Experimentelle Gesundheitspsychologie

Freitag, 20. Januar 2012 um 16:20 Uhr

„Ich greife in meiner Forschung sozialpsychologische Fragestellungen aus der Wirtschaft und Politik auf und versuche diese mit laborexperimentellen Methoden zu beantworten", sagt Prof. Dr. Andreas Mojzisch. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung spricht er am Dienstag, 24. Januar 2012, zum Thema „Wein hält jung und Schokolade macht schön... Ein Plädoyer für eine experimentelle Gesundheitspsychologie“.

„In meiner Forschung und Lehre folge ich dem Credo Kurt Lewins (einer der Gründungsvater der Sozialpsychologie), wonach Grundlagenforschung und angewandte Forschung nicht als isolierte Bestandteile zu sehen sind, sondern zu einem harmonischen Ganzen integriert werden sollten“, sagt Prof. Dr. Andreas Mojzisch. „Ich greife in meiner Forschung sozialpsychologische Fragestellungen aus der Wirtschaft und Politik auf und versuche diese mit laborexperimentellen Methoden zu beantworten. In meiner Lehre achte ich auf eine ausgewogene Mischung zwischen Theorie und Praxis. Mein Anspruch ist dabei, nicht nur Wissen, sondern besonders auch berufsspezifische Kompetenzen zu vermitteln.“

Der Professor für Sozialpsychologie forscht am Institut für Psychologie unter anderem über Entscheidungsprozesse in Gruppen, experimentelle Gesundheitspsychologie und „Social Neuroscience“. Nach dem Studium und der Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Habilitation im Jahr 2009 an der Georg-August-Universität Göttingen forschte er in Birmingham und Oxford. Seit März 2011 hat er die Professur für Sozialpsychologie an der Stiftung Universität Hildesheim inne.

„Viele gesundheitspsychologische Studien untersuchen korrelative Zusammenhänge zwischen Variablen. Aus solchen Zusammenhängen lassen sich aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen ableiten. Der Befund, dass Schokolade-Liebhaber im Durchschnitt einen niedrigeren Blutdruck haben als Menschen, die keine Schokolade essen, bedeutet zum Beispiel nicht, dass Schokolade ursächlich den Blutdruck senkt. So könnte es (rein hypothetisch) sein, dass Schoko-Liebhaber mehr Obst essen, und dieses wiederum für den niedrigeren Blutdruck verantwortlich ist“, erläutert Mojzisch das Thema seiner Antrittsvorlesung. „Ich plädiere daher dafür, den dominierenden korrelativen Ansatz in der Gesundheitspsychologie durch Experimente zu ergänzen. Experimente bieten gegenüber korrelativen Studien den Vorteil, dass sie eindeutige Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen erlauben.“ Nicht nur psychologische, sondern auch physiologische Parameter gilt es dabei zu messen. „In einem aktuellen Experiment konnten wir zum Beispiel nachweisen, dass ein Wir-Gefühl in Gruppen signifikant die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol reduziert“, sagt Mojzisch.

Die Antrittsvorlesung findet im Rahmen der Ringvorlesung „Gesundheit“ des Instituts für Psychologie statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Öffentliche Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Andreas Mojzisch

Wann? Dienstag, 24. Januar 2012, um 18:15 Uhr
Wo?     Hauptcampus, Hörsaal 2


Achtet in seiner Lehre auf eine ausgewogene Mischung zwischen Theorie und Praxis: Prof. Dr. Andreas Mojzisch.

Achtet in seiner Lehre auf eine ausgewogene Mischung zwischen Theorie und Praxis: Prof. Dr. Andreas Mojzisch. Achtet in seiner Lehre auf eine ausgewogene Mischung zwischen Theorie und Praxis: Prof. Dr. Andreas Mojzisch.