Musikalische Rezeptionsweisen: Zusammenhänge mit und Auswirkungen auf persönliche Ziele und akkommodative Regulationsprozesse

In der musikpsychologischen Forschung zu musikalischer Rezeption wird zwischen konzentrierten und aufmerksamer (aufmerksam-analytische Rezeption) und eher emotionsfokussierter Hörweise (emotionale Rezeption) unterschieden. Beide Zugänge schließen sich nicht gegenseitig aus, das Musikhören scheint eher besonders intensiv zu sein, wenn kognitive und emotionale Prozesse parallel ablaufen. Auch persönliche Ziele (z.B. Musiker werden, glücklich sein, Freunde haben etc.) beinhalten kognitive und emotionale Facetten. Wir stellen uns vor, was es bedeutet, Musiker zu sein und planen Schritte, um das Ziel zu erreichen. Nähern wir uns dem Ziel an, freuen wir uns, erscheint es unerreichbar sind wir traurig. Wenn persönliche Ziele nicht mehr erreichbar sind, ist es wichtig, diese durch gleichwertige Alternativen ersetzen zu können (akkommodative Regulationsprozesse). Wir müssen uns an die unvorhergesehene Situation anpassen. Andernfalls fällt die Lösung von blockierten Zielen schwer und depressive Episoden können die Folge sein. Auch beim Musikhören kann es vorkommen, dass das gehörte Stück nicht so verläuft, wie wir es aufgrund unserer Erfahrung erwarteten. Auch hier müssen wir uns an unvorhergesehene Ereignisse anpassen. Diese Ähnlichkeit zwischen Musikrezeption und Regulationsprozessen lässt die Frage aufkommen, ob es Zusammenhänge zwischen beiden Prozessen gibt und ob akkommodative Regulation von Musikrezeption profitieren kann.

 

Projektmitarbeiter:

 

Prof. Dr. Bernhard Leipold

Tim Loepthien

 

Kooperationspartner: Prof. Dr. Bernhard Leipold, Universität der Bundeswehr, München

Projektpublikationen:

  • Loepthien, T. & Leipold, B. (2013). How Can Accommodation Be Enchanced? The Role of Analytical and Emotional Music Reception. In: Proceedings of the 3rd International Conference on Music & Emotion (ICME3), Jyväskylä, Finland, 11th - 15th June 2013. Geoff Luck & Olivier Brabant (Eds.). University of Jyväskylä, Department of Music. 
  • Loepthien, Tim & Leipold, Bernhard (2013): Musikrezeption als möglicher Zugang zu komplexem Denken, assimilativen und akkommodativen Prozessen. In: Kreativität – Struktur und Emotion, Lehmann, Andreas C.; Jessulat, Ariane & Wünsch, Christoph (Hrsg.), Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 240-248.

 

Es sind Bachelor- und Masterarbeiten zu unterschiedlichen Fragestellungen möglich.

 

Kontakt:

Tim Loepthien