In der Praxis: sozialpädagogisches Projektsemester

Mittwoch, 24. April 2019 um 13:33 Uhr

120 Studierende haben in 23 Projektgruppen eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Schulen umgesetzt. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik.

Die Studentinnen Melina Speichert (Mitte) und Celina Hammer (zweite von links) haben gemeinsam mit ihrem studentischen Team im Projekt „Kinder und Senioren im Austausch“ den Austausch zwischen Seniorinnen und Senioren in einem Seniorenheim und Kindern aus einer Grundschule ermöglicht. Foto: Projektteam

„Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen. Wir haben das Projektsemester inzwischen in der Studienstruktur des Bachelorstudiengangs fest etabliert“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Im Projektsemester nähern sich die Studentinnen und Studenten an die Erfordernisse in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern an. Für die Projektpartner ergibt sich auf diesem Weg die Möglichkeit, die Ressource Hochschule zu nutzen.“

Projekte setzen sich mit ökologischer Nachhaltigkeit, sozialen Kompetenzen an Schulen und Suchtprävention auseinander

Alle Studentinnen und Studenten des Studiengangs Sozial- und Organisationspädagogik absolvieren im 3. Semester das Projektsemester. 23 Projektgruppen zu meist fünf Studierenden haben in den letzten sechs Monaten eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt und umgesetzt.

Darunter sind zum Beispiel Projekte, die sich mit ökologischer Nachhaltigkeit oder mit der Förderung sozialer Kompetenzen in Schulen auseinandersetzen. Andere Projekte unterstützen junge Geflüchtete in der Berufsausbildung beziehungsweise sind im Bereich der Suchtprävention in der offenen Jugendarbeit oder auch im kulturellen Bereich angesiedelt.

Die Studierenden sind nun am Ende des Projektsemesters um viele Erfahrungen reicher, ihre fachlichen Kompetenzen sind gewachsen und ihr Blick auf ihr zukünftiges berufliches Feld hat sich erweitert, sagt Severine Thomas.

Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden der Region Hildesheim

Das Projektsemester bietet den Studierenden die Chance, sich über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv mit Inhalten des Studiums auf eine projektorientierte Weise auseinander­zusetzen und dabei eigene Ideen umzusetzen. Viele Studierende arbeiten mit Trägern sozialer Dienstleistungen in den angrenzenden Städten und Gemeinden der Region Hildesheim, etwa mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen in Hildesheim, Alfeld, Sehnde und Sarstedt, Grund- und Realschulen in der Stadt und im Landkreis, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden sowie der Diakonie in Sorsum zusammen.

Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen in einem von ihnen selbst entwickelten Projekt an einer sozialpädagogischen Fragestellung und an der Lösung von praxisrelevanten Fragen. Das Projektsemester wird durch Lehrende des Instituts koordiniert und begleitet. Die Studierenden besuchen während des Projektsemester begleitende Lehrveranstaltungen und Fortbildungen. Das Projektsemester-Team sind Theresa Brust, Gunther Graßhoff, Andreas Oehme, Julia Schröder, Severine Thomas und Michael Wrase.

Abschlussveranstaltung

Präsentation der Ergebnisse des Projektsemesters des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik

23 Projekte in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und anderen Feldern der Sozial- und Organisationspädagogik präsentieren ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Am Freitag, 26. April 2019, von 10:00 bis 13:00 Uhr findet die Abschlussveranstaltung beim Kooperationspartner, dem Landkreis Hildesheim, unter der Schirmherrschaft von Landrat Olaf Levonen statt (im Großen Sitzungssaal, Bischof-Janssen-Straße 31, 31134 Hildesheim). Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich wird ein Grußwort sprechen.

„Wir haben einen Raum geschaffen, um den Dialog zwischen der jungen und alten Generation zu fördern“

Interview mit den Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer

Die Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer haben gemeinsam mit ihrem studentischen Team im Projekt „Kinder und Senioren im Austausch“ den Austausch zwischen Seniorinnen und Senioren in einem Seniorenheim und Kindern aus einer Grundschule ermöglicht. Durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Seniorinnen und Senioren, die aber zu einer Randgesellschaft geworden sind und wenig Kontakt zu Kindern haben, sagt das studentische Projektteam. Das Ziel des Projektes liegt darin, die beiden unterschiedlichen Generationen wieder näher zusammenzubringen. Der Austausch ist bedeutsam, da beide Parteien viel voneinander und miteinander lernen können. Die Kinder und Seniorinnen und Senioren können positiv von dieser Erfahrung profitieren und daran wachsen und ihre Fähigkeiten erhalten und verbessern. Kooperationspartner in diesem Projekt ist das Christophorusstift Hildesheim (Alten- und Pflegeheim) und die Grundschule Moritzberg. Im Interview sprechen die beiden Studentinnen über ihre Arbeit.

Frau Speichert, Frau Hammer, was haben Sie im Projektsemester umgesetzt?

Melina Speichert: In unserem Projekt schufen wir einen Raum, in dem ein Dialog zwischen der jungen und alten Generation ermöglicht wurde. Hierbei kooperierten wir mit der Grundschule Moritzberg und dem Christophorusstift Hildesheim. Durch vielfältige Aktivitäten unterstützten wir den natürlichen Austausch zwischen den Generationen, um den Dialog aktiv anzuregen.

Sie haben Seniorinnen und Senioren und Kinder zusammengebracht und wollen die Generationen wieder näher bringen. Durch welche Aktivitäten?

Melina Speichert: Wir führten unser Projekt in der Weihnachtszeit durch, da diese als magische und besinnliche Zeit gilt und lehnten deshalb viele unserer Aktionen an diesem Thema an.

Celina Hammer: Neben den natürlichen Gesprächen, die sich beim Zusammensitzen ergaben, boten wir vielfältige Aktivitäten, von singen, basteln über Lebkuchenhäuser bauen an. Durch den Besuch der Schülerinnen und Schüler erfreuten sich die Seniorinnen und Senioren über eine Abwechslung von ihrem Alltag.

Melina Speichert: In den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurden sie dazu angeregt, von ihrer eigenen Kindheit zu erzählen. Außerdem reflektierten sie diese und verglichen sie mit der heutigen Kindheit. In diesen Gesprächen spürten wir eine zufriedene und ausgeglichene Atmosphäre auf beiden Seiten. Zusätzlich nahmen wir bei den Kindern wahr, dass sie im Laufe des Projektes immer mehr Rücksicht und Empathie zeigten. Außerdem bemerkten wir, dass die Kinder oft ihre Hilfe im Zusammensein mit den Seniorinnen und Senioren anboten.

Wie kommen Theorie und Praxis zusammen, wie helfen die Projekterfahrungen Ihnen für das sozialpädagogische Studium weiter?

Melina Speichert: Die Theorie lieferte uns Ansätze, Methoden und Hilfestellungen für die Umsetzung und Planungen unseres Projektes. Die Projekterfahrung hilft uns im Studium weiter, dadurch, dass wir zwei verschiedene Praxisfelder kennenlernten, uns in diesen ausprobierten und unsere Fehler reflektierten und so daraus lernen konnten.

Celina Hammer: Und wir sammelten verschiedene Eindrücke aus der Praxis und ebenfalls aus der langen und intensiven Teamarbeit, da wir lernten, Herausforderungen und Probleme anzugehen und zu meistern.

Sie studieren Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim. Was bedeutet das Studium für Sie, was möchten Sie, wenn Sie in das Berufsleben gehen, einmal für die Gesellschaft bewirken?

Melina Speichert: In dem Studium schätze ich die Möglichkeit, meine Interessen ausweiten und vertiefen zu können und darüber hinaus vielfältige Seminare an der Universität zu besuchen und so neue Bereiche kennenzulernen. Außerdem liefert mir das Studium die Grundlage für mein späteres Berufsleben. In der Gesellschaft ist es mir wichtig, dass ich in der Lage bin, Menschen zu helfen, die sich in schwierigen Situationen befinden, diese zu unterstützen, ihnen Perspektiven zu bieten, die ihnen wieder Hoffnung auf ein glückliches und zufriedenes Leben schenken.

Die Fragen stellte Isa Lange.