Humangeographie: Hildesheimer Neustadt im Fokus der Forschung

Dienstag, 22. Juni 2021 um 10:47 Uhr

Das Mobilitäts- und Einkaufsverhalten von Bürger*innen im Hildesheimer Stadtteil Neustadt steht im Fokus einer Untersuchung der Geographin Dr. Sabine Panzer-Krause von der Universität Hildesheim. Mit Ergebnissen ist im Herbst zu rechnen. Studierende der Geographie sammeln im Rahmen der Untersuchung praktische Erfahrungen mit Datenerhebungs- und Datenauswertungsverfahren.

Dr. Sabine Panzer-Krause forscht und lehrt am Institut für Geographie der Universität Hildesheim. Foto: privat

Geographiestudierende der Universität Hildesheim haben im Juni 2021 eine Befragung zu Verkehr, Geschäften und Leben in der Hildesheimer Neustadt durchgeführt. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Initiative Neustadt e.V.  durchgeführt.

Im Juni erfolgte die Datenerhebung zum Verkehr und Mobilitätsverhalten in der Hildesheimer Neustadt. „Ziel ist es, auf Grundlage des Mobilitätsverhaltens der Einwohner und auch der Bedürfnisse der ansässigen Einzelhändler und Gewerbetreibenden Ideen für einen nachhaltigen Verkehr in der Neustadt zu entwickeln“, erläutert Studienleiterin Dr. Sabine Panzer-Krause vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim.

Datenerhebung zum Verkehr und Mobilitätsverhalten in der Hildesheimer Neustadt

An der Umfrage haben vom 03.06. bis 18.06.2021 etwa 350 Personen teilgenommen. Nun erfolgt die Datenauswertung. Mit Ergebnissen ist im September 2021 zu rechnen.

In der Untersuchung, die online und im Stadtteil erfolgte, wurden die befragten Personen zum Beispiel nach ihrem Mobilitätsverhalten und Einkaufsverhalten befragt. Unter anderem äußern sich die befragten Personen, wie wichtig es ihnen ist, in unmittelbarer Umgebung eines Geschäfts, eines Friseursalons, einer Wäscherei oder einer Arztpraxis mit einem Pkw parken zu können; wie sie in die Hildesheimer Neustadt anreisen; aber auch, wie sich ihr Kaufverhalten seit Beginn der COVID-19-Pandemie verändert hat.

Auch die aktuelle Großbaustelle in der Neustadt, die zu einer Sperrung der Goschenstraße und Annenstraße führte, war Thema der Umfrage. „Die Betrachtung der damit verbundenen Herausforderungen, aber auch mögliche Chancen, die sich dadurch ergeben, haben wir kurzerhand in unserer Datenerhebung aufgegriffen“, so Panzer-Krause.

Befragt wurden Bewohnerinnen und Bewohner der Hildesheimer Neustadt sowie Einzelhändler, Gewerbetreibende und Besucherinnen und Besucher – zum Beispiel Leute, die zum Einkaufen in den zentral gelegenen Stadtteil kommen, erläutert Dr. Sabine Panzer-Krause.

Darüber hinaus hat das Forschungsteam am 3. Juni eine Verkehrszählung an verschiedenen Punkten im Quartier durchgeführt. „Ziel ist es, insbesondere herauszufinden, wie groß der Anteil des Durchgangsverkehrs ist. Wir haben zudem eine Kartierung der Geschäfte und Gastronomiebetriebe durchgeführt, um hier einen aktuellen Stand zu bekommen.“

„Es ist für die Studierenden sehr motiverend, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht nur in der Theorie wichtig sind.“

Die Studierenden führten die Befragung im Rahmen einer humangeographischen Geländeübung durch, bei der sie im Bachelorstudium praktische Erfahrungen mit Datenerhebungs- und Datenauswertungsverfahren sammeln. Es sei für die Studierenden „sehr motiverend, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht nur in der Theorie wichtig sind“, sagt die Dozentin.

Seit 2012 forscht und lehrt Dr. Sabine Panzer-Krause am Institut für Geographie der Universität Hildesheim und führt unter Einbeziehung von Studierenden in Praxisprojekten Umfragen zum Shoppingverhalten in der Hildesheimer Innenstadt und zur Stadtentwicklung durch. Ihr Arbeitsbereich ist die Humangeographie, in der die Beziehung zwischen Gesellschaft und Umwelt im Fokus steht. Schwerpunktmäßig beschäftigt sich Dr. Panzer-Krause mit Fragestellungen der Sozial- und Wirtschaftsgeographie. Ihre Forschungsinteressen richten sich vor allem auf die nachhaltige Regionalentwicklung, auf nachhaltigen Tourismus und soziale Netzwerkforschung.