"Ihr seid jung und habt es noch selbst in der Hand”: Elmar Sprink ist Extremsportler - und das mit transplantiertem Herz

Dienstag, 25. November 2025 um 10:00 Uhr

Zahlreiche Marathons und Ultra-Marathons, extreme Mountainbike-Rennen, Triathlon und Iron Man-Wettkämpfe: Das ist auch schon so eine beeindruckende Bilanz. Doch Elmar Sprink ist kein gewöhnlicher Extremathlet, sollte es überhaupt so etwas geben. Der 53-Jährige ist Herztransplantationspatient und gefragter Speaker. Auf Einladung von Prof. Dr. Peter Frei war er an der Uni Hildesheim in einer Vorlesung für Sportstudierende zu Gast.

Dass etwas nicht stimmt, war Elmar Sprink schon länger klar. Doch was bei Sprink ein Anzeichen für Leistungsverlust ist, liegt für andere Athlet:innen weit über dem Standard. Erste Anzeichen bemerkte Elmar Sprink, als er für die 10 Kilometer-Distanz rund 38 Minuten benötigte. Doch seine Sorgen stießen auf die tauben Ohren. Sprink war schon vorher aktiver Sportler und auf Marathon-Rennen aller Art unterwegs, bei Läufen, beim Schwimmen und bei langen Radrennen. Auch Iron-Man-Wettkämpfe, also extreme Triathlon-Distanzen, bestritt er regemlmäßig. Bis eines Tages im Jahre 2010 sein Herz plötzlich stehen blieb - auf dem Sofa vor dem Fernsehen, beim Schauen der Tour de France. Vielen glücklichen Zufällen war es zu verdanken, dass Sprink rechtzeitig behandelt werden konnte. Es folgte eine lange Reha, zahlreiche OPs - und ein zweiter Herzstillstand, bis Sprink knapp zwei Jahre später ein Spenderherz erhielt. Ganze 189 Tage verbrachte Elmar Sprink liegend im Krankenbett, bevor er sich mühselig mit viel Disziplin und Willen zurück ins Leben kämpfte.

Im Juli 2012 wurde Sprink aus dem Krankenhaus entlassen, im August unternahm er die erste kleine Fahrradtour: “Ein Rennen. Da war so eine 85-jährige Oma auf ihrem Fahrrad, und ich dachte mir: schneller als die bin ich! Ich habe sie dann lange verfolgt, aber nicht einholen können - irgendwann ist sie dann abgebogen”. Im Januar fing er wieder an zu joggen und steigerte sich von 500 Metern Strecke binnen drei Monaten auf 10 Kilometer, über diese Distanz nahm er am Paderborner Osterlauf teil. Inzwischen, mehr als 100 Ausdauerevents später, bezeichnen ihn Medien als „fittesten herztransplantierten Menschen der Welt“.  Insgesamt sieben Ironman-Teilnahmen kann er für sich verbuchen, darunter auch den legendären Iron Man im Jahr 2014 auf Hawaii, den er auf Platz 1490 in 12:30:11 beendete. Allein von den deutschen Teilnehmern waren in diesem Jahr 19 langsamer als er. Transalpine Läufe und Extremradrennen, dazu Ski- und Klettertouren sowie extreme Mountainbike-Rennen nahm sich Sprink anschließend vor. „Immer, wenn ich einen Wettkampf beende, schaue ich in den Himmel und bedanke mich bei demjenigen, der das möglich gemacht hat“, sagt Sprink zum Abschluss. Er kennt seinen Spender (oder, unwahrscheinlicher: seine Spenderin) nicht, stellt sich aber vor, dass dieser auch ein begeisterter Ausdauersportler war, dessen „Spirit“ er nun in sich weiterträgt.

Den Sportstudierenden gibt er mit auf den Weg: “Gesundheit ist ein hohes Gut. Die sollte man pflegen, solange man sie hat. Heute kann der erste Tag sein, an dem du etwas beginnst - oder der erste Tag, mit dem du etwas beendest. Ihr habt es in der Hand!”


Foto: Felix Krumme.

Foto: Felix Krumme.

Foto: Felix Krumme.