Impulse geben: Neue Mitglieder im Stiftungsrat

Freitag, 29. November 2019 um 10:01 Uhr

Als Stiftungsuniversität hat die Hildesheimer Universität mehr Entscheidungsspielräume, etwa bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen sowie im Baumanagement. Die Mitglieder des Stiftungsrates sind Impulsgeber und kritische Begleiter.

Stiftungsrat (von links): Lavinia Francke, Werner Greve, Ulrich Dempwolf, Johanna Eleonore Weber, Yasemin Karakasoglu und Uwe Thomas. Nicht im Bild: Lars-Henner Santelmann. Foto: Daniel Kunzfeld

Die Universität Hildesheim ist – neben den Universitäten Göttingen und Lüneburg, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Hochschule Osnabrück – eine Stiftungshochschule. 2003 wurden die fünf Hochschulen in die Trägerschaft öffentlich-rechtlicher Stiftungen überführt. Niedersachsen schrieb damit Hochschulgeschichte. Seitdem haben die Stiftungshochschulen mehr Entscheidungsspielräume, etwa bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen sowie im Baumanagement.

Die Hochschulleitung wird durch die Einrichtung des Stiftungsrates von Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur – vom Wirtschaftsunternehmer bis zur Hochschulrektorin – unterstützt. Die Mitglieder des Stiftungsrats sind Impulsgeber und kritische Begleiter. Dr. Uwe Thomas und Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu sind bereits seit einigen Jahren Mitglieder des Stiftungsrates, neu im Amt sind Lavinia Francke, Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber, Lars-Henner Santelmann, Prof. Dr. Werner Greve und Ulrich Dempwolf.

Die Rolle des Stiftungsrats ist vergleichbar mit dem Aufsichtsrat in einem Wirtschaftsunternehmen. Zum Beispiel nimmt das Organ den Jahresabschluss inklusive der Wirtschaftsprüfung ab, berät das Präsidium, beschließt über Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung und debattiert über die Ausschreibung und Ausrichtung von neuen Professuren.

„Die Stiftung Universität Hildesheim hat sich sehr positiv entwickelt. Die Studierendenzahl ist explodiert, das Fächerangebot aktueller denn je. Und auch wenn sie aus den Nähten platzt, schafft sie es, Kurs zu halten. Das liegt an der klaren strategischen Ausrichtung entlang der Leitthemen Bildung, Kultur, Diversität und Digitalisierung und einem starken Zusammenhalt, ohne dass der kritische Diskurs zu kurz kommt. Für den Stiftungsrat bedeutet das Freude und gleichzeitig Herausforderung“, sagt Dr. Uwe Thomas.

Seit 2015 führt Dr. Uwe Thomas den Vorsitz im Stiftungsrat. Der gebürtige Heilbronner studierte Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und lebt in Hildesheim. Von 1989 bis 2017 war Thomas in unterschiedlichen Positionen bei der Robert Bosch GmbH tätig, zuletzt als Vorsitzender des Bereichsvorstandes Automotive Aftermarket in Karlsruhe. Seit 2013 ist Thomas Vorsitzender des Aufsichtsrates der Robert Bosch AG in Wien.

Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu ist seit 2004 Professorin für Interkulturelle Bildung an der Universität Bremen, zudem war sie sieben Jahre Konrektorin für Internationalität und Diversität. Karakaşoğlu hat Turkologie, Politikwissenschaft und Germanistik in Hamburg und Ankara studiert. Dem Stiftungsrat gehört sie seit 2011 an.

Lavinia Francke hat zunächst vielfältige Erfahrungen im Theatergeschäft, Kulturaustausch und Kulturmanagement gesammelt, etwa als Geschäftsführerin der Theaterformen in Hannover, und war neun Jahre in leitender Position in der Kulturstiftung des Bundes tätig. Seit 2015 ist die gebürtige Kölnerin, die in München Rechtswissenschaft und Theaterwissenschaft studierte, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen.

Die Psychologin Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber ist seit 2013 Rektorin der Universität Greifswald. Seit 2014 ist sie HRK-Vizepräsidentin für Hochschulmedizin und Gesundheitswissenschaften. Sie forscht und lehrt seit 1994 als Professorin für Differentielle und Persönlichkeitspsychologie/Psychologische Diagnostik in Greifswald.

Lars-Henner Santelmann ist seit 2015 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services GmbH und verantwortet zudem den Vertrieb. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler begann seine Karriere bei der Volkswagen AG, weitere Stationen führten ihn etwa nach Verona in Italien.

Der Psychologe Prof. Dr. Werner Greve ist seit 2001 Professor an der Universität Hildesheim. Sein Arbeitsgebiet ist die Entwicklungspsychologie, hier forscht er insbesondere zum Umgang mit belastenden oder kritischen Lebensereignissen. Aktuell arbeitet er unter anderem in dem interdisziplinären Projekt »Inklusion Denken und Gestalten«, das von der VolkswagenStiftung im Programm »Schlüsselthemen der Gesellschaft« gefördert wird. Er ist der Vertreter des Senats der Universität Hildesheim in dem siebenköpfigen Organ.

Als Vertreter des Fachministeriums wirkt Ulrich Dempwolf, Leiter der Abteilung Hochschulen im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, im Stiftungsrat mit.

Alle Mitglieder des Stiftungsrats sind ehrenamtlich tätig und zeichnen sich durch eine breite Expertise und ein hohes Engagement aus.