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Karsten Rodemann

Seit 1985 betreibe ich in Berlin die Off-Videothek Videodrom, die sich auf das Archivieren und Vorrätighalten von relevanten Filmen der gesamten Filmgeschichte auf DVD, Blu-Ray und VHS spezialisiert hat. Mit über 36.000 Filmen umfasst das Programm nicht nur die anerkannten Klassiker aller Genre, sondern auch die Marginalien, das sogenannte Paracinema. Parallel habe ich 1989 das Filmmagazin "Splatting Image" mitbegründet und dort über "abseitige" Filme, Filmemacher und Genres geschrieben und so einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht.

 

Und speziell diese sonst eher unterschlagene Seite der Filmgeschichte ist auch Hauptbestandteil meiner Seminare, die ich seit 2015 an der Uni Hildesheim gebe. Mein Ansatz ist dabei holistisch angelegt - es geht mir weniger um die Analyse einzelner Teilaspekte, sondern vielmehr um die Schaffung von Verständnis-Räumen für die vorgestellten Themen und Bereiche. Dabei kombiniere ich Filmgeschichte (speziell die weniger gut dokumentierte) und filmwissenschaftliche Theorie mit allen relevanten Aspekten, die die Hervorbringung von filmischen Erzeugnissen bedingen: Finanzierungsproblematik und Filmförderung, soziokulturelle Rahmenbedingungen, zeitgeschichtliche Einflüsse, persönliche Ambitionen und traditionelle, alternative und moderne Vertriebswege.

 

Meine Interessensgebiete sind weitgesteckt und umfassen unter anderen Exploitation-, Trivial- und Horror-Filme aber auch alternative narrative Formen (wie etwa des Mumblecore oder von fiktionalen Dokumentationen, bzw. Urchronien), formale und inhaltliche Brechnungen und Transgressionen im Kino, sowie den Underground- und Experimentalfilm und dem, was aus diesen Bereichen in das heutige Mainstream-Kino sickert.

 

Praxisnähe ist mir in meinen Seminaren immer wichtig - so können Studierende immer auch Projekt-Abschlüsse machen und so das Erarbeitete auch Wunsch direkt in eigenen filmischen Arbeiten umsetzen.

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