Inklusion und Bildung: Geschichte und historisches Lernen

Dienstag, 06. März 2018  / Alter: 109 Tage

Im März tagen etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, England und Österreich an der Universität Hildesheim. „Fragen an die Vergangenheit müssen immer wieder neu gestellt werden. Wir befassen uns mit der Öffnung historischer Bildungsforschung für verschiedene, bislang zum Teil unterrepräsentierte Perspektiven auf Geschichte“, sagt der Hildesheimer Erziehungswissenschaftler Professor Oliver Musenberg.

Konferenz an der Universität Hildesheim. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim

Im März 2018 tagen etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Hamburg und München, aus Middlesbrough in England, aus Wien, Salzburg und Graz in Österreich, sowie Hannover, Kiel, Paderborn und Berlin an der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Erziehungs-, Geschichts- und Kulturwissenschaft sowie Fachwissenschaft und Fachdidaktik befassen sich mit Fragen historischer Bildungsforschung und historischen Lernens aus einer inklusiven Perspektive, etwa mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung.

„Fragen an die Vergangenheit müssen immer wieder neu gestellt und Geschichte muss von Neuem erzählt werden. Inklusion als aktuelle Reformidee und Menschenrecht verlangt nach einer weiteren Öffnung und Neujustierung der Optiken für den Blick in die Vergangenheit und für die Rekonstruktion von Geschichte. Vielfältige Vergangenheiten zu rekonstruieren meint nicht Beliebigkeit, sondern die Öffnung historischer Bildungsforschung für verschiedene, bislang zum Teil unterrepräsentierte Perspektiven auf Geschichte“, sagt der Hildesheimer Erziehungswissenschaftler Professor Oliver Musenberg. „Die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Feldes verlangt nach interdisziplinärem Austausch und hat noch keine lange Tradition. So kommen auf der Hildesheimer Tagung die Geschichts- und Kulturwissenschaft, die Fachdidaktiken wie Geschichte und Sachunterricht sowie die Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik zusammen.“

Wissenschaftler der Universitäten Salzburg und Hildesheim stellen beispielsweise Erkenntnisse aus der qualitativen und quantitativen Analyse von Geschichtsbüchern vor. Untersucht wurde, inwieweit aktuelle Geschichtsschulbücher in Österreich und Deutschland Angebote setzen, um den Ansprüchen der Differenzierung gerecht zu werden. Geschichtsbücher stellen das zentrale Leitmedium des Geschichts-unterrichts dar, so der Salzburger Historiker Professor Christoph Kühberger.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kutlur fördert die dreitägige Hildesheimer Tagung. Die Konferenz „vergangenheiten – vielfältig – vergegenwärtigen: Geschichte und Historisches Lernen inklusiv“ (5. bis 7. März 2018) ist eine Kooperationstagung des Instituts für Erziehungswissenschaft, Arbeitsbereich „Inklusion und Bildung“ und „Plattform Zukunft Inklusion“, des Zentrums für Geschlechterforschung, des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung und des Zentrums für Bildungsintegration. Die Plattform „Zukunft Inklusion“ wurde 2013 unter Bezugnahme auf die UN-Behindertenrechtskonvention ins Leben gerufen, wie Professorin Meike Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, zum Auftakt der Tagung skizzierte. „Die Plattform bündelt und kordiniert Aktivitäten, die Universität Hildesheim verfolgt den Abbau von Benachteiligung und setzt sich für Chancengerechtigkeit ein“, so Baader.

Professor Oliver Musenberg forscht und lehrt seit 2016 am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Der Wissenschaftler untersucht unter anderem, wie der Unterricht in ausgewählten Schulfächern so gestaltet werden kann, dass alle Schülerinnen und Schüler sinnvolle Lernangebote erhalten.

Wer sich über die Aktivitäten der Plattform ZINK informieren möchte, erreicht das Team der Plattform ZINK online.

Von: Pressestelle, Isa Lange

Konferenz an der Universität Hildesheim. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim