Auf dem Weg in die Wissenschaft: Mentoringprogramm unterstützt Doktorandinnen

Mittwoch, 8. Juli 2026 - 07:41 Uhr

Trotz hervorragender wissenschaftlicher Leistungen und Begeisterung für die Forschung: Viele Frauen verlassen die Universität nach der Promotion. Eine Rolle bei dieser Entscheidung spielen traditionelle Geschlechterstereotype, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch intransparente Karriereperspektiven und fehlende Netzwerke. Das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim setzt hier an und gibt Wissenschaftlerinnen in der frühen Karrierephase mit einem neuen Angebot Unterstützung an die Hand.

Im Rahmen des Professorinnenprogramms startet 2026 das Projekt ProWissenschaft-Mentoring. Ziel ist die Förderung der wissenschaftlichen Karriere von Frauen und die Erhöhung des Anteils von Frauen auf Professuren. Das Angebot ist für Doktorandinnen und weibliche Postdocs konzipiert und umfasst zwei Programmlinien: Im Herbst 2026 startet zunächst die Programmlinie für Doktorandinnen, im kommenden Jahr folgt das Angebot für Postdocs. Die Laufzeit beträgt jeweils ein Jahr.

„Frauen sind in der Wissenschaft noch immer strukturell benachteiligt. Mentoringprogramme helfen dabei, die bestehenden Hürden zu erkennen, sie zu reflektieren und Strategien zu entwickeln damit umzugehen. Sie können gezielt auf eine akademische Karriere vorbereiten und so die Erfolgswahrscheinlichkeit von Wissenschaftlerinnen in den frühen Karrierephasen erhöhen“, erklärt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität und Leiterin des Projekts. 

Das ProWissenschaft-Mentoring setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Zentral sind die Mentoring-Tandems: Jede Mentee bildet ein Tandem mit einer*m Mentor*in, die*der bereits eine fortgeschrittenere Karrierestufe erreicht hat. Mentor*innen für Doktorandinnen sind also erfahrene Postdocs oder Professor*innen. Postdocs werden wiederum von Professor*innen begleitet. In regelmäßigen Gesprächen geben die Mentor*innen ihr Erfahrungswissen weiter. Im Peer-Mentoring tauschen sich die Mentees in Kleingruppen gegenseitig über ihre Erfahrungen und Strategien aus. Ein Begleitprogramm dient der Vermittlung von Schlüsselkompetenzen für die wissenschaftliche Karriere. Die Workshops und Vorträge thematisieren unter anderem die Strukturen des Wissenschaftssystems, geben Tipps zum erfolgreichen Netzwerken und zur Entwicklung akademischer Karrierestrategien. Gerahmt wird das Programm durch eine feierliche Auftakt- und Abschlussveranstaltung. „Im Mentoring lassen sich die Fragen besprechen, die sonst oft ungestellt bleiben: Was sind die unausgesprochenen Regeln in meinem Fach? Wie gehe ich am besten vor, um Netzwerke aufzubauen? Was sind die Erwartungen an zukünftige Professorinnen? Der Austausch mit Mentor*innen und anderen Mentees bietet den Teilnehmerinnen Einblicke in vielfältige Erfahrungen und Strategien“, betont Dr. Jana Otto, Koordinatorin des Projekts. 

Interessierte können sich online bewerben. Voraussetzungen sind die institutionelle Anbindung an die Universität Hildesheim und das Karriereziel Wissenschaft. Weibliche, trans, inter oder nicht-binäre Doktorandinnen aller Fachbereiche sind willkommen. 

Alle Details zum Programm und das Formular zur Bewerbung gibt es hier.

Mehr Infos zum Professorinnenprogramm sind hier zu finden.