Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation auf Bundesebene

Montag, 18. November 2019 um 10:16 Uhr

Das Bundesjugendkuratorium hat Empfehlungen erarbeitet, wie junge Menschen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden können. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer – Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums – weist darauf hin, dass gegenwärtig politische Beratungsprozesse auf Bundesebene in vielen Ressorts weitgehend ohne die junge Generation stattfinden.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit diesem Jahr Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen.

Das Bundesjugendkuratoriums hat jetzt Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation in der Politikberatung auf Bundesebene erarbeitet.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden?

Junge Menschen fordern gegenwärtig, wie sich beispielsweise mit den Protesten für mehr Umwelt- und Klimaschutz („Fridays for Future“) zeigt, die Politik heraus. Sie machen ihr Wissen deutlich und verlangen neue Antworten der Politik für eine bessere Gegenwart und Zukunft.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen grundsätzlich und nachhaltig in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden? Gerade gegenwärtig – 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderechtekonvention – ist diese Frage hochaktuell.

Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen bisher kaum vertreten

Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums findet die Bundespolitik weitgehend ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit jungen Menschen statt. Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen kaum vertreten.

Das Wissen der jungen Generation in unserer Gesellschaft soll in allen Politikfeldern nicht nur stärker diskutiert, sondern auch in politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse einfließen, so die Forderung des Gremiums. Entscheidungsträger sollten sich stärker neuen, auch digitalen Räumen junger Menschen annähern, in denen junge Menschen sich austauschen, eine politische Meinung bilden und diese mitteilen. Die Kinder- und Jugendpolitik sollte mit jungen Menschen gestaltet werden. Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

Professor Wolfgang Schröer: „Das Wissen und die Erfahrungen junger Menschen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen“

„Schauen wir uns die Gremien genauer an, die über die Zukunft und Politik auf Bundesebene – aber auch in anderen Kontexten – beraten, hier fehlen junge Menschen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen. Dafür gilt es neue Formen der Auseinandersetzung zu finden und diese nachhaltig mit jungen Menschen aufzubauen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leaver*innen“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer@uni-hildesheim.de.