Podcasts

Podcasts als Lehr- und Lernformat

podcast

Was ist ein Podcast?

  • Beim Podcasting werden Mediendateien in Episoden produziert und online angeboten, die dann über einen Feed abonniert werden können
  • Es handelt sich um Sendungen, die sich unabhängig von Sendezeiten hören/sehen lassen

Es gibt

  • Audio-Podcast
  • Video-Podcast und 
  • Enhanced Podcast: zusätzlich Lesezeichen, Bilder (Folien) und Textinformationen 

Podcasting in der Lehre

  • Ein Audio-Podcast ist eine Mediendatei, die ausschließlich reine Tonaufnahmen, d. h. nur ein Audio-Signal enthält. Ein großer Vorteil von Audio-Podcasts ist die leichte Herstellung und die einfache Einbindung aber auch Verbreitung z. B. über Dateien im mp3-Format.
  • Vodcasts, auch als Videocasts bezeichnet, beinhalten Ton- und Videoaufzeichnung (z. B. des Referenten). Ein wesentlicher Vorteil gegenüber reinen Audio-Podcasts ist eine Ergänzung durch visuelle Darstellungen. Oftmals werden insbesondere mit langen Videocasts sehr große Datenmengen erzeugt, deshalb werden die Podcasts teilweise über eine Streaming-Quelle (Youtube, Vimeo, etc.) aufgerufen.
  • Screen- oder Slidecasts sind audiovisuelle Podcasts. Audio- und Videostream liegen nebeneinander vor, zudem können z. B. Folienpräsentationen und Bildschirmaufzeichnungen einbezogen werden. Häufig werden Screencasts als Tutorials, eine visualisierte Form einer Gebrauchsanweisung oder einer Kenntnisvermittlung, bereitgestellt.
  • Doccasts transportieren parallel Textinformationen. Zumeist werden Dokumente in pdf-Format genutzt.

Podcasts mit dem Ziel der Wissensvermittlung können alle angegebenen Formate nutzen.

Ziele

  • Präsentation von Lehr-/Lerninhalten
  • Verbreitung von Mitteilungen und Informationen
  • Interaktion zwischen Nutzern und Systemen
  • Kollaboration
  • Direkte Ansprache durch Sprache und Stimme als nur durch Text

Podcast in der Lehre

Podcasts können sowohl von den Lehrenden als auch den Studierenden erstellt werden. Der Aufwand zur Erstellung eines Podcasts hängt vom gewünschten Format ab.

Möglichkeiten:

  • Vorlesungs- und Seminarmitschnitte
  • als Enhanced Podcast aufbereitete Vorlesungen
  • Kommentare zu Übungen und Aufgaben zumeist in Form von Audiocasts
  • Podcasts mit ergänzenden Informationen z. B. Forschungsergebnisse und aktuelle Bezüge
  • Interviews mit Experten 
  • eine Form der Rückmeldung an Studierende etc.
  • Man kann auch Präsentationen mit Vertonungen versehen.

Vorteile

  • Podcasts unterstützen zeit- und ortsunabhängiges, ans eigene Lerntempo angepasstes Lernen
  • für Veranstaltungen gilt, dass diese nachgearbeitet werden können
  • zusätzliche Informationen können schnell verbreitet werden

Nachteile und Hürden

  • Nicht alle fachlichen Inhalte eignen sich für die Vermittlung über Podcasts.
  • Studierende haben keinen direkten Kontakt zum Dozenten und können nicht sofort nachfragen.
  • Studierende müssen eine hohe Motivation zeigen, da oftmals zu Hause eine größere Gefahr der Ablenkung besteht.
  • Insbesondere für Podcasts, die nicht über eine interne Plattform der Hochschule bereitgestellt werden, sondern öffentlich im Netz verfügbar sind, ist eine Einhaltung des Urheberrechts zu beachten.
mikrophon
mikrofon
mikrofon

Was braucht man für einen Podcast?

Mikrofon

Dynamische Mikrofone
  • Dynamische Mikrofone erfordern einen relativ hohen Schalldruck. Nur ein nahe am Mikrofon befindliche Schallquelle wird vom Mikrofon gewandelt, leisere Quellen reißen schnell ab. Ein dynamisches Mikrofon ist unempfindlich gegen (auch laute) Hintergrundgeräusche.
  • Nachteil: ein dynamisches Mikrofon zwingt den Sprecher, den Abstand zum Mikrofon möglichst gering zu halten, was eine gewisse Erfahrung und Disziplin beim Sprechen erfordert. Für das stationäre Aufnehmen sind dynamische Mikrofone meist nicht die erste Wahl.
Kondensatormikrofone
  • Ein Kondensatormikrofon kommt für Podcasts eher in Frage. Sie werden in aller Regel auch im Radio eingesetzt. Die Qualität ist bei gleichem Preis deutlich höher, Stimmen werden viel realistische abgebildet und auch kleinste Nuancen werden registriert. Kondensatormikrofone benötigen eine sogenannte Phantomspeisung, also eine externe Stromversorgung. Die wird durch Aufnahmegeräte, Mikrofonvorverstärker oder Batterien gewährleistet.
  • Kondensatormikrofone sind sehr empfindlich. Unerwünschte Hintergrundgeräusche landen also viel eher mit auf der Aufnahme. 
USB-Mikrofon
  • Eine gute Alternative sind auch sogenannte USB-Mikrofone (mit Stativ und integriertem Popschutz, der verhindert, das nah eingesprochene Plosivlaute Übersteuerungen erzeugen), die mit einem USB-Kabel direkt an einen Computer angeschlossen werden können und dort direkt in das Aufnahmeprogramm einspeisen.
headset

Kopfhörer

  • Zum Mithören und zur Kontrolle bei der Aufnahme

Headset

  • Für Podcaster oft eine einfache Lösung sind Headsets. Diese kombinieren Kopfhörer und Mikrofon. Man sollte aber darauf achten, dass beide Komponenten qualitativ hochwertig sind und der Tragekomfort stimmt. Dadurch, dass das Mikrofon direkt am Kopf befestigt ist, verändert sich der Abstand zur Mikrofonkapsel durch Kopf- und Körperbewegungen nicht.

Mischpult

  • Nur wirklich notwendig, wenn man mit mehreren Gesprächspartner°innen aufnimmt.
  • Hier gibt es einfache analoge Geräte für wenig Geld bis hin zu digitalen Geräten, die mehrere Mikrofone aufnehmen können, aber auch Bluetooth-fähig sind, direkt Telefongespräche mitnehmen, über Soundpads für die Integration von voraufgezeichneten Sounds verfügen, etc und sogar direkt aufzeichnen können.

Recorder

  • Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an möglichen Rekordern, mit denen man Gespräche aufzeichnen kann. Das geht von einfachen portablen Rekordern mit eingebauten Mikrofonen, die man gut auch für Aufnahmen unterwegs einsetzen kann, bis zu speziellen, mehrkanaligen Geräten, die Phantomspeisung für Kondensatormikrofone bieten.
audacity

Software

  • Zum Aufnehmen und Bearbeiten (Kürzen, schneiden, ausbessern, Lautstärke anpassen, Mix) verwendet man spezielle Software. Es gibt ein reichhaltiges Angebot auch an kostenlosen Programmen für die verschiedenen Plattformen.
  • Audacity z.B. ist eine freie und damit kostenlose Software für einfache Aufnahme und Audiobearbeitung. Sie hat alles, was man für den Einstieg braucht. Audacity läuft auf nahezu allen Desktop-Plattformen.
  • Weitere kostenlose Alternativen: Ocenaudio, Studio One Prime.
  • Speziell auf Podcasts zugeschnitten und in Deutschland programmiert ist das auf dem kostenpflichtigen (65€) Programm Reaper basierende, selbst aber kostenlose Ultraschall, mit dem sich u.a. auch auf einfache Weise in sehr guter Qualität Gespräch mit entfernten Partner°innen via Computer führen lassen.
  • Wie man mit ganz einfachen Mitteln am Mac einen Podcast erstellt, wird hier erklärt.
  • Wie man mit ganz einfachen Mitteln unter Windows einen Podcast erstellen kann, wird hier erklärt.
  • Ein einfache Möglichkeit, einen Podcast mit einem Android-Gerät zu produzieren, wird hier gezeigt.
  • Eine einfache Möglichkeit, einen Podcast unter iOS zu produzieren, wird hier erläutert.

Planung und Produktion

Podcast als Format

Solo

Hier spricht nur eine Person. Mischformen sind natürlich möglich. So könnte man auch vorher aufgezeichnetes Audio Feedback von Hörern oder anderes Sprachmaterial oder auch Musik einspielen.

Diese Variante benötigt einiges an Vorbereitung. Man muss sich auch überlegen, ob man alles am Stück aufnimmt – was in der Regel natürlicher klingt. Wichtig hierbei ist die geplante Länge. Natürlich auch für die potentiellen Zuhörer°innen.

Der Technikaufwand hält sich in Grenzen. Für die Aufnahme kann jede einfache Software mit Aufnahmefunktion verwendet werden. Da nur eine Spur aufgenommen wird, muss anschließend nichts gemischt werden.

Wichtig beim Einsatz eines empfindlichen Großmembranmikrofons (z.B. Rode Podcaster) ist ein möglichst hallfreier Raum: Bücherwände, Vorhänge, Teppiche sind für Aufnahmen von Vorteil. Nachteilig wirken sich glatte Wandflächen, große Fensterflächen, wenig Mobiliar aus.

Dialog

Bei zwei oder mehr Personen ändert sich die Dynamik des Gesprächs deutlich. Das gilt für Gespräche ebenso wie für Frage-/Antwort-Situationen.

Die technischen Anforderungen liegen etwas höher. Es müssen zwei oder mehr Stimmen aufgenommen werden. Das kann mit einem gemeinsamen oder mehreren Mikrofonen machen. Sinnvoll ist es, jedem Teilnehmer an der Sendung ein eigenes Mikrofon zu geben und aus den Signalen mit einem kleinen Mischpult den Sendungsmix zu erzeugen, der dann auch in die Kopfhörer geleitet wird. Die Summe kann dann als fertige Sendung aufgezeichnet bzw. auch live gestreamt werden. 

Planung

Für die Planung eines Podcasts, den man mit mehreren Menschen konzipiert, bietet sich an, Werkzeuge zum kollaborativen Schreiben zu nutzen.

Das nahezu perfekte Werkzeug gibt es an der Uni Hildesheim mit Hausmitteln: die Academiccloud. Dateien können hier gespeichert und geteilt, sogar auch kollaborativ bearbeitet werden. Umfangreiche Erläuterungen zum Zugang und zur Handhabung gibt es hier.

Material

Natürlich müssen bei allen Tönen, die in einem Podcast verwendet werden, die Urheberrechte beachtet werden. Das gilt vor allem für Musik.

Es gibt aber auch zahlreiche Quellen, die Musik und insbesondere Töne aller Art unter Creative Commons-Lizenz zum kostenfreien Einsatz, bzw. zur Weiterverarbeitung anbieten.

Eine der umfangreichsten und besten Quellen ist freesound.org. Hier muss man sich nur einmalig kostenlos registrieren und dann Zugriff auf tausende kurze und manchmal auch etwas längere Soundschnipsel, mit denen man das eigene Projekt anreichern kann, ob nun zur Illustration, als Hintergrund oder Markierung. 

Eine andere gute Quelle stellt Wikimedia dar.

Veröffentlichen

Diese Übersicht der Leuphana Lüneburg erklärt kurz und knapp den Prozess von der Planung über die Produktion zur Veröffentlichung

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