Friede, Freude, Eierkuchen: Wie leben Eltern?

Freitag, 15. August 2014  / Alter: 2 Jahre

Psychologen der Universität Hildesheim möchten mehr über die Lebenslagen von Eltern und über ihre Erfahrungen als Elternteil herausfinden. Für das Forschungsprojekt „Leben" suchen sie bundesweit Eltern, die einen Fragebogen online ausfüllen. Die Forscher untersuchen in einer weiteren Studie die Situation von Eltern, deren Kinder mit einer Behinderung aufwachsen. Ergebnisse aus einer Vorstudie zeigen: Je mehr Belastung die Eltern empfinden, desto schlechter fühlen sie sich. Bei Eltern, die ihre Perspektive wechseln können, fällt die Belastung niedriger aus.

Wie Kinder sich entwickeln, dazu liegen Erkenntnisse vor. Sabine Hellmers und Professor Werner Greve hingegen untersuchen die bisher wenig beachtete psychische Lebenssituation von Eltern. Fotos: Isa Lange, Uni Hildesheim, Kind: freeday/photocase.com

„Elternsein ist eine wunderbare Aufgabe, die Verantwortung, Fürsorge und Betreuung mit sich bringt. Aber auch mögliche Belastungen, die mit der Elternschaft einhergehen können unterschätzt oder übersehen werden. Außerdem gehen Eltern unterschiedlich mit Belastungen um. Wir möchten mehr über die Lebenslagen von Eltern und über ihre Erfahrungen als Elternteil herausfinden. Dafür brauchen wir bereitwillige Eltern, die an unserer Online-Studie teilnehmen. Wir sind an jeder einzelnen Stimme interessiert", sagt Sabine Hellmers, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Leben" von der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Psychologieprofessor Werner Greve sucht sie derzeit Eltern, die an der Studie teilnehmen.

Alle Eltern, die an der Studie teilnehmen möchten, füllen einzeln einen Online-Fragebogen aus. Der Fragebogen kann ab sofort online bearbeitet werden. Dabei machen Eltern Angaben zum Alltag mit ihrem Kind, etwa ob es Verhaltensweisen zeigt, die stören, ob sie das Gefühl haben, selten frei zu haben, ob sie Zweifel haben. Sie äußern sich zum Beispiel, wie sie in der Familie miteinander umgehen, ob sie ihr Kind loben und sich als freiwillige Helfer in der Sport- oder Musikgruppe des Kindes engagieren. Die Eltern können zum Beispiel belastende Ereignisse schildern wie Mobbing, weniger Freunde, die Familie zieht sich zurück, eine schwere Krankheit und Schulden. Und sie können Ereignisse schildern, die das Familienleben auf schöne Weise beeinflussen, wie Unterstützung von Freunden, ein neuer Partner, eine schöne Wohnung, Erhöhung des Einkommens oder gute Schulleistungen des Kindes.

Wie Kinder sich entwickeln, dazu liegen bereits viele Erkenntnisse vor. Die Hildesheimer Forscher hingegen untersuchen die bisher weniger beachtete psychische Lebenssituation von Eltern. Der eigene Alltag verändert sich und es gibt manche Einschränkungen: Wer ein Kind betreut, braucht Zeit und Mühe. Wie gehen Eltern damit um, wenn weniger Zeit für ihre persönlichen Interessen bleibt? Wie meistern sie Konflikte mit ihrem Kind? Woraus schöpfen sie Zufriedenheit und Wohlbefinden?

Einige Fragen sprechen persönliche Punkte an. Die Angaben im Fragebogen werden streng vertraulich und entsprechend der Datenschutzgesetzgebung behandelt. Eine Identifikation der Person, die den Fragebogen ausgefüllt hat, ist nicht möglich und auch nicht beabsichtigt. An der Studie können Eltern aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen, ihre Kinder sollten möglichst noch minderjährig sein.

Kontakt für Eltern

Bei Rückfragen können Eltern die Forscher Sabine Hellmers (M.Sc. Psych.) und Prof. Dr. Werner Greve telefonisch, per Email oder Brief kontaktieren (Telefon: 05121.883-10938, E-Mail: hellmers@uni-hildesheim.de, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim am Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim).

Studie zu Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen

Die Forscher untersuchen in einer weiteren bundesweiten Studie die Lebenslagen von Eltern, deren Kinder mit einer Behinderung oder dauerhaften Beeinträchtigung aufwachsen. Dabei geht es um die Frage, wie Eltern diese Situation bewältigen, welche Strategien sie entwickeln und in welchen Lebenslagen sie leben. Ergebnisse aus einer Vorstudie in Niedersachsen zeigen: Je mehr Belastung die Eltern empfinden, desto schlechter fühlen sie sich. Aber: Bei Eltern, die ihre Perspektive wechseln und sich etwa von einem früheren Ziel lösen können, fallen die Effekte von Belastung deutlich niedriger aus. Die Universität Hildesheim sucht auch für diese Studie über die Lebenslagen von Eltern beeinträchtigter Kinder noch Teilnehmer, auch hierbei füllen sie einen Online-Fragebogen aus (hier geht's zum Fragebogen).

Von: Pressestelle, Isa Lange

Wie Kinder sich entwickeln, dazu liegen Erkenntnisse vor. Sabine Hellmers und Professor Werner Greve hingegen untersuchen die bisher wenig beachtete psychische Lebenssituation von Eltern. Fotos: Isa Lange, Uni Hildesheim, Kind: freeday/photocase.com