Der Zauber von Weihnachten. Kindertheologische Überlegungen für jedes Alter.
Donnerstag, 27. November 2025 – 09:06 Uhr
Wie jedes Jahr weihnachtet es auch diesen Dezember sehr: Am dritten Dezember versammeln sich Klein und Groß zur Weihnachtsvorlesung in Hörsaal 4 der Universität Hildesheim. „Die kommende ist meine letzte Weihnachtsvorlesung. Das ist neben dem Science-Slam eines meiner Babys“, erzählt Prof. Dr. Martin Schreiner, vom Institut für evangelische Theologie, der die Veranstaltung 2011 initiierte. Seither hat sich die Weihnachtsvorlesung als fester Bestandteil des jährlichen Programms etabliert. Vor seinem Eintritt in den Ruhestand im September 2026 übernimmt Schreiner die Weihnachtsvorlesung in diesem Jahr noch einmal selbst.
„Jeder begegnet sich und seinem Kindsein, seinen Erinnerungen, mit all seinen Bräuchen, Traditionen und Symbolen. Wie Kinder gelehrte und gelebte christliche Religion wahrnehmen und leben, welche religionsspezifischen Narrative in ihren Köpfen entstehen und wie sie nach und nach religiös mündig werden, ist unter anderem Inhalt meiner religionspädagogischen Forschungen“, sagt Schreiner zum Weihnachtsfest.
In der diesjährigen Vorlesung befasst sich Schreiner zudem mit theologischen Aspekten der Weihnachtsbotschaft. „Jesus und seine Geburt sind zugleich in zweierlei Hinsicht anstößig. Einerseits wird Gott Mensch und das in Gestalt eines hilflosen Säuglings. Das ist eine anstößige Botschaft, skandalös geradezu. Das Heil der Welt soll in einem kleinen Kind liegen und doch wissen wir: Es gibt keine heile Welt, es gibt nur eine zu heilende Welt. Daran erinnert uns Jesu Geburt. Wir können menschlicher werden, wenn wir die Weihnachtsbotschaft ernst nehmen. Und auch das ist anstößig – im Sinne eines Anstoßes: die Aufforderung, der Impuls, die Erinnerung, stetig Menschlichkeit walten zu lassen.“
Seit den 1990er-Jahren arbeitet Schreiner in der Religionspädagogik an einem Perspektivwechsel: „Kinder sind nicht nur Philosophinnen und Philosophen, sondern auch Theologinnen und Theologen. Ihre Perspektiven in die Religionspädagogik aufzunehmen, ist von großer Bedeutung für Religionslehrkräfte, aber auch für kirchliche Mitarbeitende. Religion und Bildung gehören zusammen. Bildung ohne Religion ist unvollständig und Religion ohne Bildung ist gefährlich.“
Die Weihnachtsvorlesung findet am Mittwoch, 3. Dezember um 18 Uhr im Hörsaal 4 am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt. Musikalisch begleitet wird der Abend vom Universitätsblasorchester. Im Anschluss klingt die Veranstaltung bei winterlichen Getränken aus.
Dieses Jahr werden Spenden für den Sozialfonds gesammelt. Mit einer Spende an den Sozialfonds der Universität Hildesheim wird schnelle, unbürokratische Hilfe für Studierende in finanziellen Notlagen ermöglicht. Hier gehts zum Spenden.
Philo Schäfer