Bewegungslabor: Verletzungen im Sport vermeiden

Mittwoch, 01. März 2017  / Alter: 292 Tage

Der NDR blickt auf das Forschungsland Niedersachsen: Im Bewegungslabor der Universität Hildesheim wollen Forscher mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras herausfinden, wie sich Verletzungen beim Laien- und Profisport verhindern lassen.

Professor Peter Frei (re.) und Professor Nico Kurpiers (li.) untersuchen im Bewegungslabor der Universität Hildesheim menschliche Bewegungsabläufe. Die Grafik zeigt ein Ganzkörpermodell eines Skifahrers. Der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers untersucht, wie Sportlerinnen und Sportler, etwa Skifahrer, Verletzungen vermeiden können. Grafik: Nico Kurpiers/Uni Hildesheim, Foto: Isa Lange

Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler haben an der Universität Hildesheim den Schwerpunkt „Sport, Gesundheit und Leistung“ aufgebaut. Die Wissenschaftler wollen mit ihrer Forschung den Transfer hinein in den Alltag leisten. Mittlerweile lernen in Hildesheim 400 Sportstudentinnen und Sportstudenten.

Im Uni-Bewegungslabor untersuchen Sportwissenschaftler Bewegungen von Menschen. Mit ihrer Grundlagenforschung tragen sie zu einem besseren Verständnis von menschlichen Bewegungsabläufen bei. Die Sportwissenschaftler Professor Peter Frei und Professor Nico Kurpiers analysieren, welche Kräfte wann auf den Körper wirken, wenn eine Turnerin durch die Lüfte wirbelt und landet. Neben dem Spitzensport haben die Forscher auch Sport und Bewegungsabläufe im Alltag im Blick. Dabei wollen sie zum Beispiel herausfinden, welche Kräfte beim Skifahren auf die Kniegelenke wirken – bei Profisportlern genauso wie bei Millionen Hobby-Skifahrern. Ziel der Forschung ist, das Verletzungsrisiko zu minimieren und die Zahl von weltweit 70.000 Kreuzbandrissen pro Jahr zu reduzieren, berichtet der NDR in einem Filmbeitrag über die Sportforschung in Hildesheim [hier geht's zum Filmbeitrag im NDR Fernsehen]. „Wir können Bewegungen wiederholt in Videoanalysen aus mehreren Perspektiven betrachten und berechnen, wie sich etwa der Schwerpunkt verlagert“, sagt Professor Nico Kurpiers. „Unser Labor ist mobil, wir nehmen das Bewegungslabor mit auf die Skipiste. Oder wir gehen in den Alltag und führen Ganganalysen bei Patienten durch.“

Bewegung wirkt sich unmittelbar auf den Körper, das Herz-Kreislauf-System und die Motorik aus, sagt Professor Peter Frei. Er leitet das Institut für Sportwissenschaft an der Universität Hildesheim. „Und Sport ist mehr: Der soziale Aspekt ist genauso wichtig, man trifft sich, tauscht sich aus, lernt einander kennen, ist ein Team, baut Vertrauen auf.“

In einem Masterstudiengang setzen sich Studentinnen und Studenten mit Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne auseinander. „Sie weiten den Blick auf Gesundheit und Leistung. Leistung ist mehr als höher, schneller, weiter. Unsere Studentinnen und Studenten setzen sich mit der Bedeutung von Gesundheit für Kinder und Jugendliche oder dem Leistungsgedanken im Erwachsenenalter auseinander, sie blicken auf die Rolle des Sports im gesamten Lebenslauf“, so Professor Frei. In dem zweijährigen Masterstudiengang sammeln Studentinnen und Studenten in einer mehrmonatigen Praxisphase umfangreiche Erfahrungen und wenden sportwissenschaftliches und methodologisches Wissen an. Außerdem führen sie im Praxissemester ein eigenes Forschungsprojekt durch.

Kooperationspartner des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim sind unter anderem der Landessportbund Niedersachsen, der Olympiastützpunkt Niedersachsen, der Behindertensportverband Niedersachsen, die Reha-Kinderklinik Bad Oexen, das ambulante Reha-Zentrum Hildesheim, die Medizinische Hochschule Hannover und die Rehabilitationsklinik Fallingbostel. So binden die Sportwissenschaftler aus Hildesheim gemeinsam mit Ärzten aus Hannover Sport in den Alltag von krebskranken Kindern ein, damit diese wieder Kraft tanken und Zutrauen erfahren.

Wer sich für die Forschung und das Studium interessiert, kann Prof. Dr. Peter Frei (peter.frei@uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Nico Kurpiers (kurpiers@uni-hildesheim.de) kontaktieren.

Filmbeitrag über die Forschung der Sportwissenschaftler im NDR Fernsehen

NDR Fernsehen (Sendung „Hallo Niedersachsen“, 14.02.2017, Filmbeitrag von Bernd Reiser, ~ 4 Min.): Der NDR blickt im Februar auf das Forschungsland Niedersachsen: Im Bewegungslabor der Universität Hildesheim wollen Forscher mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras herausfinden, wie sich Verletzungen beim Laien- und Profisport verhindern lassen. [hier geht's zum NDR-Filmbeitrag, zeitlich begrenzt abrufbar]

Masterstudiengang Sportwissenschaft – Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

Von: Pressestelle, Isa Lange [erstveröffentlicht am 16.02.2017]

Professor Peter Frei (re.) und Professor Nico Kurpiers (li.) untersuchen im Bewegungslabor der Universität Hildesheim menschliche Bewegungsabläufe. Die Grafik zeigt ein Ganzkörpermodell eines Skifahrers. Der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers untersucht, wie Sportlerinnen und Sportler, etwa Skifahrer, Verletzungen vermeiden können. Grafik: Nico Kurpiers/Uni Hildesheim, Foto: Isa Lange