Im Zeichen des Miteinanders: Feierliche Stipendienvergabe an der Universität Hildesheim
Dienstag, 11. November 2025 – 15:54 Uhr
Jedes Jahr aufs Neue ist es etwas Besonderes, wenn sich Studierende versammeln, um das kommende Stipendienjahr 2025/26 gemeinsam zu begehen. Manche kommen direkt aus einer Klausur, andere nach einem langen Tag an der Universität, einige erscheinen im Anzug oder Kleid. Auch an diesem Novemberabend füllt sich die Liebfrauenkirche auf dem Hauptcampus der Universität Hildesheim: Zahlreiche Stipendiat*innen, begleitet von Mitarbeiten-den und Fördernden, feiern gemeinsam generationenübergreifenden Zusammenhalt sowie die Chancen von Bildung und Gemeinschaft, die die Stipendienprogramme der Universität Hildesheim eröffnen.
Mit 300 Euro monatlich fördert das Deutschlandstipendien-Programm disziplinübergreifend leistungsstarke, engagierte und verantwortungsbewusste Studierende. 143 Deutschlandstipendien (monatlich 300 Euro), 25 Lore-Auerbach-Stipendien (monatlich 200 Euro) und 93 Stipendien des Landes Niedersachsen (einmalig 500 Euro), kann die Universität Hildesheim in diesem Jahr vergeben. Dies ist ein Gesamtvolumen von 621.300 Euro.
Wie nachhaltig die Programme sowohl für Studierende als auch für Fördernde sein können, schilderten Kaja Rogowski, Antonia Sensen und Juliane Kölsche, drei ehemalige Stipendiatinnen, die Erinnerungen an ihre Stipendienzeit teilten und allen Anwesenden vor Augen führten, wie wertvoll ein Stipendium sein kann. Für Rogowski war die Erfahrung an der Universität Hildesheim eine Bestärkung und habe ihr den Mut verliehen, Neues zu wagen. „Das Stipendium war neben finanzieller auch emotionale Unterstützung“, ergänzte Kölsche. „Von meinen Fördernden wurde ich wie ein weiteres Enkelkind aufgenommen und hatte so eine Anlaufstelle für Austausch, Sorgen und Nöte.“ Sensen erzählte: „Das Stipendium war ein Sprungbrett für mich und die Gründung meiner eigenen Firma. Daraus ist der Wunsch entstanden, etwas zurückzugeben und eines Tages selbst ein Stipendium stiften zu können.“ Dass dieser Tag nun gekommen war und Sensen ihre Ankündigung noch vor Ort wahr machte, damit hatte wohl niemand gerechnet. Den neuen Stipendiat*innen gaben die drei mit auf den Weg, stolz auf sich zu sein und die Unterstützung durch ihre Fördernden anzunehmen. „Glaubt an euch und verwirklicht eure Träume“, sagte Sensen.
Neben der Würdigung von Stipendiat*innen und Fördernden sowie dem gemeinsamen Feiern bei Musik der Firecrackers dient die Veranstaltung vor allem der Kontaktaufnahme: Erste Gespräche bei dem anschließenden Empfang in der Mensa sind oft der Beginn wertvoller Netzwerke. „Dies erleben wir häufig, und es freut uns als Universität, einen Teil dazu beizutragen und wichtige Beziehungen zu ermöglichen“, erklärte Markus F. Langer, Leiter des Friend- und Fundraisings der Universität Hildesheim. „Besonders schön ist es, dass viele Fördernde dem Programm über viele Jahre treu bleiben. Dafür ein großes Danke!“
Auch Universitätspräsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode dankte den Fördernden in ihrer Begrüßungsrede zur Eröffnung der feierlichen Verleihung in der Liebfrauenkirche: „Sie leisten nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern tragen auch zur persönlichen Entwicklung Ihrer Stipendiat*innen bei. In Zeiten, in denen unsere Demokratie gefährdet ist, schaffen Sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für mehr Miteinander und Chancengleichheit.“
Ein bewegender Abend war es auch für Prof. Dr. Martin Schreiner, Beauftragter für Stiftungsangelegenheiten der Universität. Seit 2011 Teil des Stipendienwesens, war dies für ihn die letzte Veranstaltung dieser Art, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet. Das Team des Friend- und Fundraisings und alle Anwesenden dankten seinem Engagement mit einem Rückblick auf die schönsten Momente aus 14 Jahren und einem langen Applaus. In seiner Rede betonte Schreiner: „Die Stipendien sind eine wichtige Säule der Begabtenförderung an der Universität. Sie ermöglichen vielen Studierenden ein sorgenfreieres Studium, unterstützen auf dem Bildungs- und Karriereweg und schaffen Freiräume für gesellschaftliches Engagement. Auf diese Weise können junge Menschen ihre Talente nutzen und zum Wohle anderer fruchtbar machen.“
Musikalisch begleitet und unter großem Applaus wurden die Stipendiat*innen anschließend nach vorn gerufen, um ihre Urkunden entgegenzunehmen und ein Gruppenfoto zu machen. Dass dafür ein wenig geschoben und ausprobiert werden musste, um alle aufs Bild zu bekommen, ist ein weiteres Zeichen dafür, wie viele Studierende in diesem Jahr durch ein Stipendium unterstützt werden konnten.
Informationen für Förderinteressierte
Alle Fördernden übernehmen durch ihre Beiträge gesellschaftliche Verantwortung, sowohl die, die dauerhaft fördern, als auch die, die einmalig oder sporadisch Studierende unterstützen.
Die Mindestsumme einer Förderung in Form einer Spende beträgt 1.800 Euro, wobei sich auch mehrere Personen zusammentun können. Das Besondere am Deutschlandstipendienprogramm: Dieser Betrag ist steuerlich absetzbar und wird zudem durch einen Bundeszuschuss verdoppelt. Während daher Deutschlandstipendiat*innen ein Jahr lang monatlich 300 Euro erhalten, unterstützt die Universität Lore-Auerbach Stipendiat*innen mit monatlich 200 Euro. Das Niedersächsische Landesstipendium aus Töpfen von Land und Bund wird einmalig in Höhe von 500 Euro ausgezahlt.
Alle Fragen rund um die Förderung beantwortet Markus F. Langer, vom Friend- und Fundraising, erreichbar unter markus.langer(at)uni-hildesheim.de oder über 05121 883 90130.
Ineke Nithack