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Ein Gespräch mit Florian Kessler

Über eine Studienzeit in Hildesheim, Selektionsmechanismen, Konformismus und Klasse, Netzwerke, Buchmessen und das Berufsfeld Lektorat.

Ich sitze im Glashaus und sage, hey, da ist ein Glashaus.“

Florian Kesslers Artikel „Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn“ erschien 2014 in der Zeit und löste eine Debatte über Konformismus und Klasse im Literaturbetrieb aus. Er kritisierte, dass Literatur innerhalb einer sehr weißen, westeuropäischen und sehr männlichen Blase entsteht, dass es einen bildungsbürgerlichen Habitus gibt, alle einen ähnlichen Hintergrund haben, und meist Familien, die das Studium finanzieren. In Diskussionen fehlt die Reibung, sie werden brav, und vor allem elitär.

Auch Florian Kessler ist Arztsohn, seine Mutter Lehrerin und die Großeltern Germanist*innen. Florian Kessler nutzte sein Privileg, um seine eigene Blase zu kritisieren. Es sei natürlich leichter zu sagen „das ist ein Glashaus, wenn man selbst drinnen sitzt“, sagt er.

In seinem Artikel geht er auch auf die „Vorgeschichte des heutigen Konformismus“ ein, denn das sei ein Selektionsmechanismus, der bestimmt wer in die Literaturblase hineindarf, und wer nicht.

Er schreibt von der Aufnahmeprüfung zu seinem Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“. „Die prüfenden Professoren im Raum J305 liebten mich für dieses Zitat [von Roland Barthes] und für meine Hornbrille und für mein kunsteuphorisches Auftreten vermutlich auch.“ […] „Ich wiederum lachte viel und an den richtigen Stellen.“

In unserem Gespräch meint Florian Kessler, dass ein Grund für dieses Phänomen sei, dass sich „gleich und gleich gerne gesellt“. Die meist männlichen Professoren fühlten sich vielleicht in ihm, gespiegelt, weil er sie an sich selbst erinnerte.

Die Frage, wer hat welche Ausgangsposition und steht damit vor welchen Hürden um „mitschreiben“ zu können, ist immer noch relevant. In einer kurzen Diskussion geht es um die Zugänglichkeit von Seminaren, die fehlende Transparenz für Ausschlusskriterien, und die Relevanz einer Reflexion wer aus welchen Gründen beispielsweise in Anthologien publizieren darf und wer ausgeschlossen wird.

Aus dem Publikum kommt die Frage: „Aber musste es so sein, dass wer mit bildungsbürgerlichem Hintergrund diesen Artikel schreibt, und warum ist das so?“

Darauf antwortet Florian Kessler: Zum Glück ändere sich das gerade stark, aber leider sei es so gewesen, dass er eben ernst genommen wurde.

„Für mich ist es bequem. Für andere unbequem. Ich riskiere herzlich wenig.“, sagt er.

Übers Reinglitschen: Soziale Faktoren der Literaturbetriebswirtschaftslehre

Dass es in den Selektionsmechanismen des Literaturbetriebs ausschließlich um literarische Qualität geht, ist eine Illusion. Auch nach der Schreibschule, auf Buchmessen und in der Verlagswelt spielen noch andere Faktoren mit. Florian Kessler erzählt vom Glitschfaktor der Buchmessen, Netzwerken und Stipendienvergaben.

„Ökonomisch gibt es eigentlich keinen Grund Messen zu veranstalten, es wäre alles auch übers Internet möglich.“, meint er. Oft geht es um den „glitschigen Bereich zwischen echt am Text sitzen, und sich gut kenne, verstehen, mögen, und in Wahrheit Gleichsein.“ Das schließt aber diejenigen aus, denen diese Art der Vernetzung nicht liegt, oder die das nicht wollen. Gleichsein bedeutet immer auch Ausschluss.

Hildesheim war für Florian Kessler eine gute Zeit, es war faszinierend, sich so viel mit Gegenwartsliteratur auseinanderzusetzen und Menschen zu treffen, die das auch interessierte. Doch auch die Domäne gehört zum Betrieb, den er unter anderem als „steifleinern, patriachal, konservativ und stockig“ beschreibt. Und auch in Hildesheim gab und gibt es den Glitschfaktor: Er beschreibt: „Bisschen feiern, bisschen weiter reinrutschen. […] Es gibt nichts ohne Normsetzung.“

Ähnlich unverblümt spricht Florian Kessler aus, dass Stipendienvergaben durchaus über Bekanntschaft mit Lektor*innen verlaufen. Auf die Frage, ob er Tipps hat, wie man als Journalist*in zu einer Zeitung kommt, antwortet er, dass auch hier Näheverhältnisse helfen würden, zum Beispiel Praktika. Ein Zusammentreffen der richtigen Person, zur richtigen Zeit mit dem richtigen Thema sei entscheidend.

Auf die Frage, ob denn die Bellaleitung und Prosanova immer noch als Referenz gilt, und ob das für ihn Türöffner waren, antwortet er:

„Ja, aber auch Türschließer. Ich habe es nicht geschafft tolle Bücher zu schreiben.“, denn so wie das öfter passiere, bei Berufen rund um Literatur, vertrete man andere Menschen, die sich selbst verwirklichen. „Eine Entscheidung für den Betrieb, ist auch eine gegen das eigene Schaffen.“

Er schätzt, dass insgesamt „Der*die ist ja eine Nette“-Argumente, „subjektive Gründe“ und „Kontexte in der Vita“ bei der Jobsuche eine größere Rolle spielen als die Bellaleitung und Prosanova. „Dieses diffuse sich einen Namen machen“, würde es gut beschreiben.

Das eigene Schreiben

Die Entscheidung „den Apparat zu vertreten“, also, dass er das eigene Schaffen dem Entstehen Bücher anderer hintenanstellt, war für Florian Kessler nicht von Anfang an klar. Ehrlich und offen erzählt er von seinem jungen Schriftsteller-Ich, den großen Träumen, und dass er sich irgendwann in Hildesheim nicht mehr Zugehörig fühlte und nach Berlin zog. Dort schottete er sich ab und verbrachte einen Sommer mit einem Romanprojekt, das „riesige Kunst“ werden sollte. Er bezeichnete diesen Sommer als „Disaster“ und sagte, dass es wichtig sei, sich mit der Frage auseinander zu setzen, ob man tolle*r Künstler*in sein will, oder ob es wirklich um das Schreiben geht.

Er habe für sich herausgefunden, dass für ihn ein Arbeitsumfeld gut ist, in dem es nicht immer darum geht, der*die Allerbeste zu sein. Auch dass es für diese Entscheidung ein Privileg braucht, und dass andere nie in die Situation kommen, das entscheiden zu dürfen, ist ihm bewusst.

Das Lektorat als Berufsfeld und der Hanser Verlag

Seit 2015 ist Florian Kessler Lektor im Hanser Verlag. Dieser wurde 1928 gegründet, und ist bis heute im Familienbesitz von Carl Hanser. Der Verlag gehört zu den wenigen konzernunabhängigen Verlagen in Deutschland. 2014 wurde die Leitung von Jo Lendele übernommen.

Auf die Frage nach seinem Berufsalltag bei Hanser, erzählt Florian Kessler, dass Hanser früher ein Verlag mit großer habitueller Ausstrahlung, aber tollem Programm war. Mittlerweile ist das Interesse an Gegenwartsliteratur im Verlag groß, und es gibt den Wunsch „jünger, weiblicher und vielfältiger“ zu werden.

Das tatsächliche Bücher-Lektorieren, sagt Florian Kessler, sei der „schöne, kleine Teil“, aber ein großer anderer Teil seines Berufs sei „viel, viel Kommunikation“, dazu gehöre „nach Autor*innenfotos fragen, Instagramlive machen“, usw. Er sei sozusagen „Schnittstelle zwischen Verlag und Autor*in“. Es gibt zwei zentrale Sitzungen pro Woche, und im Idealfall sollten Autor*innen ein Werk lang begleitet werden. Sie versuchen viel Textarbeit zu machen, es sei aber unterschiedlich, wie sehr das Autor*innen auch wollen. „Manche wollen das, manche hassen es, und wollen ein Manuskript hinlegen.“ Für ihn seien die Runden, in welchen Textarbeit gemacht wird, ein schöner Teil der Arbeit, das sei ähnlich wie Textwerkstätten.

Obgleich es manchmal eine Herausforderung ist, für Texte eine Öffentlichkeit zu finden, ist es immer wieder überraschend, wie die Instagrambubble neben dem klassischen Feuilleton zur Diskursfläche wird. Jeder Text braucht eine andere Art der Öffentlichkeit. „Die tollsten Texte sind die, die Talk in Town sind.“ Allerdings gibt es viele „Talk in Town‘s“ und es ist wichtig zu fragen, „wen kann das interessieren, und aus welchen Gründen“.

„Wer ist für den Beruf als Lektor geeignet?“, wird gefragt. Florian Kessler antwortet: „Leute, die sehr viel Spaß an Gegenwart und Gegenwartskultur haben, für die Literatur kein abgekoppeltes Phänomen ist, die sich für Themen, Schreibweisen, Formen interessieren.“

Als Lektor*in sei man wie in einer „coolen Zeitmaschine“. Das, was in Zukunft gelesen wird, wird gerade produziert, und in diesem Beruf befindet man sich mitten in Diskussionen, Tendenzen und Strömungen. Außerdem müsse man „sehr gerne sehr viel kommunizieren, moderieren“, aber vor allem „sehr gerne lesen und schreiben.“

Aus dem Publikum kommt dann die Frage „Wie schaffst du es, dich auf dem Laufenden zu halten?“ Florian Kessler meint, dass Veranstaltungen wie das Prosanova, Treffen mit anderen Generationen wichtig sei. Er erzählt, dass er auf einen Kongress gefahren ist um die Autorin Mithu M. Sanyal zu treffen, weil er ihre Sachbücher „Vulva. Das unsichtbare Geschlecht“, und „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“ interessant fand. Er wollte auf sie zugehen, und fragen, ob sie ein drittes Sachbuch schreiben will. Dann meinte sie „ich will einen Roman schreiben.“, und so entstand „Identitti“. Es sei selten, aber toll, wenn es so passiert.

Was er sonst macht, um auf dem Laufenden zu bleiben, sei „Vorschau durchgucken, Trends beobachten, US-Verlage im Blick haben“. Die seien im Guten wie im Schlechten unsere Zukunft. Und außerdem ist er viel auf Twitter und Instagram unterwegs.  

Der Stellenwert digitaler Diskursflächen wurde auch in der Debatte über den Roman „Stella“ von Takis Würger ersichtlich. Sowohl im Feuilleton als auch auf Social Media wurde das Buch heftig diskutiert.  Florian Kessler meint: „Das war ein guter Effekt vom Betrieb.“ „Es entstand eine Polemik und eine Gegenpolemik“. Allerdings gehe es in solchen Diskussionen oft mehr um die Effekte, als um Literatur, meint er, aber es sei gut, wenn der Verlag direkt mit Reaktionen konfrontiert wird.

Manchmal nehme sich Florian Kessler vor „ruhiger zu bleiben“, und beim nächsten Mal „nicht mehr so rumzurampen“. Er sagt aber auch: „Es liegt mir, mich da so reinzuwerfen.“

Auch auf die hohen Stapel der unverlangt eingesandten Manuskripte kommen wir zu sprechen. „Werden die gelesen? Hat man bei Hanser eine Chance, ohne Agenturen, und auf diesem Weg, zu einer Veröffentlichung zu kommen?“, wird Florian Kessler gefragt. Er antwortet ernüchternd: Eigentlich nicht. Die Chancen sind sehr klein. Wettbewerbe, ein häufig erscheinender Name, Empfehlungen, Agenturen oder Instagram sei der typischere Weg für Autor*innen um an Verlage zu kommen.

Aussicht auf den Literaturbetrieb

Es ist ein „schönes, angenehmes Blasenphänomen, dass wir da jetzt rumwünschen können.“, sagt Florian Kessler auf die Frage, was seine Aussichten und Wünsche für den Literaturbetrieb sind.

Zwischen ökonomischen Veränderungen, großen Konzern-Verlagen, verändertem Leseverhalten, unglaublich großen Summen auf Spitzentiteln, sei es für unabhängigere Verlage immer schwieriger, und würde immer prekärer werden. Es gibt eine „Indie-Landschaft“ aus Kleinverlagen. Und inmitten dieses „ökonomischen Szenario“, ist ein „Reden darüber, was besser werden könnte, Luxus.“

Gleichzeitig findet Florian Kessler, dass es auch positive Entwicklungen im Literaturbetrieb gibt. Es ist „viel Power“ da. „Die Welt schreit danach, dass auf sie mit politischen Fragestellungen reagiert wird.“ Es ist „Gesprächsbereitschaft“ da, eine „gewisse Form von Niederschwelligkeit“, „Frauen spielen in Verlagsprogrammen eine größere Rolle“, und es kommt vor, dass Twitter-Diskurse öffentlichen Druck und Veränderung erzeugen.

Zum Nach- und Weiterlesen

  • Mut Bürger: Die Kunst des neuen Demonstrierens. Hanser, München 2013
  • Werkstattgespräche. Funktionen und Potentiale einer Form literarischer Praxis. Blumenkamp, Salzhemmendorf 2012
  • Unbetrieb. Essay über die deuschsprachige Gegenwartsliteratur und den Literaturbetrieb. Zeitschrift Bella triste Nr. 39, 2014
  • Lassen Sie mich durch ich bin Arztsohn

https://www.zeit.de/2014/04/deutsche-gegenwartsliteratur-brav-konformistisch/komplettansicht

  • Interview in der Frankfurter Rundschau:

https://www.fr.de/kultur/literatur/lektor-sein-eine-utopie-11067434.html

Zusatz-Quellen

Lassen Sie mich durch ich bin Arztsohn

https://www.zeit.de/2014/04/deutsche-gegenwartsliteratur-brav-konformistisch/komplettansicht

Florian Kessler, *1981, ist Kulturjournalist und Lektor. Er studierte „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ in Hildesheim, war Mitherausgeber der Bella Triste, und beim Prosanova 2005 im Leitungsteam. Seit 2015 ist er Lektor bei Hanser, davor arbeitete er als Journalist. 2013 erhielt er den Förderpreis des Nicolas-Born-Preises.

Ein Gespräch mit Anke Stelling

Über Geld, den Betrieb, und auch über Tabuthemen wie Sexismus und Mutterschaft im Literaturbetrieb, übers Scheitern, Trotz und Anständigkeit.

„Ich will vom Schreiben leben“

Während des Studiums entschloss sich Anke Stelling ernsthaft zu schreiben, und trat der Künstlersozialkasse und VGWort bei. Sie finanzierte sich teils durch Stipendien, Lesungen (wenn die nicht wegen der Pandemie ausfallen), Vorschüssen, oder mit Tagesjobs wie zum Beispiel Seminare, die nach dem Leipziger Buchpreis zugenommen haben.

Sie kann von sehr wenig Geld leben, meint Anke Stelling, und dass sie es als Privileg sieht, Künstlerin sein zu können. „Das lässt einiges aushalten.“

Wenn sie die Miete nicht mehr zahlen konnte, beantragte sie Wohngeld. Es ging immer irgendwie. Sie erzählt aber auch von schwierigen Phasen, dass sie beim Fischer-Verlag rausgeworfen wurde, weil sie die Vorschüsse nicht einbringen konnte, und 2014 nach einer „Ablehnungs-Orgie“ dachte, wenn noch umschulen, dann jetzt mit 43. Ohne Kinder hätte sie es vielleicht gemacht. Dinge wie „nicht in den Urlaub fahren“, seien für sie selbst weniger schlimm als für ihre Kinder. „Im Nachhinein erzählen sich jedoch diese Dinge immer leichter.“, meint sie.

Aus dem Publikum kommt die Frage, wie es ihr damit geht, für Geld einzustehen. Anke Stelling antwortet, sie würde auch schreiben, wenn sie nicht dafür bezahlt würde, und dass es daher auch ihr passiere auf Argumente wie „aber das ist doch Werbung für Ihr Buch“ reinzufallen. Sie sei ein schlechtes Vorbild, was das angeht, und bezeichnet sich als „Bescheidenheits-brainwashed“, auch ihr Agent sei schlecht im Verhandeln, dafür ein sehr guter Lektor.

Manchmal helfe ihr die Doppelbelastung Familie und Beruf um für eine faire Bezahlung einzustehen. Wenn es nicht mehr nur um die eigenen Bedürfnisse geht, sei es leichter zu sagen: „Ich muss bezahlt werden“.  Auch das Diplom am DLL sei dafür hilfreich.

Sie rät uns, mit Kolleg*innen in Kontakt zu sein: sich bei Verhandlungen gegenseitig den Rücken stärken, sich austauschen, und transparent machen, wer welchen Vorschuss bekommt.

Sie erzählt von Kolleg*innen, die ihr Geld durch Brotjobs verdienen, und tolle Kunst machen. Das habe aber den Nachteil, dass weniger Zeit zum Schreiben bleibt. Dass es Kunst trotzdem geben muss, zweifelt sie nicht an.

„Mir war das von Anfang an klar, dass es Schriftsteller*innen geben muss und auch welche, die nicht gut verkaufen und deren Lesungen nicht gut besucht werden – weil die Kunst das braucht.“ Die Gesellschaft braucht Bücher, und die entstehen nun mal innerhalb eines Betriebs.

Schamstrukturen im Literaturbetrieb

„Wie kann man denken, eine Institution habe kein Sexismus- (Klassismus-, Rassismus-, Alkohol-) Problem, wo sie doch Teil einer Gesellschaft mit eben diesen Problemen ist? Wenn sie’s selbst nicht hat, ist sie zumindest co-abhängig. Was mir einleuchtet, ist, dass man’s nicht wahrhaben will und entsprechend auch nicht hören. Weil man sich dann darum kümmern müsste, und das ist so anstrengend - “, schreibt Anke Stelling in dem Essay „Größer als Null“ im Merkur. (www.merkur-zeitschrift.de/Stand: 27.7.21)  

Sie spricht mit uns über die nicht tot zu kriegende Misogynie im Literaturbetrieb und was es heißt gleichzeitig Künstlerin und Mutter zu sein. Sie selbst hat drei Kinder.

„Mutterschaft ist das klassische Karriere-Aus.“, sagt sie. Ihre männlich gelesenen Kommilitonen haben durchschnittlich 20 Jahre später Kinder bekommen.

Auf die Frage: „Wie würdest du diesen Karriereknick beschreiben?“ antwortet Anke Stelling. Es sei weniger, dass keine Zeit mehr zum Schreiben bleibt, mehr, die Tatsache, dass man nicht mehr zu Partys gehen kann und dadurch Netzwerkmöglichkeiten fehlen. Stipendientouren und Auslandsaufenthalte sind auch nicht mehr möglich.  Als heterosexuelle Frau sei man dann „für die, die Macht haben, nicht mehr fuckable“. Ja, es gehe auch um die Fragen wie, „Was ist sexy zu veröffentlichen?“ „Mit wem haben Sie für ihre Verträge gevögelt?“ Es sei heikel darüber zu sprechen. Manchmal habe sie auch überhaupt keine Idee, was man machen kann.

„Zusammensetzen, sich wehren, und dagegensetzen.“ Und darüber sprechen.

„Man kann eine Parallelgesellschaft bilden, in der nur das Wahre und Schöne und die Kunst gelten, und all das wollte ich auch machen, aber es gelang mir nur so mittel gut.“ (www.merkur-zeitschrift.de/Stand: 27.7.21), schreibt sie in einem Essay.

Trotz und Anständigkeit

„Ich wollte nicht Literatur von Muttis für Muttis schreiben, aber das war echt schwer.“, sagt sie. Doch es scheint, als würde Literatur die im familiären und häuslichen Kontext spielt, immer noch weniger ernst genommen werden. Als ihr Manuskript als „Jammerliteratur für Privilegierte“ bezeichnet wurde, reagierte sie mit Trotz und Selbstbewusstsein.

„Das habe ich nicht ernst genommen. Da hatte ich das Selbstbewusstsein und habe auch gedacht: eigentlich ist das doch misogyn und mütterfeindlich. Dieses „das ist nicht literaturfähig“ – wer sagt das eigentlich?“

Auch um Konkurrenzkämpfe im Studium ging es im Gespräch, hier habe ihr dieser Trotz ebenso geholfen. Sie kenne viele, die aufgehört hatten zu schreiben, weil sie sich nicht gut genug fühlten. Sie selbst spornten Ablehnungen manchmal an und weckten ein: „Wohl bin ich voll gut“. Es habe aber auch immer Leute gegeben, die toll fanden, was sie machte. „Eigentlich muss doch nur irgendjemand daran glauben“, sagt sie. Bei ihr war es nach dem Rauswurf bei Fischer zum Beispiel Christine List vom Verbrecherverlag, die das Buch „Bodentiefe Fenster“ machen wollte.

Auch wenn ihr bewusst ist, dass es einfacher ist, das zu sagen, wenn die eigenen Bücher bereits Erfolg hatten, meint sie: „Konzernverlage sind böse. Vorschüsse für ein Debüt im Bereich von mehreren hunderttausend Euro sind einfach böse.“ Es sei oft unmöglich, das wieder rein zu bekommen und auch „zu viel Geld kann einen kaputt machen.“ Auch erfolgreich zu sein ist herausfordernd. Sich einen gesunden Anstand zu bewahren und am Boden zu bleiben ist auch wichtig.

Auf die Frage, was sie für Utopien für den Literaturbetrieb habe, und wie sich die Zugänglichkeit verändern könnte, antwortet sie: Bildungspolitik, literarische Veranstaltungen und Kindern den Kontakt zu Literatur ermöglichen.

Zum Schluss des Gesprächs fragen die Moderator*innen nach einem Rat, den Anke Stelling uns auf den Weg geben möchte. „Mir fallen nur pathetische Dinge ein.“, sagt sie: „Nicht aufgeben. Sich trösten lassen und Hilfe annehmen.“

Zum Nach- und Weiterlesen

Werke:

mit Robby Dannenberg: Gisela. Ammann, Zürich 1999

mit Robby Dannenberg: Nimm mich mit. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002

Glückliche Fügung. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004

Horchen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2010

Bodentiefe Fenster. Verbrecher Verlag, Berlin 2015

Fürsorge. Verbrecher Verlag, Berlin 2017

Erna und die drei Wahrheiten. CBT bei Random House, München 2017

Schäfchen im Trockenen. Roman, Verbrecher Verlag, Berlin 2018

Freddie und die Bändigung des Bösen. CBJ, München 2020

Grundlagenforschung. Erzählungen. Verbrecher Verlag 2020,  

  • Gespräch über Geld beim Prosanova:
  • Essay über Sexismus im Literaturbetrieb:
  • Gespräch über Elternschaft:

https://www.poetenladen.de/carolin-callies-anke-stelling-elternschaft.htm

  • Litradio-Gespräch:

Quellen

  • Essay über Sexismus im Literaturbetrieb:

Anke Stelling wurde 1975 geboren, ihre Eltern arbeiteten im Buchhandel, und sie wollte nach dem Abitur Schauspielerin werden. Sie jobbte und ging zu Vorsprechen, bis sie in der Brigitte vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig las, sich bewarb und dort mit elternunabhängigem Bafög studierte. Ihr erstes Buch Gisela, das sie gemeinsam mit Robby Dannenberg schrieb, erschien bereits während des Studiums und wurde vom WDR verfilmt. Es folgten weitere Veröffentlichungen und für ihren letzten Roman Schäfchen im Trockenen erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse.

„Ich schreibe, um die Sprache, die uns jeden Tag umgibt, zu hinterfragen.“

Karosh Taha meint, sie würde deshalb nicht für einen Markt schreiben, „weil das Schreiben viel zu viel Arbeit ist, um da irgendwelche Kompromisse einzugehen.“ 

Es wirkt, als wäre diese Auseinandersetzung mit Sprache, essenzieller Teil ihrer Arbeit. „Literatur muss etwas andere sein als Bild oder die gesprochene Sprache. Sonst wäre vielleicht eine Theateraufführung oder ein Film das bessere Medium gewesen.“ 

Dass ihr Buch 20 Euro kostet, und damit auch klar ist, wer sich das leisten kann und wer nicht, beschäftigt Karosh Taha. Welches Publikum erreicht sie? Sie meint, dass sich ihr erstes Buch und damit zusammenhängend die Frage nach der Leser*innenschaft auf ihr zweites Buch ausgewirkt hat. Für das dritte Buch, an dem Karosh Taha gerade arbeitet, nimmt sie sich vor, „komplett in mich hineinzugehen, schauen, wie ich schreiben würde, wenn da keine Person ist, die das lesen würde.“ Wie würde eine Art von Literatur aussehen, die sich nicht danach richtet? Sie sucht nach einer Sprache, die diesem Anspruch gerecht wird. 

„Schreibe die Geschichte auf, die du sonst Niemandem erzählst, die du mit niemandem teilen kannst.“, sagt Karosh Taha an einer anderen Stelle des Gesprächs. Es geht gerade um ihre literarischen „Vorbilder“. Von Kanon hält sie nichts. Und es waren überwiegend Frauen, die sie literarisch prägten: 

„Wenn ich auf meine eigene Schreibbiographie schaue, sehe ich nur Frauen, die dafür gesorgt haben, dass ich schreibe, angefangen bei meiner Mutter bis Sandra Cisneros, dann Toni Morrison und Zadie Smith bis hin zu Shida Bazyar.“, schreibt sie in dem Arktikel „Was mache ich eigentlich hier?“ (www.kupoge.de)

Sie wird nach ihren Arbeitsstrukturen gefragt. „Gibt es Freizeit? Hast du eine feste Struktur mit Feierabend? Wie flexibel ist das?“ 

Sie meint, es sei sehr unterschiedlich, weil im Frühjahr und im Herbst mehr Anfragen kommen. Manchmal ist die Struktur dann auch durch Deadlines geprägt. Einen festen Arbeitsalltag hat sie aber nicht. „Ich arbeite leider eher unter Zeitdruck“, sagt sie, „auch manisch, in der Nacht, absolut nicht empfehlenswert.“ In der Nacht wäre es aber ruhig, und tagsüber ist in Marseille, da wo sie während des Gesprächs gerade ihre Schreib-Residenz-Wohnung hat, viel los. „Eigentlich habe ich viel Freizeit“, sagt sie, „Ich denke aber auch immer über Projekte nach, schreibe Sätze auf. Es gibt keine strikte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Es ist die ganze Zeit schreiben.“

Auch nach dem Arbeitsvorgang und wie und ob sie „Plottet“ wird gefragt. Es gibt für sie ein Grundgerüst, und während des Schreibens ergeben sich die Szenen. Sie lasse sich gerne von Sprache und Figuren leiten, und mag, wenn es sich organisch anfühlt.  

„Ich schrieb in den Freistunden. Und machte Nachtschichten.“

Karosh Taha hat Geschichte und Englisch auf Lehramt studiert, und während des Referendariats das erste Buch geschrieben. Dann arbeitete sie als Vertretungslehrerin um Geld zu verdienen, bis sie sich das zweite Buch durch Stipendien und Preise finanzieren konnte. 

In dem oben schon zitierten Artikel „Was mache ich eigentlich hier?“, schreibt sie: 

„Eigentlich bist du Lehrerin, fragt man, oder sagt man, und dann weiß ich, ich muss erklären, warum ich Lehramt studiert habe: Kompromiss zwischen mir und meinen Eltern, aber das ist nur die Hälfte von dem, was wahr ist, denn der Kompromiss ist auch zwischen mir (heute) und mir (damals), meiner Angst vor Armut und meinem Wunsch zu schreiben.“ 

Sie thematisiert in diesem Artikel auch, dass es ein Luxus ist, sich ins Kunst-Prekariat zu werfen, dass das ein Privileg voraussetzt: „Wer begibt sich freiwillig in existenzielle Not, wenn er damit aufgewachsen ist, wenn er davor geflüchtet ist?“ 

Momentan kann Karosh Taha sich mit Stipendien finanzieren. Das sind tolle Möglichkeiten, heißt aber auch „sich ständig bewerben“ und dauernd hoffen. Die Vergabe sei oft auch „krass unfair“. Denn es wirkt, als hätte nur ein Projekt die literarische Qualität gehabt, die als förderungswürdig gilt. Und natürlich entscheiden oft auch Trends, wer gefördert wird. Für sie habe zudem die Form des Aufenthaltsstipendiums den Nachteil, dass sie eigentlich lieber ihre Bücher um sich hat und von Zuhause aus arbeitet. 

Auch von uns kommt die Frage in welcher Beziehung der Job als Lehrerin zum Schriftstellerinsein steht. „Ich möchte nichts planen, weil man mit dem Literaturbetrieb nicht planen kann.“, sagt sie. Die Schule sei ein extrem aufwendiger Job. Es bleibt kaum Zeit zum Schreiben. Eigentlich ist es einfacher sich ganz auf ein Projekt konzentrieren zu können, aber gleichzeitig sei sie nebenher und für die Schublade zu schreiben gewohnt. 

Die Entscheidung fürs Studium hatte auch den Grund der finanziellen Absicherung. Ihre Eltern, „der konservative Haushalt“, sowie die Wahl für ein Studium, das weniger aufwendig als Jura oder Medizin waren Faktoren die mitspielten. Sie wuchs „nicht mit der romantischen Vorstellung: Mein Beruf ist mein Leben.“ auf. Gleichzeitig interessierte sie an der anglophone Literatur der Gegenwartsbezug. „Und Geschichte, weil ich Geschichte liebe.“ 

Sie separierte Geld & Brotjob, und wollte sich in der Freizeit kreativ betätigen. Sie habe aber aus dem Studium viel fürs Schreiben mitgenommen. In Englisch war es das intensive Lesen. Und bei Geschichte war es „wie Sprache sich gewandelt hat, dass Geschichte sich jedes Mal verwandelt ist auch eine Art literarische Konstruktion.“ 

Obwohl auch Geld Motivationsgrund für das Studium war, im Nachhinein würde sie trotzdem nicht noch „Kreatives Schreiben“ studieren. Zwar sei es vielleicht einfacher in ein Netzwerk zu kommen, aber gleichzeitig war sie so geschützter vom Betrieb, und bekam dieses „alle kennen sich“, und „alle lästern übereinander“ erst später mit.  

Über „Erziehungsaufträge“ und das Label „migrantische Literatur“ 

„Es ist völlig egal, worüber ich schreibe, das deutsche Publikum wird immer darin eine Zerrissenheit zwischen den Kulturen lesen – die Abwesenheit ›deutscher‹ Figuren, der deutschen Geschichte und Diskurse ist eine sehr bewusste Entscheidung von mir als Schriftstellerin, es ist keine politische Entscheidung, sondern eine dramaturgische, für die Themen, die ich behandle (nicht Integration, nicht Rassismus, nicht Ankommen, nicht Fremdgefühle) brauche ich schlicht und ergreifend nichts spezifisch Deutsches außer Deutsch.“ (www.kupoge.de)

„Integration ist ein Hasswort von mir“, meint sie, als das Gespräch sich auf die ihr oft zugeschriebene Rolle als „Integrationsbeauftragte“ hinbewegt. Warum ist das so? Warum gibt es die Trennung zwischen deutschsprachiger Literatur und migrantischer Literatur? Sie habe das Kurdischsein nicht zum Thema gemacht. „Menschen, die seit längerem in Deutschland leben, müssen nicht extra ihre Nationalität erwähnen.“ 

Ständig sei sie mit Fragen konfrontiert wie: „Was erzählt uns das Buch über Muslime in Deutschland?“ Dabei würde sie die Kulturen, die die Figuren haben nicht vergleichen. „Ich habe kein Interesse Leserinnen zu erziehen. Ich bin keine Soziologin. Literatur ist etwas anderes als sozialpolitische Sachbücher.“ 

Ähnlich problematisch findet sie die Frage: „Was erzählt uns dieses Buch über diese Generation?“

„Ein Buch kann doch nicht eine ganze Generation beschreiben.“ Ausgeklammert wird hier häufig die Klassenfragen. Oft wird „weiße, bürgerliche Literatur“ gelesen, und gedacht „das ist eine ganze Generation.“ 

Aus dem Publikum kommt die Frage, wie sie damit umgeht, so gelabelt werden, ob es möglich sei, sich dazu zu positionieren. 

Sie antwortet: „Manchmal kann man sich aber nicht dagegen wehren. Ich bin dann halt die migrantische Schriftstellerin. Ja, ich bin das und kann meinen Hintergrund nicht verbergen. Das beeinflusst Literatur und Themen. Das Kurdische in Körper und Kopf hat Einfluss auf das Deutsche und umgekehrt. [Aber ich habe] kein Interesse daran, das zu einem Politikum zu machen.“

Beim zweiten Buch habe das Labeln zugenommen. Sei werde immer mit dem Zusatz „migrantisch“ eingeladen. Es sei schon langweilig, immer dieses Thema in Erinnerung zu haben. „Menschen, die kein Label haben, sind da freier.“ Sie findet es zwar nicht „komplett verwerflich sich so zu verkaufen, aber es wird dann langweilig.“ „Es hat Vor- und Nachteile.“

Ausblick auf den Literaturbetrieb

Zum Schluss kommt noch die Frage, was Karosh Tahas Utopien für den Literaturbetrieb sind, und wo sie denkt, dass es etwas „zu drehen“ gibt. 

Sie erzählt von ihrer Lesetour, und dass Literaturhäuser sehr homogen geführt werden, oft spreche das Programm ältere Menschen mehr an, und selbst in Unistädten kommen Student*innen nicht. Hier sei wohl das Marketing, Social Media und Instagram wichtig. 

„Es ist schwierig, weil alles sehr, sehr hierarchisch ist, aber als Programmleitung hat man etwas Spielraum.“, meint sie. 

Zum Nach- und Weiterlesen 

Beschreibung einer Krabbenwanderung. DuMont Buchverlag, Köln 2019

Im Bauch der Königin. DuMont Buchverlag, Köln 2020

Was mache ich eigentlich hier. Eine Rechtfertigung

Ehrlich und arm sind keine Gegensätze, Zeit

"Als wäre es in Deutschland so einfach, Deutsch zu sein" - Safiye Can und Hakan Akçit im Gespräch mit Karosh Taha 

Podcast: Gegenwärts

Karosh Taha. Ränder. Theorien der Literatur II. Episode 2

Karosh Taha wird 1987 in Zaxo geboren. 1997 zieht sie mit ihrer Familie ins Ruhr­gebiet. Sie nimmt ein Studium an der Uni­ver­sität Duis­burg-Essen und in Kansas City/USA auf. 2018 erscheint ihr Debüt­roman, Be­schrei­bung einer Krab­ben­wan­derung. Die Arbeit an ihrem zweiten Roman, Im Bauch der Königin, erschienen 2020, wurde unter anderem mit dem Sti­pen­dium des LCB ge­för­dert. Karosh Taha lebt in Essen.

Christian Schaerf, © Olivier Favre

Christian Schärf

Telefon: +49 (0)5121 883-20510

Mail: schaerfc@uni-hildesheim.de

Büro: [Hs 1/012] vorübergehend: Haus 2a/104

Vita

Studium der Fächer Deutsche Philologie, Romanische Philologie und Philosophie in Mainz und Paris; 1989-1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut der Universität Mainz; 1994-1998 Wissenschatftlicher Assistenz und 1998-2006 Hochschuldozent am Deutschen Institut der Universität Mainz; 2007-2009 Lehrbeauftragter für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus der Universität Hildesheim; seit 10/2009 Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim. Gastdozenturen: Universität Bologna (2002 und 2004), Universität Valencia (1991 und 1999), Universität Dijon (1994 und 1995).

2004 Ernennung zum Außerplanmäßigen Professor an der Universität Mainz; von 1989 bis 2006 Betreuung und Durchführung der Poetik-Dozentur der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz; freie Mitarbeit im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Forschungsschwerpunkte

Literarisches Schreiben, Mediengeschichte der Literatur, Literarische und ethnologische Imagologie, Essay- und Essayismusforschung, Nietzsche, Kulturgeschichte ästhetischer Produktivität, Kreativitätsforschung, Figuren des Nichtidentischen.

Sprechstunde

Telefonisch, vorherige Anmeldung per E-Mail

Romane
  • Ein Winter in Nizza. Köln 2014.
  • Die Reise des Zeichners. Köln 2016.
Monographien
  • Die Idee des Romans. Würzburg 2021.
  • Der Flug der Fledermaus. Essays zu einer allgemeinen Poetik. Bielefeld 2015.
  • Der Wunsch zu schreiben. Bielefeld 2013.
  • Spannend schreiben. Kriminalroman, Thriller, Schauergeschichten. Mannheim 2012.
  • Schreiben Tag für Tag. Journal und Tagebuch. Mannheim 2011.
  • Der Unberührbare. Gottfried Benn – Dichter im 20. Jahrhundert. Bielefeld 2006.
  • Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. Roman und Film. Stuttgart 2001.
  • Literatur in der Wissensgesellschaft. Göttingen 2001.
  • Der Roman im 20. Jahrhundert. Stuttgart/Weimar 2001.
  • Franz Kafka. Poetischer Text und heilige Schrift. Göttingen 2000.
  • Geschichte des Essays. Von Montaigne bis Adorno. Göttingen 1999.
  • Werkbau und Weltspiel. Die Idee der Kunst in der modernen Prosa. Würzburg 1999.
  • Goethes Ästhetik. Eine Genealogie der Schrift. Stuttgart/Weimar 1994.
Herausgaben
  • Friedrich Hebbel. Poesie der Idee. Tagebuchaufzeichnungen. Frankfurt/M. 2012.
  • Paris. Ein literarischer Streifzug. Frankfurt/Main 2011.
  • Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Die schönsten Gedichte der Romantik. Frankfurt/M. 2010.
  • Georg Simmel: Das Abenteuer und andere Essays. Frankfurt/M. 2010.
  • Frankreich. Eine literarische Entdeckungsreise. Frankfurt/M. 2009.
  • Schriftsteller-Inszenierungen. Bielefeld 2008 (zusammen mit Gunter E. Grimm).
  • Schreiben. Szenen einer Sinngeschichte. Tübingen 2002.
Artikel in Handbüchern, Lexika und Enzyklopädien
  • Gottfried Benn. Zeiten und Zonen. In: Gottfried-Benn-Handbuch. Hg. von Friederike Reents. Stuttgart/Weimar 2016. (25 Seiten)
  • Friedrich Nietzsche. In: Poetiken. Autoren – Texte – Begriffe. Hg. von Monika Schmitz-Emans u. a. Berlin New York 2009, S. 297-299.
  • Essay. In: Handbuch der literarischen Gattungen. Hg. von Dieter Lamping. Stuttgart 2009, S. 224-234.
  • Kafkas als Briefeschreiber. Briefe an Felice und Briefe an Milena. In: Kafka Handbuch. Hg. von Bettina von Jagow und Oliver Jahraus. Göttingen 2008, S. 72-84.
  • Lemma ‚Essay’. In: Enzyklopädie der Neuzeit Bd. 3, Stuttgart, Weimar 2006. Sp. 554-562.
  • Drei Artikel in: Goethe-Handbuch, Bd. 1: Gedichte. Hrsg. von Regine Otto und Bernd Witte, Stuttgart/Weimar 1996:
    1. Ilmenau, S. 163-169.
    2. Auf Miedings Tod, S. 169-173.
    3. Phänomen, S. 372-374.
Aufsätze
  • It’s all in the sound. Arbeit am Gedicht. In: Gegenstrophe 7. Blätter zur Lyrik. Hg. von Michael Braun, Kathrin Dittmer und Martin Rector. Hannover 2016, S. 50-60.
  • Rosenszenen. Apollinaire und Hildesheim. In: 1200 literarisches Hildesheim. Hg. von Hanns-Josef Ortheil und Paul Klambauer. Springe 2015.
  • Die nüchternen Enkel der Helden. Schreiben und Bekennen. In: Bella Triste. Zeitschrift für junge Literatur. Sommer 2014, S. 103-110.
  • „Das Reich der Feindschaft ist zu Ende.“ Elias Canettis „Masse und Macht“ als Großessay. In: Merkur 68 Heft 1, Januar 2014, S. 51-56.
  • Die saturnische Wissenschaft der Prosa. Essay und Essayismus bei W. G. Sebald. In: Figuren der Erinnerung. Studien zum Werk W.G. Sebalds. Hg. von Christian Schulte und Winfried Siebers. Wien/Berlin 2013, S. 55-70.
  • Bruce Chatwin: Traumpfade. In: Literatur und Reise. Hg. von Toni Tholen u. a. Hildesheim 2013.
  • Michel Equem de Montaigne. In: Außenseiter der Philosophie. Hg. von Helmut Reinhalter und Andreas Oberprantacher. Würzburg 2012, S. 15-34.
  • Marmorbilder und Madonnen. Die erotische Religion der Romantik. In: Literatur und Religion. Hg. von Toni Tholen u.a.. Hildesheim 2012, S. 224-249.
  • Wer ist Franz Kafka? In: Weltliteratur IV. Hg. von Hanns-Josef Ortheil und Thomas Klupp. Hildesheim 2011, S. 50-72.
  • Georg Simmels Essays. In: Georg Simmel. Das Abenteuer und andere Essays. Hg. von Christian Schärf. Frankfurt/Main 2010, S. 303-316.
  • Stendhals Romane. In: Weltliteratur III. Hg. von Hanns-Josef Ortheil und Thomas Klupp. Hildesheim 2010. S. 107-132.
  • Gustave Flaubert: Madame Bovary. In: Weltliteratur III. Hg. Von Hanns-Josef Ortheil und Thomas Klupp. Hildesheim 2010. S. 185-207.
  • Zum Begriff der Artistik in der literarischen Ästhetik der Moderne. In: Études Germaniques 64 (2009) Heft 4, S. 897-910.
  • Friedrich Nietzsche in Nizza. In: Fremdkörper ? Aspekte der Geisteswissenschaft in der
  • Auslandsgermanistik und im DaF-Unterricht. Fachtagung vom 05. – 07. Februar 2009 des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an der Université de Nice – Sophia Antipolis. Hg. von Magali Laure Nieradka und Denise Specht. Frankfurt/Main 2010, S. 115-130.
  • Montaigne und die Erfindung des Essays. In: Weltliteratur II: Vom Mittelalter zur Aufklärung. Hg. von Hanns-Josef Ortheil, Paul Brodowsky und Thomas Klupp. (= Hildesheimer Universitätsschriften 21). Hildesheim 2009, S. 91-113.
  • Das Ausstrahlungsphänomen. Gottfried Benns Nietzsche-Projektionen. In: Friedrich Nietzsche und die literarische Moderne. Hg. von Thorsten Valk. Berlin/New York 2009, S. 231-246.
  • Das Erotische denken. In: Surrealismus in der deutschsprachigen Literatur. Hg. von Friederike Reents. Göttingen 2009, S. 105-121.
  • Palmen, Mittag, Ewigkeit. Friedrich Nietzsches Aufenthalte in Nizza. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Mai 2009. Bilder und Zeiten, S. 3.
  • Theodor W. Adorno: Minima Moralia. In: Klassiker des Kulturjournalismus. Hg. von Stephan Porombka und Erhard Schütz. Berlin 2008, S. 156-160
  • Das Gesetz der Philosophie. Nietzsches ‘Geschichte’ und wir. In: Nietzscheforschung 15 (2008): Friedrich Nietzsche – Geschichte, Affekte, Medien. Hg. von Volker Gerhardt und Renate Reschke, S. 67-77.
  • Die Entstehung der artistischen Prosa. Heinrich Heines Reisebilder. In: Harry … Heinrich … Henri … Heine. Deutscher, Jude, Europäer. Hg. von Dietmar Goltschnigg, Charlotte Grollegg-Eder und Peter Revers (= Grazer Humboldt-Kolleg , Juni 2006) Berlin 2008, S. 67-78.
  • Saggismo e spazio poetico nella letteratura tedesca contemporanea. In. Il saggio: forme e funzioni di un genere letterario. Hg. von Giulia Cantarutti. Torino (Il Mulino) 2008, S. 246-261.
  • Klaus Mann und Gottfried Benn. In: Wendepunkte – Tournants. Beiträge zur Klaus-Mann-Tagung aus Anlass seines 100. Geburtstags in Sanary-sur-mer 2006. Hg. von Magali Laure Nieradka. Bern 2008, S. 39-54.
  • Belichtungszeit. Zum Verhältnis von dichterischer Imagologie und Fotografie. In: Schriftsteller-Inszenierungen. Hg. von Gunter E. Grimm und Christian Schärf. Bielefeld 2008, S. 45-58.
  • Essay und Sachbuch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Hg. von Andy Hahnemann und David Oels. Frankfurt am Main 2008, S. 273-280.
  • Walter Benjamin et Theodor W. Adorno. Critique salvatrice et utopie négative. In: Tracés. Revue de Sciences humaines. Nr. 13, 2/2007, S. 221-232.
  • Ein eigentümlicher Apparat. Zum Phänomen der modernen Autorschaft. In: Literarische Moderne. Begriff und Positionen. Hg. von Sabina Becker und Helmuth Kiesel. Berlin 2007, S. 487-507.
  • Artistik und Theologie. Zu Alfred Döblins Spätwerk. In: Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium 2005: Alfred Döblin zwischen Institution und Provokation. (= Jahrbuch für Internationale Germanistik. Reihe A – Band 90). Hg. von Yvonne Wolf. Bern 2007, S. 297-308.
  • Die Fuge des Quartär. Essay und Finallage in Gottfried Benns Prosa nach 1935. In. Gottfried Benns Modernität. Hg. von Friedrike Reents. Göttingen 2007, S. 191-204.
  • Schellings Lichtbild. Die Philosophen und die Fotografie. In: Vernunft der Aufklärung – Aufklärung der Vernunft. Hg. von Konstantin Broese, Andreas Hütig, Oliver Immel und Renate Reschke. Berlin 2006, S. 351-357.
  • Der Dichter Ernst Barlach. Eine Annäherung. (= Mainzer Texte. Nr. 19) Hg. von Rainer Beier. Mainz 2005 (17 Seiten).
  • Im postästhetischen Raum. Für eine Sprachspieltheorie der Literatur. In: Das Gedächtnis der Schrift. Perspektiven der Komparatistik. Hg. von Werner Nell und Bernd Kiefer. Wiesbaden 2005, S. 121-148.
  • Zwischen bíos und persona. Nietzsches Dialektik der Aufklärung der Frau und die Stile des Philosophen. In: Nietzsche. Radikalaufklärer oder radikaler Gegenaufklärer ? Hg. von Renate Reschke im Auftrag der Nietzsche-Gesellschaft. Berlin 2004, S. 297-304.
  • Hermann Hesse und die ästhetische Moderne. Der Dichter als Missionar. In: Hermann Hesse und die literarische Moderne. Aufsätze und Materialien. Hg. von Andreas Solbach. Frankfurt/M. 2004, S. 87-100.
  • Das Drama der jagenden Meute. Zur performativen Dimension des Fußballspiels. In: Abseits denken. Fußball in Kultur, Philosophie und Wissenschaft. Hg. von Andreas Hütig und Johannes Marx. Kassel 2004, S. 97-109.
  • Nietzsches Schreiben. Eine medienphilosophische Skizze. In: Perspektiven interdisziplinärer Medienphilosophie. Hg. von Christoph Ernst, Petra Gropp u.a., Bielefeld 2003, S. 139-153.
  • Autobiographie als Graphogenese des Selbst. Friedrich Nietzsches Ecce homo und Jean-Paul Sartres Die Wörter. In: Schreiben. Szenen einer Sinngeschichte. Tübingen 2002, S. 197-215.
  • Schreiben. Eine Sinngeschichte. In: Schreiben. Szenen einer Sinngeschichte, hg. von Christian Schärf, Tübingen 2002, S. 5-22.
  • Giganten des Willens und Idioten des Glücks. Von Nietzsches Übermenschen zu Robert Walsers märchenhaften Angestellten. In: Abschied vom Mythos Mann. Kulturelle Konzepte der Moderne, hg. von Karin Tebben, Göttingen 2002, S. 230-245.
  • „Ingeborg Bachmann: Die gestundete Zeit.“ In: Interpretationen. Werke von Ingeborg Bachmann. Hg. von Mathias Mayer. Stuttgart 2002, S. 28-42.
  • Vorwort. In: Bruno Hillebrand: Was denn ist Kunst? Essays zur Literatur im Zeitalter des Individualismus. Göttingen 2001, S. 7-19.
  • Orpheus als Orakel. Metamorphose und Kosmogonie beim späten Goethe im Hinblick auf „Urworte. Orphisch“. In: Goethe-Jahrbuch 117 (2000), S. 154-164.
  • „Der [phil]osophische Text zum Plan“. Die Anfänge der deutschen Essayistik in der Frühromantik. In: Weimarer Beiträge, 46 (2000) Heft 1, S. 38-55.
  • Die Selbstinszenierung des modernen Autors. Heinrich Heines Ideen. Das Buch LeGrand. In: Literatur für Leser Heft 4/1998, S. 301-311.
  • Artistische Ironie und die Fremdheit der Seele. Zur ästhetischen Disposition in der Frühromantik bei Friedrich Schlegel und Karoline von Günderrode. In: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (DVjs) 72 H.3 (1998), S. 433-462.
  • Singen und Schreiben. Goethes Wanderers Sturmlied als kulturgeschichtliche Innovation. In: Goethes Gedichte. Interpretationen. Hrsg. von Bernd Witte. Stuttgart (Reclam) 1998. S. 22-42.
  • Der Tod, die Zeichen und die Wirklichkeit der Schrift. Zur Initiation der Schreibweisen bei Novalis. In: Wirkendes Wort 41 (1991), H.3, S. 389-405.
  • Die Spur der Verneinung. Zur Entwicklung des experimentellen Spiels aus der Dynamik der Negation. In: Wirkendes Wort 39 (1989) H.3, S. 393-408.
Radioessays
  • Fußball global. Kulturphilosophische Aspekte eines Weltspiels. (Südwestrundfunk 2, 30. Mai 2010, 55 min.).
  • Charisma. Zu Theorie und Geschichte sozialer Spiritualität. (SWR 2, 14. Februar 2011, 55 min.).
  • Ordnungen des Zufalls. Heinrich von Kleists literarische Komplexitätsforschung (SWR 2, 14. November 2011, 55 min.).
  • Die Lust an der Spannung. Krimi- Mord und Schauergeschichten  (SWR 2, 17. September 2012; 55 min.)
  • Leben wie im Spiegel. Friedrich Hebbels Tagebücher (SWR 2, 10. Dezember 2012; 55 min.)
  • Die unverfügbaren Momente des Kennenlernens. Zur Rhetorik des Flirts. (SWR 2, 13. Mai 2013; 55 min.)
  • Diderot und das Paradox des Schauspielers.  (SWR 2, 30. September 2013; 55 min.)
  • Was ist Kreativität? Betrachtungen zu einer offenen Frage. (SWR 2, 13. Januar 2014; 55 min.)
  • Frühstück im Grünen. Moderne Kunst und das Schöne. (SWR 2, 14. Juli 2014; 55 min)
  • Die Häute des Chamäleons. Zur Evolutionsgeschichte des Essays. (SWR 2, 15. September 2015, 55 min)
  • Roland Barthes. Der intellektuelle Mythos. (SWR 2, 26. Oktober 2015, 55 min.)
  • Dada und der Geist der Moderne (SWR 2, 18. Januar 2016, 55 min.)
  • Die Last über Ninive. Manhattan Transfer und der Großstadtroman der Moderne. (SWR 2, 16. Mai 2016)
Rezensionen
  • Christian M. Hanna: „Die Wenigen, die was davon erkannt.“ Gottfried Benns (un)heimlicher Dialog mit Goethe. Würzburg 2011. In Goethe-Jahrbuch 2012.
  • Neuerscheinungen zu Hermann Hesses 50. Todestag. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. August 2012, S. 32.
  • Marcus Hahn: Gottfried Benn und das Wissen der Moderne. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Mai 2012, S. 30.
  • Christoph Poschenrieder: Der Spiegelkasten. Roman. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Februar 2012, S. 32.
  • Anna Maria Carpi: Kleist. Ein Leben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2011, S. 28.
  • Peter Weiss: Briefe an Henriette Itta Blumenthal. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Dezember 2011, S. 34.
  • Mark McGurl: The Program Era. Postwar Fiction and the Rise of Creative Writing. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. November 2010, S. 32.
  • Sabrina Janesch: Katzenberge. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. November 2010, S. 30.
  • Alexander Kluge: Das Labyrinth der zärtlichen Kraft. 166 Liebesgeschichten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Januar 2010, S. 30
  • Martin Meyer: Piranesis Zukunft. Essays zu Literatur und Kunst. München/Wien 2009. In. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Dezember 2009, S. 34
  • Bruno Hillebrand: Gesang und Abgesang der deutschen Lyrik von Goethe bis Celan. Göttingen 2010. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Dezember 2009, S. 32
  • Michael G. Fritz: Tante Laura. Roman. Halle 2008. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Juli 2009, S. 32
  • Benn. Sein Leben in Bildern und Texten. Zusammengestellt von Holger Hof. Stuttgart 2007. In: Benn Forum. Beiträge zur literarischen Moderne. Band 1 (2008/2009), S. 195-200
  • André Thiele: Eine Welt in Scherben. Essays und Historien. Mainz 2008. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Juni 2009, S. 32
  • Robert Krause: Abstraktion – Krise – Wahnsinn. Die Ordnung der Diskurse in Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“. Würzburg 2008. In: Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik. Band 12 (2008), S. 276-279
  • Nine Eleven. Ästhetische Verarbeitungen des 11. September 2001. Hg. von Ingo Irsigler und Christoph Jürgensen. Heidelberg 2008. In. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Dezember 2008, S. 34
  • Pierre Michon: Rimbaud der Sohn. Frankfurt/M. 2008.- In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. November 2008, S. 34
  • Tom Karasek: Generation Golf. Die Diagnose als Symptom. Produktionsprinzipien und Plausibilitäten der Popliteratur. Bielefeld 2008. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Oktober 2008, S. 34
  • Manuela Günter: Im Vorhof der Kunst. Mediengeschichten der Literatur im 19. Jahrhundert. Bielefeld 2008. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. September 2008, S. 32
  • Marlene Streeruwitz: Kreuzungen. Roman. Frankfurt/M. 2008. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. September 2008, „Bilder und Zeiten“, Z 5
  • Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans. Vorlesung am Collège de France 1978 bis 1979 und 1979 bis 1980. Frankfurt/M; 2008. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Juli 2008, „Bilder und Zeiten“, Z 5
  • Manfred Zittel: „Erste Lieb’ und Freundschaft“. Goethes Leipziger Jahre. Halle/Saale 2007. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. April 2008, S. 34
  • Michael G. Fritz: Die Rivalen. Roman. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. Juli 2007, S. 32
  • Helmut Lethen: Der Sound der Väter. Gottfried Benn und seine Zeit. In: Arbitrium 1/2007
  • Willem Jan Otten: Specht und Sohn. Roman. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. März 2007, S. 34
  • Regine Anacker: Aspekte einer Anthropologie der Kunst in Gottfried Benns Werk. Würzburg 2004. In: Arbitrium 2/2004
  • Michael Hofmann: Uwe Johnson. Stuttgart 2001 – Uwe Johnson (Text und Kritik) 2. Aufl. Neufassung München 2001. In: Arbitrium 2/2001, S. 238-241
  • Theo Mayer: Nietzsche. Kunstauffassung und Lebensbegriff. Tübingen 1991. In: Wirkendes Wort 42 (1992) H.2
Vorträge
  • Vortrag bei der Internationalen Tagung „Schreiben im Zwischenraum“ an der Universität Hildesheim: Werk und Welt. Schreiben als Sinngeschichtschreibung. (3. Juni 2016)
  • Vortrag bei der Ringvorlesung „Große Gefühle“ der Universität Hildesheim: „Das große Nichts. Nihilismus ist ein Glücksgefühl.“ (04. 11. 2015)
  • Vortrag beim Symposion des Südwestrundfunks „Die große Kulturmaschine Funk. 60 Jahre Radio-Essay“ im Literaturhaus Stuttgart: „Die Häute des Chamäleons. Zur Evolutionsgeschichte des Essays.“ (25. 06. 2015)
  • Vortrag bei der Ringvorlesung „1200 Jahre literarisches Hildesheim“ der Universität Hildesheim: „Rosenszenen. Guillaume Apollinaire und Hildesheim.“ (28. 01. 2015).
  • Eröffnungsvortrag beim Colloque International ‚L’auctoritas à travers les mises en scènes de l’auteur et de l’artiste dans le monde germanique’, 24./25. 11. 2014 an der Université Jean Monnet de Saint Etienne: „Maske als Lebensform. Überlegungen zum Phänomen der Schriftsteller-Inszenierung.“
  • Vortrag an der Hochschule der Künste Zürich, 11. 11. 2014: „Essayistisches Denken und Theorie der Kunst“
  • Vortrag beim Philosophischen Kolloquium der Universität Hildesheim: „Verbrechen und Strafe? Literarische Dispositive der Gerechtigkeit. 23. 01. 2014
  • Vortrag bei der Ringvorlesung „Literatur und andere Künste“ der Universität Hildesheim: „Das unbekannte Meisterwerk“. 18. 12. 2013.
  • Vortrag bei der Tagung „Essayistik der Moderne“ an der CAU Kiel: „Großessay und neue Wissenschaft.“ (9. Mai 2013).
  • Vortrag bei der Ringvorlesung „Literatur und Reise“ der Universität Hildesheim: „Bruce Chatwin: Traumpfade“. (16. Januar 2013).
  • Vortrag bei der Tagung „Fallgeschichten in der Literatur“ an der Universität Innsbruck, 8./9. November 2012: „Alfred Döblin: Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord.“
  • Vortrag beim Workshop „Essay und Essayismus“ an der Universität Erfurt (29. September 2012): „Kulturen des Essays.“
  • Vortrag beim Symposion „Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche“ 8./9. Juni 2012 in Tübingen: „Gesprächsrhetorik und literarische Kreativität.“
  • Vortrag bei der Ringvorlesung „Kulturwissenschaften“ der Universität Hildesheim (30. Januar 2012): „Der Wunsch zu schreiben. Geschichte, Rhetorik, Medien.“
  • Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Literatur und Religion“ der Universität Hildesheim: „Marmorbilder und Madonnen. Die erotische Religion der Romantik.“ (25. Januar 2012).
  • Vortrag bei den Hermann-Hesse-Tagen in Sils-Maria (Schweiz) (16.-19- Juni 2011): „Hesses literarische Produktivität.“
  • Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Weltliteratur IV“ der Universität Hildesheim: „Wer ist Franz Kafka?“ (10. November 2010)
  • Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Weltliteratur III an der Universität Hildesheim: „Gustave Flaubert: Madame Bovary.“ (6. Januar 2010)
  • Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Weltliteratur III an der Universität Hildesheim: „Stendhals Romane“. (25. November 2009)
  • Vortrag bei der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlößchen, Frankfurt am Main: „Goethes Ästhetik. Naturbegriff und Produktionsprozess.“ (30. September 2009)
  • Vortrag auf Einladung der Universität Bremen: „Artistendämmerung. Kafkas Künstler und die ästhetische Theorie der Moderne.“ (24. Juni 2009)
  • Vortrag auf Einladung der Nietzsche-Gesellschaft im Nietzsche-Haus Naumburg/Saale: „Nietzsche in Nizza.“ (20. Mai 2009)
  • Vortrag beim Literarischen Salon im Fachwerk, Eltville/Rheingau: „Über das Schreiben. Ein Dekalog“. (11. März 2009)
  • Vortrag bei der wissenschaftlichen Fachtagung des Freiburg Institut of Advanced Studies (FRIAS) in Freiburg/Breisgau: Visuelle Evidenz. Fotografie im Reflex von Literatur und Film: „Literatur im Zeitalter der Ikonostasen“ (15. Februar 2009)
  • Vortrag bei der Fachtagung der Frankreich-Lektoren des DAAD an der Universität Nizza: „Friedrich Nietzsche in Nizza“. (6. Februar 2009)
  • Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Weltliteratur II“ an der Universität Hildesheim: „Montaigne und die Erfindung des Essays.“ (19. November. 2008)
  • Vortrag am Centre Universitaire de France / Société des Études Germaniques, Université Paris IV (Sorbonne): „Über den Begriff und die Geschichte der Artistik in der literarischen Ästhetik der Moderne“ (18. Oktober 2008)
  • Vortrag bei der Internationalen Tagung „Surrealismus in der deutschen Literatur?“ in Marbach/Neckar: „Das Erotische denken. Von Nietzsche zu Bataille.“ (5. Juli 2008)
  • Vortrag und Podiumsdiskussion bei den Hermann-Hesse-Tagen in Sils-Maria (Schweiz): „Hermann Hesses weltweite Wirkung“: „Hermann Hesse heute.“ 26. – 29. Juni 2008
  • Vortrag bei der Tagung „Friedrich Nietzsche und die Literatur der klassischen Moderne.“ 12. – 15. März 2008 im Goethe-Nationalmuseum Weimar: „Das Ausstrahlungsphänomen. Gottfried Benns Nietzsche-Projektionen.“
  • Eröffnungsvortrag der Internationalen Tagung der Feuchtwanger-Society „Feuchtwanger and Film“, 5. – 7. September 2007 an der University of Southern California in Los Angeles: „Differenz der Bilder. Probleme von Inter- und Transmedialität in frühen Literaturverfilmungen am Beispiel Feuchtwangers und Döblins.“
  • Leitung der Sektion C, „Kultur und (Im-)Moral“ beim Kongreß der Internationalen Nietzsche-Gesellschaft „Nietzsche – Philosoph der Kultur(en)?“, 23.-26. August 2007 in Naumburg/Saale
  • Vortrag an der Universität Hildesheim: „Der Einzige. Zur Kulturgeschichte des produktiven Typus“ (25. April. 2007)
  • Vortrag beim 1. Mainzer Nietzsche-Kolloquium Nietzsches Begriff der Geschichte, 19.04.-20. 04. 2007:  „Nietzsches ‘Geschichte’ heute.“
  • Vortrag bei der internationalen Tagung Terre et Mémoire de L’Éxil zum 100. Geburtstag von Klaus Mann in Sanary-sur-mer, 17.-19. November 2006: „Klaus Mann und Gottfried Benn.“
  • Vortrag bei der Tagung Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. 3./4. 11. 2006 an der Humboldt Universität zu Berlin: „Essay und Sachbuch im 20. Jahrhundert.“
  • Vortrag beim Symposion Schriftsteller-Inszenierungen, 5.-7. Oktober 2006 in Mülheim an der Ruhr: „Belichtungszeit. Zum Verhältnis von dichterischer Imagologie und Fotografie im 19. Jahrhundert.“
  • Vortrag beim Internationalen Nietzsche-Kongreß, 24.-27. 08. 2006 in Naumburg/Saale: Nietzsche und Frankreich. „Der vergessene Regenschirm. Nietzsche und die Kunst der différance.“
  • Vortrag bei den Internationalen Gottfried-Benn-Tagen, 06. – 09. Juli 2006, Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar: „Die Fuge des Quartär. Finallage und Essay in Gottfried Benns Prosa nach 1935.“
  • Vortrag beim Internationalen Humboldt-Kolleg „Harry … Heinrich … Henri Heine. Deutscher, Jude, Europäer“, 6.-11. Juni 2006 in Graz: „Heinrich Heines Reisebilder. Die Entstehung der artistischen Prosa.“
  • Vortrag beim Sonderforschungsbereich Medien und kulturelle Kommunikation der Universität zu Köln: „Arena und Ereignis. Beobachtungen zur Arenakultur.“ 06. Juni. 2006
  • Vortrag auf der Internationalen Tagung Zum Begriff und Phänomen der literarischen Moderne. 28. Februar bis 3. März 2006, Universität Freiburg: „Zum Problem der modernen Autorschaft. Imagologie und Medien.“
  • Vortrag in der Reihe LiteraturGeschichten der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden
    (17. November 2005): „Büchners ‘Lenz’: Prosa aus dem 21. Jahrhundert.“
  • „Der Dichter Ernst Barlach – literarische und historische Perspektiven.“
    Vortrag anläßlich der Ausstellung Ernst Barlach. Mystiker der Moderne in der Christuskirche Mainz (10. November 2005)
  • Vortrag auf dem Internationalen Alfred-Döblin-Kolloquium Alfred Döblin zwischen Institutionalisierung und Provokationin Mainz: „Artistik und Theologie. Zum Spätwerk Alfred Döblins.“ (20. Mai. 2005)
  • Vortrag an der Universität Lüneburg: „Gottfried Benn und der Rundfunk“ (11. Februar 2005)
  • Vortrag an der Universität Heidelberg: „Der fiktive Anfang des Schreibens. Zu Robert Walsers früher Prosa „Fritz Kochers Aufsätze“ (14. Januar 2005)
  • Vortrag auf der Internationalen Tagung „Il saggio. Forme e funzioni di un genere letterario“ an der Universität Bologna 12. November 2004: „Saggismo e spazio poetico nella letteratura tedesca contemporanea.“
  • Vortrag an der Universität Stuttgart: „Essayismus als poetische Anthropologie. Benn. Canetti. Sebald“. (24. April 2004)
  • Vortrag an der Universität Regensburg: „Der Bräutigam. Goethes erotischer Mythos.“
    (07. Februar 2004)
  • Gastvortrag an der Universität Münster: „Werkimago, Schreibprozeß und poietische Performanz: Zur Theorie des Textes in der modernen Literatur.“ (25. Juni 2003)
  • Vortrag auf dem Internationalen Kongreß „Nietzsche. Radikaler Aufklärer oder radikaler Gegenaufklärer“ (14. – 17. Mai 2003 in Weimar): „Nietzsches Performanz der Schrift. Zur Frage des Stils in der Philosophie“
  • Vortrag innerhalb der Ringvorlesung (WS 2002/03) der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Kultur und Medien“ an der Universität Mainz zum Thema „Performanz der Schrift. Literatur und ihre Medien“. (13. 11. 2002)
  • Vortrag auf der Internationalen Fachtagung „Hermann Hesse und die Modernisierung“ an der Universität Mainz (3.-6. 10. 2002): „Hermann Hesse und die ästhetische Moderne“
  • Vortrag auf dem Internationalen Nietzsche-Kongreß in Naumburg/Saale ‘Ethik nach Nietzsche’ (22.-25. August 2002): „Schrift – Körper – Code. Zur Ethik der modernen Produktivität“
  • Gastvortrag auf Einladung der Universität Mannheim (17.Juli 2002): „Zur Medienphilosophie der modernen Literatur“
  • Teilnahme an einer Podiumsdiskussion zu meinem Buch „Literatur in der Wissensgesellschaft“ im Literaturhaus Wiesbaden, Villa Clementine (20. Juni 2002) mit Prof. Dr. Martin Lüdke und Dr. Matthias Bauer
  • Vortrag bei der Interdisziplinären Tagung „ Identitätsbilder der Romantik“ der Akademie Erbacher Hof des Bistums Mainz am 12. April 2002: „Erotische Identität. Die frühromantische Poetik des Geschlechtertauschs.“
  • Gastdozentur an der Universität Bologna (Mai 2002): Blockseminar und Vortrag: „Offene Formen der Literatur im 20. Jahrhundert. Essay, Aphorismus, Aufzeichnung.“
  • Gastvortrag auf Einladung der Universität Düsseldorf: „Der Lord-Chandos-Pfad. Schreiben auf den Grenzen der Semiosphäre.“ (06. 12. 2001)
  • Gastvortrag auf Einladung der Universität Oldenburg „Ptolemäische Wende. Gottfried Benns späte Prosa.“ (26. 11. 2001)
  • Nietzsche-Kongress, Naumburg, 24. – 27. August 2000: Leitung der Sektion: „100 Jahre Nietzsche-Rezeption in der Literatur“ mit einführendem Vortrag
  • Leitung der Goethe-Tagung Goethes Lyrik der Akademie „Erbacher Hof“ des Bistums Mainz am 30. 10. 1999 mit drei eigenen Vorträgen zu Goethes Lyrik
  • Vortrag auf dem Goethe-Kongreß L’universalidad de un genioder Universität Valencia: „Orpheus als Orakel. Goethes Urworte Orphisch im Kontext der Alterslyrik“ am 22. 10. 1999
  • Vortrag in der von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz veranstalteten Reihe Literatur im Landtagam 5. Mai 1999 zu dem Thema „Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz. Ein Roman und seine Verfilmungen“ im Landtag Rheinland-Pfalz
  • Antrittsvorlesung an der Universität Mainz zu dem Thema: „Poetenleben – Für die Katz. Robert Walsers märchenhafte Anfänge“ am 11.05.1998
  • Leitung des Kolloquiums „Rainer Maria Rilkes Lyrik“ vom 23. – 25. August 1996 in der Politischen Akademie Biggesee
  • Vortrag vor der „Vereinigung der Freunde des Staatstheaters Mainz“ über Heinrich von Kleists „Prinz von Homburg“ im Staatstheater Mainz (11.04.1996)
  • Rundfunkvortrag und Diskussion über die deutsche Lyrik der Gegenwart. (Südwestfunk, S2 Kultur, 25.10.1995)
  • Vortrag in der Deutschen Schule in Valencia über deutsche Gegenwartsliteratur. (28.02.1991)
  • Gastdozentur an der Universität Valencia über die Geschichte der deutschen Literatur nach 1945, insbesondere die Literaturgeschichte der DDR.(Februar/März 1991)
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