Mut und Entschlossenheit begegnen muss, um die Kräfte der Angst zu marginalisieren.

Sie sind seit vielen Jahren im Journalismus tätig, seit 2007 leiten Sie die Hauptredaktion Aktuelles und sind stellvertretender Chefredakteur des ZDF Fernsehen. Wie reagiert denn eine Redaktion auf den Terror, worin besteht die Aufgabe des Journalismus?

Elmar Theveßen: Unsere wichtigste Reaktionen sind Besonnenheit und Sorgfalt. Wir haben den Auftrag, den Menschen ein Stück weit Halt und Orientierung zu geben. Sie müssen sich dafür auf unsere Informationen verlassen können, gerade in Momenten, in den wilde Gerüchte und Lügen die Runde machen, weil der Terror selbst und die propagandistischen Reaktionen auf den Terror darauf angelegt sind, unsere Gesellschaft zu spalten.

Und welche Herausforderung müssen Sie als Redaktion dabei bewältigen?

Elmar Theveßen: Wir dürfen uns nicht vom Druck anderer Medien und einer Stimmungsmache im Internet treiben lassen. Berichtet wird, was wir recherchiert haben. Angesichts der Flut von hereinkommenden Bildern und Informationen ist die Prüfung und Authentifizierung des Materials sehr aufwändig, aber unverzichtbar.

Wie kamen Sie als Journalist dazu, sich mit den Ursachen von Terrorismus zu beschäftigen?

Elmar Theveßen: Die Beschäftigung mit politischem und religiösem Extremismus war Gegenstand meines Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte. Anfang/Mitte der 1990er Jahre wurde es dann auch zu meinem Aufgabenfeld beim ZDF – Bad Kleinen-Affäre, Plutonium-Skandal, Metrobombenanschläge der GIA in Paris etc.. Über die Jahre sammelten sich Hintergrundwissen, Material und hervorragende Quellen in Sicherheitsbehörden weltweit an. Auf dieser Basis kann ich Hintergründe und Zusammenhänge darstellen, Ereignisse einordnen und dabei klarmachen, dass die Bekämpfung der Ursachen des Terrorismus zu wenig ernst genommen wird.

Warum besuchen Sie Schulen und Universitäten im Bundesgebiet, um über Bedrohungen und Gefahren für das gesellschaftliches Zusammenleben zu diskutieren?

Elmar Theveßen: Aufklärung ist das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Angst, auf die es Extremisten jeder Sorte abgesehen haben, um die Gesellschaft zu polarisieren. Für den wirksamen Kampf gegen den Terrorismus braucht es auch mehr Wissen um seine Ursachen. Erst dann wächst hoffentlich die Bereitschaft, dem Terror mit guten Konzepten zur Prävention, Integration und zu einer besseren Globalisierungspolitik den fruchtbaren Boden abzugraben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Von: Pressestelle, Isa Lange

Elmar Theveßen leitet die Hauptredaktion Aktuelles beim Zweiten Deutschen Fernsehen. Foto: ZDF