Imperien-Tagung eröffnet

Montag, 26. April 2010 um 00:00 Uhr

"Romanische Kathedrale – göttliches Imperium"

Vortrag über die Michaeliskirche zur Eröffnung der Tagung "Reiche und Imperien der Weltgeschichte"

Mit einem Vortrag des renommierten Kunsthistorikers Professor Paul Naredi-Rainer von der Universität Innsbruck wurde die Tagung "Reiche und Imperien in der Weltgeschichte" des Instituts für Geschichte am 25.4. in der Kirche St. Michaelis eröffnet. Der Eröffnungsvortrag widmete sich dem Thema "St. Michaelis, die romanische Kathedrale und die Idee des göttlichen Imperiums".
Großreiche bilden nicht nur abstrakt zu beschreibende Herrschaftsstrukturen aus, sondern entwickeln auch eine spezifische imperiale Architektur.
Auf der Basis erhaltener Baudenkmäler sowie archäologischer Hinterlassenschaften sind sie nicht nur konkret zu erleben, sondern auch wissenschaftlich zu analysieren. Diese Baudenkmäler können als wesentliche Zeichen von Reichsideologien sowie äußerungen imperialen Gestaltungswillens betrachtet werden.
Im Falle des Heiligen Römischen Reiches stellen die "Kaiserdome" in Stein gefasste Herrschaftsideologien einer spezifisch imperialen Machtdemonstration dar.
St. Michaelis ist hierfür herausragendes Beispiel, dies konnte Naredi-Rainer in seinem Vortrag eindrücklich deutlich machen. Die Weltkulturerbe-Stätte steht ausgehend vom identisch gebliebenen Grundriss, von der im Original erhaltenen Holzdecke und der einmaligen Wiederaufbauleistung der Nachkriegsgenerationen nicht nur für eine romanische Kathedrale, sondern auch für die Idee des göttlichen Imperiums auf Erden.