Beihilfestelle für ausländische Studierende

Freitag, 30. April 2010 um 00:00 Uhr

Eine Beihilfestelle der Evangelischen Studierendengemeinde kümmert sich um ausländischen Studierende in Notlagen

Im Studium wird es für viele manchmal eng, aber gerade für Studierende aus Nicht-EU-Ländern kann ein Engpass schlimme Folgen haben. "Viele können nicht auf Unterstützung ihrer Familien rechnen", erklärt Juliane Link, Pressesprecherin der Evangelischen Studierendengemeinde Hildesheim. "Für diese Studenten aus Afrika oder Asien etwa ist Deutschland ein absolutes Ideal, und vor Ort stellen sie dann fest, wie hoch die Studiengebühren und der Zeitaufwand tatsächlich sind."

Beispiele gibt es genug, weiß Juliane Link und berichtet von einer jungen Indonesierin, die in Hildesheim Internationale Kommunikation studierte und plötzlich ihren Nebenjob bei einem Fast-Food-Restaurant verlor. Dann zog ihr Mitbewohner aus der WG aus, und die junge Frau konnte allein die Miete nicht mehr aufbringen. Für Notlagen wie diese ist die Beihilfestelle für ausländische Studierende der Evangelischen Studierendengemeinde zuständig. Im Falle der indonesischen Studentin bedeutete das: Eine finanzielle Unterstützung von 350 Euro für drei Monate – und damit Zeit genug, einen neuen Job und einen neuen Mitbewohner zu finden.
Die Beihilfemittel, die hierfür in Anspruch genommen werden können, kommen von "Brot für die Welt", also von den Spendengeldern, die die Entwicklungshilfeorganisation der Evangelischen Kirche sammelt. Da die selbst im Engpass stehende Kirche vor zwei Jahren jedoch nicht mehr in der Lage war, die hierfür vorgesehene Beratungsstelle innerhalb der Studentengemeinde zu besetzen, musste umgedacht werden.
"Wir wollten auf jeden Fall einen Anlaufpunkt im Uni-Umfeld beibehalten", macht die evangelische Hochschulpastorin Susanne Kruse-Joost deutlich. Auf ihre Initiative hin wurden Kooperationspartner gefunden: das Studentenwerk Braunschweig, die Stiftung Universität Hildesheim, die HAWK und die evangelische Kirche im Sprengel Hildesheim-Göttingen. Deren Vertreter zogen jetzt bei einer Pressekonferenz positive Bilanz: 31 Studierende aus Ländern wie Kamerum, Sudan, Russland, Ecuador und China sind seit April 2008 mit einer Gesamtsumme von etwa 42.000 Euro gefördert, aber auch tatkräftig beraten worden.
Superintendent Helmut Aßmann unterstrich als Vertreter des Sprengels Hildesheim-Göttingen die Bedeutung der Einrichtung und der Tatsache, dass die Hilfe unabhängig von der Konfession geleistet werde: "Das bedeutet ja gerade Diakonie – denjenigen beizustehen, die durch so viele Hilferaster fallen. Außerdem ist das auch ein Signal, das wir geben können, wenn die Studierenden in ihre Heimatländer zurückkehren: So verstehen wir uns selbst als christliche Kirche."
Bis zum 31. Juli 2010 wird die Beratungsstelle, die zurzeit mit Steffi Albrecht besetzt ist, noch von den Kooperationspartnern finanziert. Sönke Nimz vom Studentenwerk Braunschweig, Prof. Dr. Martin Thren, Präsident der HAWK, und Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim, nutzen jedoch die Gelegenheit, um zu versichern, dass die Förderung weitergehen soll: "Wir sind der Evangelischen Studentengemeinde einfach enorm dankbar, dass sie hier ein Ansprechpartner ist", erklärte Friedrich. "Für uns ist klar: Wir machen weiter."