Dozierende

Vera Tollmann

Theorie und Geschichte digitaler Medien, digitale Bildkulturen und Multiperspektivität

 

Zurzeit interessiert mich besonders, wie sich visuelle Kultur unter algorithmischen Bedingungen verändert. Seit dem „algorithmic turn“ haben sich die Datenquellen und Visualisierungen potenziert und Anwendungen vervielfacht. GPS-gestützte Kartendienste etwa sind mit Social-Media-Accounts verbunden, Satellitendaten-Dienstleister bewerben 360-Grad-Auswertungen von Fern- und Naherkundungssensoren. Ein situierter Medienverbund aus Sensoren, Satelliten, Maschinenlernen und Algorithmen wertet eine ‚schlaue‘ Stadt als Bild und Datenquelle aus. Waren, Autos und Personen werden als Objekte in steuerbaren und automatisierbaren Prozessen behandelt. Um an den beschleunigten Veränderungen auf der Ebene von Ästhetik, Politik und Technologie Kritik üben zu können, muss man Entwicklungen, Bezüge und Diskurse erkennen und verstehen. Dabei sind feministische Studien bedeutsam; und ein kontinuierlicher Wechsel zwischen teleskopischer und mikroskopischer Analyse der aktuellen Bild- und Datenräume ist hilfreich. Zuletzt habe ich über die Vorgeschichte von Videokonferenzen (Cabinet Magazine, 2020) geschrieben. Vor Hildesheim war ich Promovendin im Rahmen des Graduiertenkollegs „Ästhetiken des Virtuellen“ an der Hochschule der bildenden Künste (HFBK) in Hamburg und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität der Künste (UDK) in Berlin.

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