Ägypten: Zusammenarbeit mit der Universität Minia

Mittwoch, 24. Juli 2019 um 08:21 Uhr

Eine Delegation der Universität Minia, Ägypten, hat in dieser Woche die Universität Hildesheim besucht. Die Hochschulen haben sich darauf verständigt, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu stärken und den Studierendenaustausch zu befördern.

Sie bauen akaedemische Brücken zwischen Minia und Hildesheim: Marit Breede, Leiterin des International Office, Professorin Irene Pieper, Vizepräsidentin für Internationales, Professorin Regine Schulz, Direktorin des Roemer- und Pelizaeus Museums, Präsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, Vizepräsident Mohamed Galal Hassan Shehata, Mostafa Abdelnaby Abdelrahman Ahmed, Präsident der Universität Minia, und Hussein Mohamed Ali Ibrahim, Koordinator des „German Project“, während des Austauschs in Hildesheim. (von links). Foto: Isa Lange

„People help each other, this is a value. A value of the life. That is the big value, that is why we are expanding up our international cooperations.“

Professor Mostafa Abdelnaby Abdelrahman Ahmed, President of University of Minia, Egypt, during his visit at University of Hildesheim

„Die Universität Minia ist interessiert an einer Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim. Für uns ist die internationale Zusammenarbeit ein wichtiger Wert, Menschen helfen einander und arbeiten zusammen, das ist ein Wert des Lebens. Wir haben 60.000 Studierende, einige sind sehr daran interessiert, Sprachen zu studieren. Eine Kooperation in den Sprachwissenschaften ist für die Studierenden und Lehrenden ein Gewinn. Die Kooperation ist eine Chance für unsere Masterstudierenden, die in Minia Germanistik studieren“, sagt Professor Mostafa Abdelnaby Abdelrahman Ahmed, Präsident der Universität Minia und ein Spezialist für Energiewirtschaft.

Gemeinsam mit seinen Wissenschaftskollegen Professor Mohamed Galal Hassan Shehata, Vizepräsident und Spezialist für Umweltschutz und kulturelle Bildung, sowie Professor Hussein Mohamed Ali Ibrahim, Koordinator des „German Project“ und Experte für Restaurierung und Denkmalpflege besuchte Abdelrahman Ahmed die Universität Hildesheim, um über Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen.

Die Universitäten knüpfen dabei an eine frühere Zusammearbeit an, es besteht ein Kooperationsvertrag aus den 1980er Jahren. Mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum, das für seine ägyptische Sammlung und wissenschaftlichen Projekte in Ägypten international bekannt und für die Hildesheimer Unviersität einer der bedeutsamsten Kooperationspartner ist, bestehen bereits enge Kooperationen nach Minia, weshalb Professorin Regine Schulz, Direktorin des Museums und Ägyptologin, die Delegation begleitete und die Zusammenarbeit aktiv unterstützt.

Ziel der Gespräche zwischen Minia und Hildesheim ist es, Kooperationsmöglichkeiten in Forschung, Studium und Lehre zu diskutieren und den internationalen Studierendenaustausch zu befördern.

Zusammenarbeit in den Sprachwissenschaften: In Minia, südlich von Kairo, werden Sprachen wie Deutsch, Englisch, Italienisch, und Chinesisch erforscht

Die Universität Minia liegt etwa 250 km südlich von Kairo am westlichen Ufer des Nil. Mit der ägyptischen Provinz pflegt die Stadt Hildesheim seit 40 Jahren eine Partnerschaft. 60.000 Studentinnen und Studenten lernen an der Universität Minia, zum Beispiel an der „Faculty of Engineering“, der „Faculty of Computers and Information“, der „Faculty of Agriculture“, der „Faculty of Arts and Human Sciences“, der „Faculty of Fine Arts“, der „Faculty of Early Children Education“, der „Faculty of Art Education“ und an der „Faculty of Alsun“, wo Sprachen wie Deutsch, Englisch, Italienisch, und Chinesisch gelehrt und erforscht werden.

Etwa 800 Studierende – darunter 30 Deutschstudierende – lernen an der Fakultät, die eine gute Chance bietet, um die Kooperation zwischen Hildesheim und Minia insbesondere im Bereich Deutsch als Fremdsprache aufzubauen. Auch in den Bereichen Kulturwissenschaften, Lehrerbildung, Erziehungswissenschaft, Informatik und Sportwissenschaft liegen Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen.

Universität Hildesheim möchte die Zahl der internationalen Studierenden erhöhen

„Wir wollen die Zahl der internationalen Studierenden erhöhen, die Internationalisierung ist eines unserer großen Ziele“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Universität Hildesheim pflegt Studienprogramme unter anderem mit der Pai Chai University in Daejeon und der Chungbuk National University in Chungbuk (Südkorea) in den Informationswissenschaften, mit der Staatlichen Universität Nowgorod (Russland) in den Sprachwissenschaften und mit der Université de Provence im französischen Marseille in den Kulturwissenschaften. Einen Teil des Studiums absolvieren die Studierenden in Hildesheim und einen Teil an der jeweiligen Partneruniversität. Der Studierendenaustausch mit der Partneruniversität Toluca in Mexiko wurde ausgebaut. Jüngst hat Professorin Elke Montanari mit der Deutschen Abteilung der Ain Shams Universität Kairo in Ägypten die Zusammenarbeit gestärkt und ein Team um Professorin Birgit Mandel und Professor Wolfgang Schneider vom UNESCO-Lehrstuhl hat einen Masterstudiengang in Kulturvermittlung und Kulturmanagement mit der Université Hassan II in Casablanca/Marokko aufgebaut. In der Informatik arbeitet ein Team um Professor Lars Schmidt-Thieme in einem englischsprachigen Masterprogramm „Data Analytics“ mit Studierenden aus 25 Ländern zusammen. Die Fachleute für Big Data setzen die Datenanalyse zum Beispiel ein, um ideale Fahrstrecken und Parkplatzlösungen für Autos zu berechnen oder um in Zusammenarbeit mit Archäologen Motive und Gestaltungsformen und deren Urheber in der altgriechischen Vasenmalerei zu identifizieren.

„Hildesheim ist eine überschaubare Stadt, Austauschstudierende kommen sehr schnell mit anderen Studentinnen und Studenten in Kontakt“, sagt Professorin Irene Pieper, Vizepräsidentin für Internationales an der Universität Hildesheim.

Die ägyptische Delegation wurde unter anderem von Oliver Rösner, Referent für Internationale Beziehungen im Büro des Oberbürgermeisters, begleitet. In Hildesheim wurde während des Besuchs der Delegation anlässlich der vierzigjährigen Städtepartnerschaft eine Brücke am Dammtor, die über den Seitenarm der Innerste führt, in „Minia-Brücke“ umbenannt. Während der Zeremonie brachte der Gouverneur von Minia, General Kassem Mohamed Hussein Kassem den Wunsch nach „noch mehr Austausch zwischen den beiden Partnerstädten“ Ausdruck. Für Ende des Jahres ist ein Gegenbesuch in Minia geplant.