Jelena Jeremejewa
Dokumentarfilm / künstlerische Forschung und Bildung / Erinnerungskulturen/ postmigrantische Perspektiven
Seit dem Sommersemester 2026 bin ich Juniorprofessorin für Film im Kontext der Künste am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim. Als Künstlerin, Autorin und Regisseurin arbeite ich an der Schnittstelle von dokumentarischer Filmpraxis, künstlerischer Forschung und politischer Bildung.
In meinen Filmen und Texten beschäftige ich mich mit Fragen von Erinnerung, Migration, sozialer Ungleichheit und den ästhetischen Möglichkeiten des Dokumentarischen. Filme wie Der Ernst des Lebens und Irgendwo dazwischen verhandeln Bildungsungerechtigkeit und Chancenungleichheit aus der Perspektive Jugendlicher mit Migrationserfahrung. In meiner filmischen Arbeit ORLANDO – eine kurze Geschichte der Mittelklasse verbinde ich literarische, filmische und archivarische Vorlagen zu einer essayistischen Auseinandersetzung mit Klasse, Geschlecht, Herkunft und historischen Rollenbildern.
Meine Promotion an der Bauhaus-Universität Weimar untersuchte die Unsichtbarkeit des Traumas als Individual- und Kollektiverfahrung im postsowjetischen Dokumentarfilm der 1990er- und 2000er-Jahre.
In der Lehre steht für mich die praktische Arbeit im Zentrum. Ich möchte projektbasiertes Lernen in allen Phasen ermöglichen und begleiten: von Recherche, Stoffentwicklung und Konzept über Dreh, Montage und digitale Bildgestaltung bis zur Präsentation und Reflexion künstlerischer Prozesse. Dabei interessiert mich besonders, wie Studierende eigene filmische Formen entwickeln, gesellschaftliche Wirklichkeiten befragen und dokumentarische Praxis als künstlerisches, analytisches und politisches Verfahren erproben können.

