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Tagung Nebenfiguren

28. – 30. Oktober 2022

Die Nebenfigur ist keine Nebensache. Das bedeutet aber nicht, sie zur Hauptfigur zu erklären. Stattdessen ist davon auszugehen, dass das Interesse an Nebenfiguren am besten in der Frage abzubilden ist, welche Funktion sie innerhalb einer Handlung, einer Dramat- urgie, eines Tableaus oder einer Struktur inne haben.

Nebenfiguren werden innerhalb von Konstella- tionen etabliert und ihrerseits eingesetzt, um Konstellation zu gestalten. Mehr noch als für protagonistische Figuren gilt für sie, dass sie sich relational, sekundär und als Effekt einer Betrachtung konstituieren, die nicht allein auf solitäre Akteure gerichtet ist, sondern auf die je spezifische Ordnung, an der die Nebenfig- uren durch ihre Auftritte Anteil haben.

Wo sie auftreten, besiedeln die Nebenfig- uren ein terrain vague: zwischen Staffage und Figuration, zwischen Multiplikation und Singularisierung, zwischen Observation und Intervention, Hintergrund und Vordergrund, Funktionalität und Disruption, um nur einige der Gegensätze zu nennen, mit denen sich die interdisziplinäre Tagung befassen wird.

Mit Vorträgen von:
Friedrich Balke, Ruhr-Universität Bochum / Stefanie Diekmann, Stiftung Universität Hildesheim / Lukas Foerster, Universität Bamberg / Dennis Göttel, Universität zu Köln / Martin Jehle, Philipps-Universität Marburg / Wolfgang Kemp, Leuphana Universität Lüneburg / David J. Levin, Chicago University / Fabienne Liptay, Universität Zürich / Bettine Menke, Universität Erfurt / Katja Schneider, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main / Andrea Seier, Universität Wien / Beate Söntgen, Leuphana Universität Lüneburg / Alex Streitberger, Université de Louvain / Christina Thurner, Universität Bern / Juliane Vogel, Universität Konstanz

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