Hilfestellung zur Organisationsentwicklung von Kitas

Freitag, 04. Mai 2018  / Alter: 23 Tage

Wie können Kitas mit dem Ausbau von Betreuungsplätzen und dem bundesweiten Personalnotstand umgehen? Wissenschaftlerinnen der Universitäten Hildesheim und Heidelberg veröffentlichen ein Handbuch für die Weiterentwicklung von frühpädagogischen Einrichtungen. Die Publikation ist im Universitätsverlag Hildesheim erschienen und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Carola Iller forscht und lehrt als Professorin für Fort- und Weiterbildung an der Universität Hildesheim. Cindy Mieth ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft. Fotos: Daniel Kunzfeld

Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen aus Heidelberg haben die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Carola Iller und Cindy Mieth in den vergangenen zwei Jahren den Alltag in Kindergärten untersucht. In einem Handbuch bereiten sie die Forschungsergebnisse auf und dokumentieren, wie Veränderungsprozesse in der Kita angestoßen werden können.

Das jetzt erschienene Handbuch „Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis“ soll Fachkräften und Leitungsteams erstmals konkrete Ansätze und neue Impulse zur eigenen Weiterentwicklung bündeln.

Im Unterschied zu Schule, Hochschule und Weiterbildung existieren im frühpädagogischen Bereich kaum Konzepte, die den Einrichtungen bei einer systematischen Weiterentwicklung ihrer Organisation helfen. „Bislang konzentrieren sich die bestehenden Angebote darauf, pädagogische Fachkräfte und das Leitungspersonal weiter zu qualifizieren und zu professionalisieren. Dabei wird übersehen, dass sämtliche Anstrengungen auch Auswirkungen auf die Organisation insgesamt haben“, sagt Cindy Mieth, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. „Das Handbuch soll mit praxisnahen Beispielen Mut machen, bewährte Ideen selbst aufzugreifen.“

Fallstudien in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

Für das Handbuch haben die Wissenschaftlerinnen an elf Einrichtungen Fallstudien durchgeführt. Die Einrichtungen wurden ausgewählt, weil sie mit guten Lösungen bekannt geworden sind und zugleich die Bandbreite der Kita-Praxis repräsentieren. Anhand vier zentraler Arbeitsfelder – „Partizipation und Elternbeteiligung“, „Leitung“, „Personal“ und „Wachstum“ – liefert das Handbuch Materialien und Fallbeispiele, die in Fortbildungen, Teamsitzungen oder anderen Entwicklungskontexten benutzt werden können.

Das Buch ist im Universitätsverlag Hildesheim [hier geht's zum Handbuch] erschienen und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Das Handbuch richtet sich an Personen, die Organisationsentwicklungsprozesse in Kitas anstoßen und begleiten sowie an alle in der Aus- und Weitbildung tätigen Fachkräfte.

Die Idee zum Handbuch hat Carola Iller, Professorin für Weiterbildung an der Universität in Hildesheim, entwickelt. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Cindy Mieth hat in den vergangenen Monaten Interviews mit Kitaleitungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geführt und in sechs Kindergärten hospitiert. Außerdem wurden Interviews mit Trägerverantwortlichen in Berlin und Nordrhein-Westfalen und einer Fachberatin aus Niedersachsen durchgeführt. Weitere Einrichtungen wurden von der Uni Heidelberg befragt.

Kontakt zu den Wissenschaftlerinnen

Zum Projektteam des Handbuchs „Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis“ gehören Prof. Dr. Carola Iller und Diplom-Pädagogin Cindy Mieth vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim sowie Prof. Dr. Monika Buhl, Tanya Freytag und Jill Baier vom Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg. Bei Fragen zur Forschung ist die Wissenschaftlerin Cindy Mieth erreichbar unter cindy.mieth@uni-hildesheim.de.

Von: Pressestelle, Isa Lange

Carola Iller forscht und lehrt als Professorin für Fort- und Weiterbildung an der Universität Hildesheim. Cindy Mieth ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft. Fotos: Daniel Kunzfeld