Für Toleranz und Weltoffenheit

Donnerstag, 29. Januar 2015 um 10:12 Uhr

Die Regisseurin Mo Asumang diskutiert in der Universität Hildesheim über demokratiefeindliche und menschenverachtende Aussagen, mit denen sie sich in einem aktuellen Dokumentarfilm befasst. Hochschulen sollten entschieden für Toleranz und Weltoffenheit eintreten, so Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich.

Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich weist anlässlich der Filmvorführung mit Diskussion auf die Freiheit des Wortes und die Freiheit der Wissenschaft hin. Hochschulen sollten entschieden „für Meinungsfreiheit, für Toleranz und Weltoffenheit" eintreten. „Deutschland ist ein Einwanderungsland. Unsere Gesellschaft, auch unsere Forschung, braucht Einwanderung. Deshalb heißen wir Einwanderer Willkommen. Deutschland ist auch ein Zufluchtsort für Flüchtlinge. Deshalb üben wir Solidarität mit den Notleidenden, soweit wir dazu in der Lage sind. Dazu verpflichtet uns unsere Geschichte: unser christliches Erbe, die Lehren aus der Barbarei des Nazistaates, die Erinnerung an die gelungene Eingliederung von Millionen deutscher Flüchtlinge nach 1945. Unsere Geschichte verpflichtet uns auch, Hetzparolen gegen Ausländer und Andersgläubige entschieden entgegen zu treten. Und die Werteordnung unseres Grundgesetzes verpflichtet uns, Stellung zu beziehen, wenn Freiheit und Menschenwürde verletzt werden", so Friedrich und weist auf das Leitbild der Universität hin.

Das Landesbüro Niedersachsen der Friedrich-Ebert-Stiftung lädt heute Abend (Donnerstag, 29. Januar 2015 um 18:30 Uhr, Hauptcampus der Universität) in Zusammenarbeit mit dem DGB Hildesheim und Professor Wolfgang Schneider vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim die Regisseurin Mo Asumang ein. Sie stellt ihren neuen Dokumentarfilm „Die Arier" im Audimax der Universität vor. Anschließend diskutiert die Regisseurin mit den Gästen. Die Veranstalter weisen darauf hin: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

In ihrem Regiedebüt „Roots Germania" entlarvt Mo Asumang rechte Vorurteile und rassistische Argumentationen und befasst sich mit den Fragen: Wo komme ich her, wo bin ich zuhause, wie fühle ich mich hier? In Ihrem aktuellen Dokumentarfilm hinterfragt die Regisseurin die Ursprünge und Hintergründe des Arierbegriffs. Mit der Kamera besucht sie religiöse Fanatikerinnen und Fanatiker, selbst ernannte Ariergruppen und den Ku-Klux-Klan. „Man muss sich einmal überlegen, wie viele junge Mitläufer davon mitgerissen werden und dadurch ihre gesamte Jugend verlieren. Es ist unglaublich gemein, ihnen die Jugend und die Freude zu nehmen und sie mit Hass zu erfüllen", so Asumang im Gespräch mit der Wochenzeitung Kehrwieder (Interview von Redaktionsleiter Jan Fuhrhop mit der Regisseurin Mo Asumang als PDF). Die Filmemacherin traf mit der Kamera auch einen jungen Mann, der sich von der rechtsextremen Szene lösen will. Der Film sei unterhaltsam, schonungslos dokumentierend und erschreckend authentisch, so die Veranstalter in der Filmankündigung.

Lesetipp: Stellungnahme von Professorin für Diversity Education und Juniorprofessor für Migrationspolitik (Wissenschaftler_innen der Universität Hildesheim sagen, es sei notwendiger denn je, über unterschiedliche Formen des Rassismus in unserer Gesellschaft zu sprechen)