DAAD-Gastprofessur am UNESCO-Lehrstuhl für Kulturpolitik für Kunst und Transformation, Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim
Dienstag, 9. Juni 2026 - 10:30 Uhr
Ankündigung
Wir freuen uns, bekannt geben zu dürfen, dass das renommierte DAAD-Gastprofessorenprogramm Fördermittel für unser bevorstehendes Projekt zu kreativer Praxis, künstlerischer Forschung und kollaborativem Lernen unter der Leitung von Prof. Antje Budde (Universität Toronto) bewilligt hat. Das Projekt trägt den Titel: Queering A/I in Kontexten von Kunst und Kultur. – Theorien, Konzepte, Strukturen und künstlerische Praktiken. (A/I = künstlerische Intelligenz). Budde arbeitet mit Prof. Julius Heinicke zusammen und wird auch Kontakte zu lokalen Kulturinstitutionen wie dem Dom-Museum Hildesheim, dem RPM-Museum Hildesheim, dem Stadtarchiv und anderen Interessengruppen knüpfen. Budde wird von März bis Juni 2026 am interdisziplinären Kulturcampus Domäne Marienburg arbeiten.
Innerhalb dieses konzeptionellen Rahmens von „Queering A/I” wird Budde drei Projekte verfolgen, die sich an graduierte studentische Mitarbeiter und Mitlernende richten. Sie wird zwei Blockseminare anbieten:
1. „Theatermaschinen. Imitationsspiele. A/I – Queer-feministische Untersuchungen zu performativem Denken/Schaffen”. Ausgehend von Judith Butlers Diskussion über „Theatermaschinen” befasst sich dieser Kurs mit Fragen der Beziehungen zwischen Mensch, Maschine und Natur sowie der damit verbundenen Politik und Strategien, veranschaulicht anhand von Werken queerer, feministischer, indigener und schwarzer Visionäre wie Octavia E. Butler, Isabel Fall, Jason Edward Lewis, Suzanne Kite, Vsevolod Meyerhold, Alan Turing, Gertrude Stein und Andy Warhol.
2. „Anarcheologie und A/I – Technikvermittelte Performance als Zeitmaschine”. Dieser Kurs ist inspiriert vom queeren Philosophen Michel Foucault, der in einem Wortspiel die Begriffe Anarchie und Archäologie zu Anarcheologie kombinierte. In seinen Vorlesungen „On the Government of the Living” (1979-80) plädiert er für eine „theoretisch-praktische Position zur Nicht-Notwendigkeit von Macht als Prinzip der Verständlichkeit von Wissen selbst” und spielt dabei auch auf theatralische Traditionen und alethurgische Performances der Wahrheitsfindung an.
Zusätzlich zu den Seminaren wird Budde die experimentelle Prototypentwicklung und Performance-Installation eines vorgeschlagenen künstlerischen Forschungsprojekts mit dem Titel „Decolonizing body politic: The Plate Camera Artistic Intervention Game. – Spielerische Einbindung der Gemeinschaft in die Mediengeschichte der Kulturpolitik und der (lokalen) Selbstdarstellung als öffentliche Performance und gemeinschaftliche Ausstellung“ leiten.
Kurzbiografie Antje Budde
Antje Budde arbeitet als außerordentliche Professorin am Zentrum für Drama, Theater und Performance Studies der Universität Toronto. Sie ist eine queere feministische Multimedia-Wissenschaftlerin und Künstlerin, Gründerin von Kreativkollektiven und experimentellen Labors, deren wissenschaftliche, gemeinschaftsbildende und kreative praxisorientierte Forschung zu (Live-)Medien und Geschichte in konventionellen und nicht-konventionellen Formen veröffentlicht wird. Seit fast einem Jahrzehnt initiiert und entwickelt sie praxisorientierte Forschung und Theoriebildung zu A/I oder künstlerischer Intelligenz.
Ihre Multimedia-Workshops und Performances konzentrieren sich auf die Entwicklung von Handlungsfähigkeit, Kompetenz und übertragbaren Fähigkeiten auf der Grundlage von A/I (künstlerischer Intelligenz), Queering des Brecht'schen Apparats und multimodalem verkörpertem Lernen, kollektiver Kreation, sozialer Arbeit, Materialität und Herstellung, kritischer Kreativität und dialektischer Perfektionierung queeren Scheiterns. Ihre künstlerische Forschung wurde auf internationalen Festivals, praxisorientierten Konferenzen und in Kunstausbildungseinrichtungen in Brasilien, Kanada, Deutschland, Lettland, Serbien, Singapur und den USA präsentiert.
Zuletzt hielt sie einen Vortrag zum Thema „Menschliche Haut, digitale Maske: Erforschung von A/I (künstlerischer Intelligenz), Aufbau dekolonialer Allianzen und queeres Wissen andersherum” auf der Jahreskonferenz der African Theatre Association (AfTA) vom 10. bis 12. Juli 2025 in Stuttgart, Deutschland. Sie nahm an einer von Studenten organisierten Podiumsdiskussion über Forschungsmethoden auf der TRPExhibition: Innovation in Action 2025 teil. Die Konferenz verbindet Kunst und Wissenschaft, um Innovationen im Gesundheitswesen voranzutreiben. 30. August 2025. Universität Toronto, Kanada. Derzeit arbeitet sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen Milija Gluhovic und Silvija Jestrovic (beide Universität Warwick) an der Entwicklung eines Workshop-Projekts zum Thema „Decoloniz(s)ing Knowledge Through Performance and Technology” (Dekolonisierung von Wissen durch Performance und Technologie). Außerdem baut sie ein pp (persönlich-professionelles) Webprojekt namens A/IM – Artistic/Intelligence Mode auf, das in Kürze unter www.artisticintelligence.ca verfügbar sein wird.
Links
- UNESCO-Lehrstuhl für Kulturpolitik für Kunst und Transformation, https://www.uni-hildesheim.de/unescochair
- Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim, https://www.uni-hildesheim.de/kulturpolitik
- Kulturcampus Domäne Marienburg, https://www.uni-hildesheim.de/kulturpraxis/kulturcampus/
- Hildesheim Dommuseum, https://www.dommuseum-hildesheim.de/en/
- Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, https://rpmuseum.de/