Video: Sein Forschungsthema ist ein heißes Eisen

Dienstag, 27. Juli 2021 um 15:37 Uhr

Wenn Christian Helmreich seiner Forschungstätigkeit nachgeht, glüht und qualmt es ordentlich. In seinem Promotionsprojekt auf dem Gebiet der Experimentalarchäologie führt er ein Thema fort, das ihm schon in seiner Masterarbeit im Studiengang Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeit überraschende Erkenntnisse beschert hat: Helmreich konnte nachweisen, dass bereits im 1. Jh. n. Chr. eine frühindustrielle Gewinnung von Eisen auch in Regionen mit geringem Vorkommen von Raseneisenerz möglich war.

Ein Grabungsfund in Sehnde bei Hannover gab den Anstoß: Dort war man im Jahr 2017 bei Erdarbeiten auf die Überreste von insgesamt mehr als 30 Rennöfen und zehn Grubenhäusern gestoßen – „ein richtiges frühgeschichtliches Industriegebiet“, sagt Helmreich - und das in einer Region, in der die natürlichen Ressourcen für die Eisengewinnung gar nicht gegeben schienen. Aber mit einer ausgeklügelten Kombination verschiedener, einzeln nicht verhüttbarer Bestandteile ließ sich eben doch Eisen zu gewinnen - wie hier im Video zu sehen ist.

Im Freilichtmuseum Grafhorn stellen Christian Helmreich, Doktorand am Institut für Geographie an der Uni Hildesheim, und Museumsmitarbeiter Florian Kobbe an einem nachgebauten Rennofen aus Lehm den Prozess der Eisenverhüttung nach.

 

Video: Sara Reinke / Schnitt: Daniel Kunzfeld

 

Einen längeren Beitrag zu Christian Helmreichs Forschung lesen Sie hier.


Foto: Sara Reinke

Christian Helmreich befeuert den nachgebauten Rennofen aus Lehm für die Eisenverhüttung nach historischem Vorbild. Foto: Sara Reinke

Mehrere Stunden dauert es, bis auf diesem Weg Eisenerz gewonnen werden kann. Auf dem Gelände des Freilichtmuseums leuchten die Feuer der Rennöfen oft noch bis in die Nacht. Foto: Christian Helmreich