Forschungsatelier in Beirut: Institut für Kulturpolitik baut internationale Wissenschaftsbeziehungen aus

Montag, 01. Oktober 2018  / Alter: 74 Tage

Am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ befasst sich ein Team um Professor Wolfgang Schneider mit der Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in Konflikten und gesellschaftlichen Umbrüchen. Dabei arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit 2010 mit Kulturschaffenden und Forschungskollegen im arabischen Raum zusammen.

Archivfoto: Das Institut für Kulturpolitik bringt Kulturakteure, Studierende und Promovierende, wie hier in Tunies, während internationaler Forschungsateliers zusammen.

Im Oktober 2018 findet ein fünftägiges Forschungsatelier zu Kulturpolitik und Kulturvermittlung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchs-wissenschaftler an der Lebanese University in Beirut statt.

Sechs Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim nehmen teil, vier weitere Doktorandinnen des Instituts für Kulturpolitik werden internationale Lehrerfahrungen sammeln und die Studierenden aus Hildesheim und Beirut unterrichten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert den Austausch. Während des Forschungsateliers befassen sich die Studierenden aus Hildesheim und Beirut mit kulturwissenschaftlichen Theorien und kulturpolitischen Konzepten in Transformationsprozessen und der Rolle von Kulturvermittlung im Libanon. „Das Arbeiten in einem multinationalen Forschungsumfeld unterstützt die Internationalisierung von Lehre und Forschung sowohl der libanesischen als auch der deutschen Universität“, sagt Professor Wolfgang Schneider.

Das Forschungsatelier ist die erste Kooperation mit der Lebanese University, die auch einen Studiengang „Kulturvermittlung” aufgebaut hat – somit ein idealer Kooperationspartner für die Hildesheimer Kulturpolitiker. Ziel des Austausches ist, Studentinnen und Studenten im Bereich Kulturvermittlung und Kulturpolitik in der MENA Region („Middle East & North Africa“) weiterzubilden und ein Netzwerk von Nachwuchswissenschaftlern aufzubauen. Die Teilnehmer kommen aus Marokko, Tunesien, Irak, Ägypten, Palästina, Libanon und Deutschland.

Mit der Konferenz in Beirut setzt das Institut für Kulturpolitik die internationale Kooperation fort, bereits vor zwei Jahren hat das Institut ein tri-nationales Forschungsatelier in Tunesien ausgerichtet. Damals drehten sich die Diskussionen unter anderem um die Rolle der dramatischen Künste in der arabischen Revolution, die Debatte wird nun in Libanon mit Künstlerinnen und Künstlern fortgeführt.

Kurz erklärt

Studium am Institut für Kulturpolitik: „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“

Das Institut für Kulturpolitik bildet Expertinnen und Experten für Kulturmanagement, Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturvermittlung in Hildesheim aus. Auf dem mittelalterlichen Kulturcampus Domäne Marienburg entwickeln über 100 Studentinnen und Studenten in einem Masterstudiengang neue Konzepte der Kulturvermittlung, ein Viertel davon studiert im deutsch-französischen Doppelstudium in Hildesheim und Marseille. Etwa 500 Studierende befassen sich mit dem Fach Kulturpolitik im Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“. Studierende können außerdem den Schwerpunkt „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ wählen und an Partnerhochschulen in Marseille/Frankreich, Istanbul/Türkei, Vilnius/Litauen, Pretoria/Südafrika, Casablanca/Marokko und Toluca/Mexiko studieren.

Von: Pressestelle, Isa Lange [erstveröffentlicht 04.10.2018]

Archivfoto: Das Institut für Kulturpolitik bringt Kulturakteure, Studierende und Promovierende, wie hier in Tunies, während internationaler Forschungsateliers zusammen.