Erziehungs- und Sozialwissenschaften: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Mittwoch, 17. Mai 2017  / Alter: 11 Tage

Die Uni unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 31. Mai 2017 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben.

Dank einer Förderung durch die Universität konnte die Erziehungswissenschaftlerin Wiebke Hiemesch ihre Dissertation in einer renommierten Schriftenreihe publizieren. Markus Germar vom Institut für Psychologie kann an einem Kongress teilnehmen und sein akademisches Netzwerk in der Postdoc-Phase ausbauen. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim

Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum zweiten Mal. Die erste Förderperiode fand im Wintersemester 2016/17 statt, von der bisher vier Personen profitieren konnten. Bis zum 31. Mai 2017 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 31. Mai oder der 30. November.

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Nachgefragt bei Wiebke Hiemesch (Erziehungswissenschaft) und Markus Germar (Psychologie)

Dr. Markus Germar und Dr. Wiebke Hiemesch werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen gefördert. Hiemesch dokumentiert in ihrer Dissertation die Kindheit in nationalsozialistischen Zwangslagern und wie Kinder diese Zeit überlebt haben. Sie recherchiert und schreibt, damit Lebens- und Leidensgeschichten nicht vergessen werden. Germar untersucht in seiner Forschung, wie die Meinung, die Entscheidungen oder das Verhalten eines Menschen durch andere Menschen beeinflusst werden.

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

Hiemesch: Mit den Fördergeldern des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften wurde die Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück" unterstützt. Das Manuskript wurde für die Schriftenreihe „Beiträge zur Historischen Bildungsforschung“ (Hrsg. Meike Sophia Baader, Rudolf W. Keck, Elke Kleinau und Karin Priem) des Böhlau Verlags angenommen. Eine solch renommierte und einschlägige Schriftenreihe ermöglicht es in meinem Themengebiet besonders gut, dass die vorliegenden Ergebnisse für ein interdisziplinäres Fachpublikum sichtbar und verfügbar sind. Aber die Publikation ist dann auch mit hohen Kosten verbunden, sodass auch ich auf Fördergelder angewiesen war.

Germar: Ich habe durch die Fördersumme nun die Möglichkeit sowohl an einem Kongress als auch an einem wichtigen Workshop teilzunehmen. Beides wird mir helfen, in der Postdoc-Phase mein wissenschaftliches Profil zu schärfen und meine Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Hiemesch: Die wissenschaftliche Arbeit findet zumeist im Verborgenen statt und erfährt erst durch ihre Publikation oder durch Vorträge Gehör. Angesichts der unsicheren Beschäftigungsverhältnisse des Mittelbaus kann es ein echtes Problem darstellen, die Publikation der Dissertationsschrift zu finanzieren. Die Förderung ist in jedem Fall eine Anerkennung der Leistung, möglicherweise wird es durch sie auch erst möglich, dass die eigene Forschung in der Scientific Community sichtbar wird, weil Publikationen und aufwendige Forschungs- und Vortragsreisen finanziert werden können.

Germar: Die Förderung ist definitiv eine Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen. Ich habe mich über die Förderung und über die Anerkennung durch meine Kolleginnen und Kollegen im Fachbereich 1 sowie durch die Universität sehr gefreut.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Hiemesch: Ja, ich kann die Bewerbung empfehlen. Es ist ein unkompliziertes Vorgehen, denn eine Kurzzusammenfassung des Projekts, des Artikels oder der Dissertation hat man meist ohnehin vorliegen.

Germar: Auf jeden Fall. Es handelt sich um ein Förderprogramm „vom Mittelbau für den Mittelbau“. Die Fördermöglichkeiten sind flexibel, die Beantragung unbürokratisch. Außerdem lässt sich mit 1000€ sehr viel machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Von: Pressestelle, Isa Lange

Dank einer Förderung durch die Universität konnte die Erziehungswissenschaftlerin Wiebke Hiemesch ihre Dissertation in einer renommierten Schriftenreihe publizieren. Markus Germar vom Institut für Psychologie kann an einem Kongress teilnehmen und sein akademisches Netzwerk in der Postdoc-Phase ausbauen. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim