Bedeutung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit

Mittwoch, 19. Dezember 2018 um 13:35 Uhr

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die Universität Hildesheim mit der Partneruniversität im russischen Nowgorod zusammen. Der Rektor der Staatlichen Universität Nowgorod hat sich während seines Antrittsbesuchs in Hildesheim über die Beziehungen zwischen den beiden Hochschulen informiert.

„Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit ist eine Grundlage für die Beziehungen in der Wirtschaft und auch in der Politik. Ich messe den internationalen Kontakten eine sehr große Bedeutung bei, insbesondere auf der Ebene der Universitäten“, sagt Professor Yury Borovikov.

Der Rektor der Staatlichen Universität Nowgorod hat sich während seines Antrittsbesuchs an der Universität Hildesheim im Dezember 2018 über die Beziehungen zwischen den beiden Hochschulen informiert.

Das Spezialgebiet des Ingenieurs Yury Borovikov sind elektrotechnische Systeme und Energiesysteme. Seit November 2017 leitet er die Staatliche Universität Nowgorod und hält in dieser Funktion die internationalen Wissenschaftsbeziehungen aufrecht. „Die Ernennung betrachte ich als eine Herausforderung“, sagt Borovikov. Der Ingenieur war zuvor Prorektor für Lehre an „einer der ältesten und bekanntesten technischen Universitäten hinter dem Uralgebirge“ im westsibirischen Tomsk. „Seite 1995 war mein Leben mit Tomsk und dieser Region verbunden.“ Bisher hatte der Wissenschaftler vor allem Beziehungen nach Osten gepflegt, nach China und in die Mongolei aber auch zu europäischen und amerikanischen Hochschulen.

„Wir haben gute Grundlagen in den Beziehungen und eine langjährige Geschichte, Professorin Beatrix Kreß pflegt und entwickelt unsere Kooperation in den Sprachwissenschaften. Wir haben in den Erziehungsiwessenschaften, in Technik und Informatik gemeinsame Ziele. Wir werden unsere Kontakte weiterentwickeln“, sagt Yury Borovikov über die Zusammenarbeit zwischen Nowgorod und Hildesheim. „Ich habe mich während meiner Reise in Hildesheim über die Menschen informiert, die diese Kooperation mit uns in Nowgorod pflegen. Ich möchte aber auch neue Impulse für die Kooperation geben, ein neues Feld ist der digitale Wandel, das maschinelle Lernen wird uns verbinden. Mit dem Informatikprofessor Lars Schmidt-Thieme haben wir gesprochen.“ In Nowgorod entsteht derzeit die „Technische Schule“, das Ziel ist die Ausbildung und Umschulung der Fachleute für „Märkte der Zukunft“, beschreibt Borovikov. „Wir laden die Hildesheimer Informatikprofessoren ein, an dieser Entwicklung persönlich teilzunehmen.“

Yury Borovikov informierte sich über die gemeinsamen Studienprogramme. Die Hildesheimer Sprachwissenschaftlerin Professorin Beatrix Kreß überreichte dem Rektor ein Bachelorzeugnis einer Studentin aus Nowgorod, die gerade ihr Studium in Hildesheim als bereits siebte Absolventin aus Russland erfolgreich beendet hat, das sei ein „zentrales Ergebnis unserer guten Zusammenarbeit“. Zwei Hildesheimer Studentinnen sind derzeit in Nowgorod.

Studentinnen und Studenten aus Hildesheim und Nowgorod spezialisieren sich im Studium auf die „deutsch-russischen Beziehungen“. Der Doppelabschluss im Bereich „Interkulturelle Kommunikation“ der Universitäten Hildesheim und Nowgorod wurde durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Bisher vergab die Universität Hildesheim 3 Stipendien an deutsche Studierende und 3 Stipendien an russische Studierende pro Jahr. Die Universität Hildesheim unterstützt die Hildesheimer Studentinnen und Studenten beim Erwerb von russischen Sprachkenntnissen. An der Universität Nowgorod finden die Lehrveranstaltungen in russischer und deutscher Sprache statt.

Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich dankte der Delegation für ihren Besuch und sicherte eine Fortsetzung der Kontakte zu: „Gerade in Zeiten von politischen Spannungen ist die kontinuierliche Pflege wissenschaftlicher Beziehungen ein hohes Gut. Unsere pensionierte Professorin Olga Graumann hat hier Pionierarbeit geleistet, die wir fortsetzen werden!“

Kurz erklärt

Deutsch-russische Beziehungen: Doppelstudium

Wer sich für ein Studium „Interkulturelle Kommunikation: deutsch-russische Beziehungen“ interessiert, kann Professorin Beatrix Kreß kontaktieren (E-Mail: kressb@uni-hildesheim.de). Das Doppelstudium umfasst einen einjährigen Aufenthalt in Nowgorod. Der Studienaufenthalt in Nowgorod findet im 3. und 4. Semester statt. Mit dem Studium kann man sich für eine berufliche Tätigkeit im deutsch-russischen Arbeitsumfeld, etwa in Unternehmen, Hochschulen, im Bildungswesen, in sozialen Institutionen oder in NGOs qualifizieren. Am Ende der Studienzeit erlangen Studierende jeweils einen Abschluss im Bachelorprogramm „Internationales  Informationsmanagement“ der Universität Hildesheim sowie in „Linguistik: Übersetzung und Übersetzungswissenschaft“ der Staatlichen Universität Nowgorod.

Weitere Informationen zum Doppelstudium finden Sie online:

Deutsch-russische Beziehungen: Doppelstudium