Internationales Promotionskolleg Kulturvermittlung in Marseille und Hildesheim

Freitag, 22. Februar 2019 um 14:04 Uhr

In Hildesheim und Marseille untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in gesellschaftlichen Umbrüchen, Konzepte für Kulturelle Bildung und die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Nun startet das internationale Promotionskolleg „Kulturvermittlung / Médiation Culturelle de l’Art“ in eine zweite Runde, eine Bewerbung ist bis Ende März 2019 möglich.

Seit 18 Jahren arbeiten die Universitäten in Hildesheim und Marseille in den Kulturwissenschaften zusammen, zunächst im Studium, seit 2013 auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Nun wird das internationale Promotionskolleg „Kulturvermittlung / Médiation Culturelle de l’Art“ der Université Aix-Marseille und der Universität Hildesheim fortgesetzt.

Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler  können sich mit einem zweisprachigen Exposé bewerben. Das Promotionsthema sollte Kulturvermittlung in Frankreich, in Deutschland, im deutsch-französischen Vergleich oder im Kontext des Mittelmeerraumes angesiedelt sein. Eine Bewerbung ist bis zum 31. März 2019 möglich. Die Sprachen des Promotionskollegs sind Deutsch und Französisch. Die Deutsch-Französische Hochschule fördert das Promotionskolleg.

Promotionsprojekte können zum Beispiel die Rolle des Künstlers in gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen, Konzepte für Kulturelle Bildung und die Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen untersuchen.

Mögliche Forschungsfragen sind zum Beispiel:

  • Wie lässt sich der Einfluss, den Künstler_innen und Kulturvermittler_nnen durch ihr künstlerisches Schaffen auf gesellschaftlichen Wandel haben, analysieren und beschreiben?

  • Inwiefern wirken Künstler als Change Agents der Gesellschaft? Inwiefern schaffen Kunst und Kultur einen Freiraum der Gestaltung von Zukunft?

  • Inwiefern kann der Erwerb einer kulturellen Bildung, auch verstanden als artistic literacy, breitere Teile einer Gesellschaft in den Diskurs des gesellschaftlichen Wandels einbeziehen?

  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen kultureller Bildung und Armutsminderung?

  • Inwiefern ermöglichen kulturpolitische Konzepte auf kommunaler Ebene pluralistische öffentliche Kulturräume und kulturelle Teilhabe?

  • Wie gelingt gesellschaftliche Integration durch kulturelle Partizipation?

Die Doktorandinnen und Doktoranden erhalten ein Stipendium als Mobilitätsbeihilfe, um bis zu 18 Monate im Ausland zu forschen (600 Euro monatlich) und nehmen an Forschungsateliers und kulturpolitischen Debatten des UNESCO-Lehrstuhls teil. Im Rahmen eine Cotutelle-de-thèse bietet die Deutsch-Französische Hochschule in Saarland weitere finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten an.

Wer Fragen zum Promotionskolleg hat, kann sich an das Team um Professor Wolfgang Schneider vom UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim wenden. Detailfragen beantworten Dr. Daniel Gad (gad[at]uni-hildesheim.de) und Michèle Brand (brandmi[at]uni-hildesheim.de).

Internationales Promotionskolleg
Link zur Ausschreibung

Studieren in der zweitgrößten Stadt Frankreichs: pendeln zwischen Hildesheim und Marseille

Die Universität Hildesheim in Norddeutschland und die Université Aix-Marseille in Südfrankreich bieten bereits seit 2001 auch gemeinsam einen deutsch-französischen Doppelmasterstudiengang im Bereich Kulturvermittlung an. Absolventinnen und Absolventen sind in Konzerthäusern, Museen, Tonstudios, in der Politik und viele im deutsch-französischen Kulturaustausch tätig.

Im Studium „Kulturvermittlung/ Médiation Culturelle de l'Art" verbringen die Studentinnen und Studenten je ein Jahr in Frankreich/Marseille und in Deutschland/Hildesheim und erwerben wissenschaftliche, künstlerisch-gestaltende und organisatorische Kenntnisse. Sie entwickeln neue Konzepte der Kulturvermittlung und realisieren ein eigenes Forschungsprojekt, befassen sich mit Kulturpolitik in Frankreich und Europa und setzen ein Kulturvermittlungsprojekt um.

Erstellt von Pressestelle, Isa Lange