„Eine Pflanze, die den Sommer übersteht“ – Informatik-Workshop für Schülerinnen ab Klasse 10

Mittwoch, 6. August 2025 - 15:44 Uhr

Im ersten Workshop im Rahmen des bundesweiten Programms PIONIERIN bauten Schülerinnen an der Universität Hildesheim smarte Bewässerungsanlagen für Zimmerpflanzen – und den Topf gleich mit dazu. Das Projekt soll Schülerinnen ab der zehnten Klasse Inspiration und Orientierung für ein potenzielles Informatikstudium ermöglichen.

Die Mädchen designen und programmieren einen digitalen Blumentopf, den sie mit Hilfe eines 3D-Druckers drucken. Mit Mikrocontrollern, Sensoren und Aktoren ertüfteln sie dann die smarte Bewässerungsanlage. „Mir gefällt das logische Denken in der Informatik“, erklärt Nele, Teilnehmerin im Workshop, während sie die Kontaktstellen für die Mikrocontroller verlötet und immer wieder überprüft, ob in den Verbindungen kein Kurzschluss entsteht. Über den Workshop sagt ihre Freundin Lia: „Das ist perfekt. Eine Pflanze, die die heißen Tage übersteht“. Beide gehen nach den Sommerferien in die zwölfte Klasse. Ihr Klassenlehrer hatte sie auf den Workshop aufmerksam gemacht.

Im Zentrum von PIONIERIN stehen Workshops, in denen die jungen Frauen mit Technologien wie 3D-Druck, Mikrocontrollern und Lasercuttern eigene Projekte entwickeln – mit Alltagsbezug. Die Universität Hildesheim fokussiert sich in ihren Angeboten auf den Bereich der Umweltinformatik. „Wir möchten mit unseren Angeboten die Brücke zwischen Schule und Studium bauen und Berührungsängste nehmen“, erklärt Kira Klaner vom Institut für Mathematik, Mathedidaktik und Informatikdidaktik der Universität Hildesheim. Geforscht wird auch an der Entwicklung und Durchführung von außerschulischen Lernangeboten, Untersuchung der Wirksamkeit mit quantitativen und qualitativen Methoden und die Aufarbeitung und Publikation der entwickelten Angebote für die mögliche Umsetzung durch ein Kollegium anderer Universitäten und außerschulischer Lernorte.

Während der dreijährigen Projektlaufzeit werden die beteiligten Universitäten Hildesheim, Koblenz, Bamberg und Kassel eine Vielzahl  solcher alltagsnahen Workshops anbieten und so Informatik-Inhalte zielgruppengerecht vermitteln. „Mit unseren Angeboten möchten wir Klischees und Stereotype rund um das Informatikstudium aufbrechen und ein realistisches, vielfältiges Bild der Disziplin vermitteln,“ erklärt Prof. Dr. Nils Pancratz vom Institut für Mathematik, Mathematikdidaktik und Informatikdidaktik der Universität Hildesheim.

 „Oft denkt man nur an das klassische Programmieren im stillen Kämmerlein. Aber Informatik findet man in allen Bereichen des Lebens: unter anderem in der Medizin, Kunst, Bildung und Industrie,“ ergänzt Klaner. „Mithilfe von Datenerhebungen und -analysen werden Zusammenhänge klarer und es können Lösungen für Probleme gefunden werden. Hier wäre das also die Zimmerpflanze, die gegossen wird, wenn ihre Erde zu trocken ist. Informatik kann aber beispielweise auch bei der Warnung vor Unwettern oder Umweltkatastrophen helfen.“

Der nächste Workshop findet vom 20.-22. Oktober in den Herbstferien statt. Voraussichtlich werden die Teilnehmerinnen dort Umweltmessstationen für ihre Zimmer bauen.

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