„Ich will Verbesserungen schaffen“ - mit dem Masterstudiengang „Soziale Dienste“ direkt in die Leitungsebene

Montag, 16. Mai 2022 um 09:30 Uhr

An der Universität Hildesheim wird der bundesweit erste duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“ angeboten. In vier Semestern bereitet er in Theorie und Praxis auf eine Tätigkeit als Führungskraft in der Leitungsebene von Sozialen Diensten vor. Josefine Hartmann ist die erste Absolventin, welche den Studiengang erfolgreich abgeschlossen hat und Einblicke in den besonderen Studiengang gibt.

Josefine Hartmann ist die erste Absolventin, welchen den bundesweit ersten dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ erfolgreich abgeschlossen hat, um in einer Leitungsfunktion tätig zu sein. Foto: Yasmin-Coralie Berg

Im sozialen Bereich etwas bewegen und dabei gleichzeitig auf der Führungsebene neue Konzepte und Methoden anwenden - der Masterstudiengang „Soziale Dienste“ an der Universität Hildesheim ermöglicht dies seit dem Wintersemester 2019/2020. Im vergangenen September schloss der erste Absolvent*innenjahrgang das Studium erfolgreich ab, darunter Josefine Hartmann. Bevor die 26-Jährige sich für den dualen Masterstudiengang in Hildesheim entschied, absolvierte sie ein Bachelorstudium in Bildungswissenschaft in Magdeburg und sammelte Berufserfahrung in einer Einrichtung für Wohn- und Förderangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen. „Ich hatte damals bereits die Intention, dass ich einen Job ausüben möchte, mit dem ich etwas erreichen kann. Ich will Verbesserungen schaffen und habe schon früh im Studium gemerkt, dass ich in Richtung Leitung gehen möchte, weil man in dieser Position am meisten bewegen und seine Haltung weitergeben kann.“

Ende 2019 startete sie in den berufsintegrierten dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“. „Berufsintegriert bedeutet, dass die Studierenden bereits einer hauptberuflichen Tätigkeit im Umfang von mindestens 50 Prozent bzw. 20 Stunden der regulären Wochenarbeitszeit bei einem Arbeitgeber im Bereich der Sozialen Dienste am Arbeitsmarkt oder in der Kinder- und Jugendhilfe nachgehen und das Studium sie dazu begleitend auf eine hochqualifizierte Tätigkeit in der Leitungsebene von Sozialen Diensten vorbereitet“, sagt Prof. Dr. Gunther Graßhoff, Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und Koordinator des Masterstudiengangs.

Durch eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis sollen die Studierenden ein umfassendes Wissen im Bereich der Sozial- und Organisationspädagogik erwerben und parallel dazu berufspraktische Erfahrungen durch ihre Tätigkeit bei ihrem Arbeitgeber im sozialen Bereich sammeln. „Die Idee ist, Studierenden, die bereits in der Praxis tätig sind, einen Masterstudiengang zu ermöglichen, dessen Schwerpunkt auf Organisation, Führung und Leitung ausgerichtet ist. Es ist der Versuch, auf einem Master-Level mit den Trägern zusammen eine entsprechende Qualifizierung anzubieten“, so Graßhoff.

Pro Monat sind Studiengebühren in Höhe von 250 Euro pro Studierenden vom Arbeitgeber einzuplanen. Der Bedarf sei in der Sozialen Arbeit da und auch der große Fachkräftemangel, wodurch vieles laut Graßhoff in Bewegung ist. „Die Motive der Träger, welche den berufsintegrierten Masterstudiengang befürworten, sind sehr unterschiedlich. Das geht über Personalbindung, d. h. Träger, die sagen, für uns ist es wichtig, die Menschen motiviert und mit Weiterbildungsinteressen zu halten, bis hin zu einer persönlichen Weiterentwicklung der Einrichtungen, bei der sie gezielt den Kontakt zur Hochschule suchen. Alle Träger profitieren von der Kooperation: So kommen potentielle Mitarbeiter*innen von der Universität zurück und hinterfragen, warum bestimmte Prozesse so ablaufen und nicht anders, welche in der Fachdebatte oft ganz unterschiedlich diskutiert werden. Das ist die eigentliche Idee von Organisationsentwicklung, die auch für die Träger relevant ist.“

Der Studiengang fokussiere sich nach Hartmann stark auf die Leitungsebene, neue Arbeitskonzepte sowie flache Hierarchien und ermögliche eine bewusste und wertfreie Kritik an alten Strukturen. „Besonders bereichernd war ein Seminar zum Thema Organisationsberatung, in dem wir unsere Arbeitgeber als Praxisfälle analysiert haben. Wir besuchten die Einrichtung einer Kommilitonin und haben uns die Organisation geschlossen als Team aus jungen Führungskräften objektiv von außen angesehen, einen Workshop geplant und durchgeführt und damit den perfekten Einklang zwischen Theorie und Praxis hautnah erlebt.“

Heute arbeitet Josefine Hartmann bei ProSchool, einem Kinder- und Jugendhilfe-Träger aus Hildesheim und leitet am Standort in Hannover die Autismus-Ambulanz. „Der Masterstudiengang Soziale Dienste ist für mich eine absolute Empfehlung. Mein aktueller Arbeitgeber war gegenüber den Inhalten des Studiums äußerst positiv gestimmt und hat diese insbesondere für die Praxis als eine Bereicherung wahrgenommen“, berichtet Hartmann. „Der Studiengang ist klar auf eine Führungsverantwortung ausgerichtet. Man sollte sich daher bewusst sein, dass man sich eine Stelle aussucht, die Perspektive hat und sich dessen auch schon während des Studiums bewusst sein. Da ist der soziale Bereich unglaublich vielfältig.“

 

Weitere Informationen

Ansprechpartner für Rückfragen zum Masterstudiengang „Soziale Dienste“ an der Universität Hildesheim ist Prof. Dr. Gunther Graßhoff unter grasshoff@uni-hildesheim.de und +49(0)5121-883-11774.

Mehr Informationen zum Masterstudiengang unter: https://www.uni-hildesheim.de/studium/studienangebot/masterstudium/soziale-dienste-master-of-arts-ma/


Prof. Dr. Gunther Graßhoff, Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, ist Koordinator des Masterstudiengangs "Soziale Dienste". Foto: Privat